Sollte die Bertelsmann AG einen Börsengang von Gesellschafter GBL (Groupe Bruxelles Lambert) tatsächlich noch verhindern wollen, muss sich die Konzernspitze beeilen. GBL-Chairman Albert Frère erklärte nun, er wolle Ende Mai mit der Mohn-Familie über seine IPO-Pläne verhandeln.
Auch wenn das Bertelsmann-Management um den Vorstandsvorsitzenden Gunter Thielen in der Vergangenheit wiederholt beteuert hat, für einen Börsengang des Konzerns vorbereitet zu sein, gilt es jedoch als offenes Geheimnis, dass man in Gütersloh das Parkett eher scheut. Daher kursierten in den letzten Wochen immer wieder Gerüchte über einen möglichen Verkauf von Firmenanteilen. Mit den Erlösen würde Bertelsmann dann Teile oder womöglich den gesamten 25,1-prozentigen Anteil von GBL zurückkaufen und damit einen IPO verhindern.
Vor allem das Musikgeschäft soll bei diesen Gedankenspielen zur Disposition stehen. Der von GBL kontrollierte Anteil des Medienkonzerns wird auf bis zu fünf Mrd. Euro geschätzt – eine Summe, die Gütersloh nach Ansicht von Beobachtern nur schwer aufbringen könnte. „Ich habe keine Ahnung, was die Mohn-Familie vorhat“, sagte Frère. „Aber wir stehen fest zu unserem Vorhaben, auch wenn es noch einige Probleme zu bewältigen gilt.“






