Recorded & Publishing

Independents klagen gegen Sony BMG

Die vom Dachverband Impala vertretenen unabhängigen Plattenfirmen Europas haben beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg Beschwerde gegen die Genehmigung der Fusion Sony BMG durch die EU-Kommission eingereicht.

Die 25000 vom Dachverband Impala vertretenen unabhängigen Plattenfirmen Europas haben beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg Beschwerde gegen die Genehmigung der Fusion Sony BMG durch die EU-Kommission eingereicht. Die Indies beklagen Fehler bei der rechtlichen und wirtschaftlichen Beurteilung der Fusion sowie Unstimmigkeiten in Bezug auf die Auswirkungen des Mergers auf den Tonträgermarkt in der Begründung der EU-Kommission. In erster Instanz wollen die Indies vor dem EuGH klarmachen, dass das Durchwinken der Fusion in Brüssel ein fundamentaler Fehler gewesen sei.

„Solange nicht alle Aspekte hinreichend gewürdigt und berechtigte Bedenken weitestgehend ausgeräumt wurden, entspricht es guter demokratischer Übung und ist sogar zwingend geboten, Rechtsmittel einzulegen“, betont VUT-Präsident Peter James. „Laissez faire oder sogar Gleichgültigkeit kann sich heute sowohl unter kulturpolitischen als auch wirtschaftlichen Gesichtspunkten niemand mehr leisten.“ Impala-Vorstandsmitglied und !K7-Chef Horst Weidenmüller ergänzt, dass die Wettbewerbshüter den unabhängigen Plattenfirmen auch zum Wohle aller Konsumenten in Europa genügend Raum zugestehen müssten, um im Musikgeschäft neue Künstler aufbauen zu können. „Der Markt für uns unabhängige Firmen wird kleiner und kleiner. Deshalb werden wir gezwungen sein, weniger Musik zu veröffentlichen und weniger zu riskieren, um unsere Umsätze weiterhin halten zu können.“ Weidenmüller betonte im Gespräch mit musikwoche, dass die Entscheidung für den Widerspruch vor dem EuGH eine Entscheidung der unabhängigen Firmen und ihrer nationalen Verbände sei, und nicht nur die einer Lobbygruppe in Brüssel.

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