“Mehr Belastung für Konsument:innen, weniger Dynamik für den Markt, Schaden für die Kunstschaffenden“ – mit dieser kurzen Zusammenfassung spricht sich der Verband der österreichischen Musikwirtschaft, die IFPI Austria, gegen die Einführung einer geplanten Streaming-Abgabe für Musikplattformen aus. Die Befürchtung: Eine zusätzliche Steuer aufs Streaming würde Musikabos in Österreich verteuern, sich damit unmittelbar auf rund vier Millionen Musikkonsument:innen in Österreich auswirken und unterm Strich weiteres Wachstum im Musikmarkt der Alpenrepublik gefährden.
„Eine Streaming-Steuer belastet genau jene Konsument:innen, die heute legal Musik nutzen und damit die heimische Musikbranche finanzieren“, betont IFPI-Geschäftsführer Thomas Auböck: „Das ist kulturpolitisch ein völlig falsches Signal.“
Kritisch sieht man bei der IFPI Austria auch, dass eine Abgabe auf Streaming-Erlöse unterm Strich die Förderung von Musik von der Kulturpolitik in eine Richtung verschieben würde, bei der Mittel aus der Privatwirtschaft mit Umweg über staatliche Stellen dazu dienten, Fördertöpfe zu füllen: „Den Konsument:innen und dem Musikmarkt Mittel zu entziehen, um daraus einen neuen Förderkreislauf mit zusätzlicher Bürokratie zu schaffen, ist weder nachhaltig noch wirtschafts- und kulturpolitisch sinnvoll“, kommentiert Thomas Auböck.
Da die Förderung heimischer Musikproduktion indes ein wichtiges kultur- und wirtschaftspolitisches Ziel bleibt, fordert man bei der IFPI Austria, dass bestehende Einrichtungen wie der Österreichische Musikfonds gezielt ausgebaut und dessen Mittel auf fünf Millionen Euro jährlich aufgestockt werden.
Auch bei den Streamingdiensten sieht man die Entwicklung kritisch, wie eine Stellungnahme des Verbands Digital Music Europe zeigt. Die vor knapp zehn Jahren gegründete Organisation, die unter anderem Spotify, Deezer, Qobuz und Soundcloud vertritt, verweist auf eine „bemerkenswerte Erholung“ und ein „nachhaltiges Wachstum“ im Musikmarkt Österreichs – getragen vor allem durchs Streaming: „Die Einführung einer Musikstreamingabgabe würde genau jenes Wirtschaftsmodell gefährden, das die Erholung und das Wachstum des österreichischen Musikmarkts erst ermöglicht hat“, befürchtet der Verband nun: „Digital Music Europe fordert die österreichischen Entscheidungsträger:innen daher auf, stattdessen die Rahmenbedingungen für ein anhaltendes Marktwachstum zu stärken – zum Vorteil von Künstler:innen, Fans und letztlich auch den öffentlichen Finanzen.“
Zuvor hatte der Fachverband der Film- und Musikwirtschaft die geplante Streamingabgabe gelobt.






