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Gracias Grand-Prix-Teilnahme wackelt

Die mutmaßlichen Charts-Manipulationen des Produzenten David Brandes entwickeln sich zum Nachteil für die Grand-Prix-Kandidatin Gracia Baur. Kollegen raten ihr zum Rückzug und Universal hat die Zusammenarbeit mit ihr aufgekündigt. Nun erwartet die Branche eine Entscheidung von NDR und ARD.

Die mutmaßlichen Charts-Manipulationen des Produzenten David Brandes entwickeln sich mehr und mehr zum Nachteil für die deutsche Grand-Prix-Kandidatin Gracia Baur. Kollegen raten der von Brandes produzierten Sängerin inzwischen zum Rückzug. In einem offenen Brief, der über die „Bild“-Zeitung lanciert wurde, erinnern 13 Stars – darunter ehemalige Grand-Prix-Teilnehmer wie Nino de Angelo, Guildo Horn oder Nicole – Baur an ihre staatsbürgerliche Aufgabe: „Du singst nicht für Dich, sondern für Dein Land“, heißt es in dem Schreiben. Solange ihrem Erfolg beim deutschen Vorentscheid der Verdacht der Manipulation anhafte, schade Gracia ihrer Karriere und dem Ansehen Deutschlands, finden die Kollegen.

Doch laut Jürgen Meier-Beer gibt es zu Gracias Auftritt beim Grand Prix in Kiew am 21. Mai keine Alternative. Im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ erklärte der NDR-Unterhaltungschef, dass er den deutschen Auftritt weder absagen, noch neu besetzen darf. Bei den internationalen Eurovisionsregeln gebe es „keinen Ermessensspielraum“. Selbst wenn Gracia nicht antreten würde, und es daher keinen deutschen Beitrag gäbe, müsste der NDR seine finanziellen Verpflichtungen gegenüber der Eurovision einhalten. „Das können wir nicht akzeptieren. Wir haben einen Vertrag mit Universal Music, in dem uns Gracias Auftritt garantiert wird“, so Meier-Beer.

Ob allerdings Universal noch einen Vertrag mit Gracia und Brandes‘ Label Bros Music hat, scheint fraglich: Michael Kucharski, Promotion-Direktor bei der Repertoire-Abteilung Universal Domestic Division, erklärte gegenüber der „Bild“: „Wir planen keine weitere Zusammenarbeit.“ Nun erwartet die Branche eine Entscheidung von NDR und ARD. Meier-Beers eiserner Glaube ans Reglement könnte womöglich erschüttert werden: ARD-Programmdirektor Günter Struve will sich nun laut „Bild“ nämlich persönlich der Sache annehmen. „Wenn sich herausstellt, dass massiv betrogen wurde, ist Deutschland in Kiew nicht dabei.“

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