Recorded & Publishing

Fusionsgerüchte überschatten Sirius-Bilanz

Der Digitalradiosender Sirius schloss sein Geschäftsjahr zwar mit einer Verfünffachung des Umsatzes aber auch mit höheren Verlusten ab. Und erneut gibt es Spekulationen über eine mögliche Fusion mit dem einzigen Mitbewerber XM. Sirius-CEO Mel Karmazin dementiert allerdings die Gerüchte.

Der Digitalradiosender Sirius schloss sein Geschäftsjahr zwar mit einer Verfünffachung des Umsatzes, aber auch mit höheren Verlusten ab. Im gesamten Jahr 2004 beliefen sich die Verluste auf 712,2 Mio. Dollar – das sind 127 Prozent mehr als im Jahr davor. Gleichzeitig stieg der Umsatz um 417 Prozent auf 66,9 Mio. Dollar. Ähnlich sieht die Entwicklung im letzten Quartal aus: Der Verlust summierte sich bis Ende Dezember auf 261,9 Mio. Dollar – 77 Prozent mehr als im vierten Quartal 2003. Im gleichen Zeitraum stiegen die Umsätze um 409 Prozent auf 25,2 Mio. Dollar – und das, obwohl die Zahl der Abonnenten nur um 63 Prozent auf nunmehr 1,24 Mio. zahlende Kunden anwuchs.

Mittelfristig sind bei Sirius indes keine schwarzen Zahlen zu erwarten. Das Unternehmen selbst prognostiziert für 2005 einen Umsatz von rund 210 Mio. Dollar (dies entspräche einem Plus von 214 Prozent) und einen Verlust von etwa 480 Mio. Dollar (das wäre ein Drittel weniger als 2004). Als Gründe für den hohen Fehlbetrag gibt Sirius gestiegene Kosten an: Für Marketing gab das Unternehmen im vierten Quartal 50,7 Mio. Dollar (plus 45 Prozent) aus, Inhalte kosteten 26 Mio. Dollar (plus 206 Prozent) und die Verwaltung und Akquisition von Abonnements schlug mit 8,6 Mio. Dollar (plus 197 Prozent) zu Buche.

Besonders der letzte Posten soll im laufenden Jahr schrumpfen: Bislang kostete Sirius jeder neue Abonnent 177 Dollar, künftig soll dieser Betrag auf 145 Dollar sinken – bei dem erwarteten Wachstum des Kundenstamms ein nicht zu vernachlässigender Punkt in der Bilanz. Bis Ende 2005 wollen die Digitalfunker 1,4 Mio. neue Abonnenten verpflichten. Das Wachstum könnte allerdings noch viel höher ausfallen, sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, die die „New York Post“ in Umlauf brachte: Sirius plant angeblich eine Fusion mit dem einzigen Mitbewerber, XM Satellite Radio. Bereits Anfang Januar hatte musikwoche über solche Spekulationen berichtet.

Ungeachtet von kartellrechtlichen Fragen, sei ein Zusammenschluss der beiden Firmen unausweichlich, so der „NYP“-Artikel. Nur wenige Stunden nach dessen Erscheinen beeilte sich Sirius-CEO Mel Karmazin, ein Dementi zu verbreiten: „Ich habe mich nicht mit dem CEO von XM getroffen und weiß daher nicht, woher diese Idee kommt.“ Stattdessen will er die bisher weitgehend werbungsfreien Kanäle künftig anders vermarkten. Bei Sport-, News- und Talksendungen sollen demnächst Spots für zusätzliche Umsätze sorgen.

Mehr zum Thema