Die jüngsten Zahlen gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit seinem Bericht „Buchmarkt kompakt 2025/2026“ heraus.
Verantwortlich für das Wachstum im Hörbuchmarkt ist ausschließlich das Digitalgeschäft. Der Umsatz mit Streamingangeboten stieg um 23,1 Prozent, Downloads legten um 9,2 Prozent zu. Die CD als physisches Format verliert dagegen weiter an Bedeutung. Im Vergleich zu 2022, dem ersten Jahr nach der Covid-Pandemie, summiert sich das Hörbuchwachstum sogar auf 25,2 Prozent. Das Streamingsegment wuchs in diesem Zeitraum um 57,9 Prozent. Am Gesamtumsatz des Hörbuchmarkts entfielen inzwischen 47,2 Prozent auf Streaming und 47,4 Prozent auf Downloads, während die CD nur noch einen Anteil von 5,3 Prozent hält.
Auch bei den Käuferzahlen zeigt sich die Verschiebung hin zum Digitalen: Die Zahl der Käufer:innen digitaler Hörbücher steigt 2025 auf 4,2 Millionen, ein Plus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich mehr als die 2,6 Millionen aus dem Jahr 2020. Die Zahl der E-Book-Käufer:innen stagniert dagegen bei rund 3,4 Millionen.
Das Hörbuchwachstum steht im Kontrast zur Entwicklung des Gesamtmarkts, der laut Bericht vor allem unter sinkender Lesekompetenz junger Menschen und schwacher Konjunktur leidet. Die Zahl der Buchkäufer:innen zwischen zehn und 15 Jahren brach 2025 um 30,6 Prozent ein.
Der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Peter Kraus vom Cleff, verweist auf die Konjunktur: „Im vergangenen Jahr lag die Sparneigung in Deutschland auf dem höchsten Stand seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008. Parallel binden überbordende bürokratische Anforderungen Ressourcen in den Unternehmen.“
Gleichzeitig kritisiert vom Cleff, dass trotz der tiefgreifenden Auswirkungen generativer KI, die auf massivem Diebstahl geistigen Eigentums basiere, weiterhin klare Regularien und Medienkompetenz fehlten, besonders bei jungen Menschen. Eine vielfältige Buchhandels- und Verlagslandschaft könne hier gegensteuern und wichtige Debattenräume offenhalten.
Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins, erklärt zudem: „Jahrzehntelange Versäumnisse in der Bildungspolitik haben zu einer fortschreitenden Verschlechterung der Lesekompetenz geführt – das Ergebnis lässt sich nun unmittelbar an den Marktzahlen ablesen.“
Eine Trendwende zeichnet sich nicht ab: Im ersten Halbjahr 2026 liegt der Umsatz in den zentralen Vertriebswegen bereits 4,1 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Die Zahlen zur Hörbuchentwicklung stammen aus dem Hörbuch Kompass von Media Control in Zusammenarbeit mit der Interessengruppe Hörbuch des Börsenvereins. Zur Entwicklung in diesem Segment passen auch die jüngst veröffentlichten Zahlen der BookBeat-Gruppe. Der schwedische Audioanbieter konnte seinen Umsatz währungsbereinigt um 13 Prozent steigern und nannte Deutschland als größten Wachstumstreiber.







