Der Streamingmarkt wächst weiter. Unter anderem bei zahlenden Abonnent:innen, die Midia Research jüngst auf 921,6 Millionen taxierte. Für Impala sei dies „ein Grund zum Feiern“, heißt es in einer Mitteilung des europäischen Lobbyverbands für unabhängige Musikunternehmen.
Dennoch sieht man bei dem Indie-Zusammenschluss deutliches Potenzial für Verbesserungen. Impala setzte nun fünf Stichpunkte auf, die aus seiner Sicht angepasst werden müssten, um eine tragfähigere Zukunft für das digitale Musikgeschäft zu schaffen.
Impala meint, man müsse „Umsätze steigern und gerecht verteilen sowie Wertlücken schließen“. Zudem fordert der Verband eine intensive Förderung „neuer, aufstrebender und vielfältiger Musik“, eine klare Kennzeichnung des Ursprungs von Musik auf Streamingplattformen, gerade in Bezug auf KI-Musik. Darüber hinaus ruft der Zusammenschluss dazu auf, „Betrug und KI-Verwässerung“ zu bekämpfen und „verantwortungsvolle“ KI-Musikmodelle zu fördern. Als fünften und letzten Punkt bringt Impala noch ein, es müssten Klimabelastungen reduziert werden und „kollektive Innovation“ gestärkt werden.
Daraus ergeben sich laut dem Bericht von Impala einige konkrete Handlungsempfehlungen sowohl für digitale Plattformen als auch für Labels und Vertriebe.
Der Verband verlangt von Streamingplattformen höhere und fairere Einnahmen, etwa durch Preisanpassungen, Superfan-Modelle und den Schutz von Musiktantiemen vor Verwässerung durch andere Inhalte. Zahlungsschwellen sollen abgeschafft oder zumindest fair gehandhabt werden. Zudem soll Künstler:innen mehr Flexibilität beim Rückzug nicht monetarisierter Inhalte eingeräumt werden. Zudem sollen menschliche Kuratoren gestärkt, die Fan-Bindung gefördert und Länder, die bisher wenig repräsentiert seien, besser bedient werden. Die Vielfalt bei Neuveröffentlichungen und Genres soll aktiv gefördert und jährlich dokumentiert werden. Empfehlungssysteme müssten transparent, überprüfbar und frei von finanziellen oder rechteinhaberbezogenen Verzerrungen sein. Mithilfe einer branchenweiten Herkunftskennzeichnung soll zwischen Label-Künstler:innen, Eigenveröffentlichungen, Bibliotheksmaterial und KI-generierten Inhalten unterschieden werden. Betrug soll durch eine Zusammenarbeit bei der Verifizierung, den Metadaten und den Sanktionen bekämpft werden. Menschliches Schaffen soll vor Verwässerung durch generative KI geschützt werden und die Veröffentlichung unlizenzierter KI-Tracks soll unterbunden werden. Schließlich fordert Impala gemeinsames Handeln für mehr Nachhaltigkeit mit transparenter Berichterstattung.
Impala erwartet von Labels und Vertrieben die Einführung desselben Herkunftskennzeichnungssystems sowie eine strikte Verifizierung von Musik und Kunden, um Betrug zu verhindern. Ein mehrschichtiger KI-Ansatz soll Trainingsrechte klären, Künstler einbeziehen und den Einsatz verantwortungsvoller KI-Tools ermöglichen. Vielfalt und Fan-Bindung sollen weiter gefördert werden, wozu Impalas EDI-Toolkit beitragen soll. Es sollen faire, zeitgemäße digitale Tantiemen gemäß der WIN Fair Digital Deals Declaration gezahlt und alte Verträge überprüft werden. Vorschüsse, Garantien oder DSP-Beteiligungen sollen anteilig geteilt werden. Verträge und Abrechnungen müssen transparent und verständlich sein. Sessionmusiker sollen bei fehlenden Branchenvereinbarungen eine faire Vergütung erhalten. Darüber hinaus sollen Nachhaltigkeitsziele verfolgt und die Branche zu weiterer Innovation angeregt werden.







