Bei den Medientagen München begrüßten GEMA und Bundesverband Phono die Entwicklung der legalen Download-Möglichkeiten. Euphorie stellte sich jedoch nicht ein. Auf einer Podiumsdiskussion sprach Walter Gröbchen, A&R-Fachmann und Geschäftsführer von monkey.music, zwar halb-ironisch von einer „neuen Goldrauschwelle“, weil plötzlich jeder Download-Shops ins Netz stelle. Doch Gerd Gebhardt, Vorsitzender der Phonoverbände, blieb skeptisch: „Wir rechnen mit einem Umsatzanteil von 20 bis 30 Prozent, die in fünf bis sieben Jahren durch Download-Verkäufe erzielt werden. Aber damit bleibt das Internet nur ein Teilbereich des Musikvertriebs.“ Auch Prof. Dr. Jürgen Becker, stellvertretender Vorsitzender des GEMA-Vorstands, monierte zu den Online-Aktivitäten der Musikindustrie: „Es tut sich nichts. Ich sehe keine Erfolgsstory, wenn selbst iTunes nur als Promotion für Hardware funktioniert.“ Als Streitpunkt zwischen GEMA und Bundesverband benannte Gebhardt „die viel zu hohen Tarife der GEMA beim Online-Verkauf. Die GEMA ist hier noch nicht optimal aufgestellt.“ Gebhardt findet, dass das „Fell schon verteilt wird, bevor der Bär erlegt ist“. Einig waren sich alle Teilnehmer, dass Musik nicht weiter entwertet werden dürfe. Die PR-Aktion von Pepsi, bei der die Käufer einer Flasche einen Code für einen Gratisdownload erhalten, bewertete Gebhardt als „ekelhaft“, es sei denn, hier würden Newcomer vorgestellt. In seinem Schlussplädoyer fasste der Verbandschef zusammen: „Das Verhältnis der Plattenfirmen zum Internet sehe ich wie die Beziehung zu einem Schwiegersohn: Anfangs gibt es Bedenken, aber dann gewöhnt man sich an ihn und schließlich geht man sogar mit ihm angeln.“
Gebhardt kritisiert Online-Tarife der GEMA
Bei den Medientagen München begrüßten GEMA und Bundesverband Phono die Entwicklung der legalen Download-Möglichkeiten. Euphorie stellte sich jedoch nicht ein – zumal man sich bei den GEMA-Tarifen noch nicht einig ist.






