Mandoki, Geschäftsführer der Red-Rock Production und der Park-Studios in Tutzing am Starnberger See und Vollblutmusiker, hat zusammen mit Rechtsanwalt Helge Sasse den „ersten deutschen Musikfonds“ initiiert. Und diese Form der Kapitalanlage zeigt eine gänzlich neue Art der Finanzierung von A&R-Arbeit auf. Eine solche könnte gerade in schwierigen Zeiten, in denen die Etats der Plattenfirmen für den Aufbau neuer Künstler dahinschmelzen wie „Ice in the Sunshine“, eine willkommene Alternative bieten. Denn die Paroli Records GmbH & Co. Musikfonds 1. KG – so der volle Name – verlagert das Risiko, das bei jeder A&R-Arbeit gegeben ist und das so mancher A&R-Manager notgedrungen scheut, von der Plattenfirma zum externen Dienstleister.
Dank der beteiligten Personen kann sich der Musikfonds gewachsener solider Strukturen bedienen, die für eine Risikominimierung sorgen. Die Park-Studios gelten als einer der besten Aufnahmekomplexe in Deutschland, wenn nicht gar in Europa. Leslie Mandoki, der in Tutzing mit Phil Collins und Lionel Richie ebenso wie mit den No Angels zusammengearbeitet hat, fügt hinzu: „Aber das ist noch nicht alles: Wir sind hier ein Produktionsteam, das aus lauter Musikenthusiasten besteht und das einen Nachwuchskünstler in allen Stadien seiner Entwicklung kompetent beraten und gestalterisch begleiten kann. Und wir werden einen Künstler nach dem ersten Album nicht gleich fallen lassen müssen.“
Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, dann muss sich der Prophet eben zum Berg aufmachen: Kompromisslose Musikleidenschaft und Kreativität, gepaart mit der Finanzkraft des Fonds schaffen eine Kooperationsplattform, in der Mandoki und seine Mitstreiter ihre geförderten Künstler in Zusammenarbeit mit den großen Plattenfirmen veröffentlichen, um so die organisatorischen Möglichkeiten, das Know-how und die Vertriebsstrukturen der Majors optimal zu nutzen. Da aber die Kosten der A&R-Arbeit sowie etwaiger Marketing- und Promotionmaßnahmen aus der Kasse des Musikfonds beglichen werden, behalten sie sich ein Mitspracherecht und angemessene Hartnäckigkeit vor. „Wir werden uns mit Künstlern, die Chancen auf eine lange internationale Karriere haben, wieder auf die Kunstform Album fokussieren“, verspricht Mandoki.
Geht ein Konzept aber erst einmal auf, hat ein vom Fonds geförderter Künstler also Erfolg, dann resultiert daraus eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten – auch für die privaten Kapitalgeber, die sich mit ihren Einlagen als Mäzene im besten Sinn des Wortes betätigen. Mit ihrer Beteiligung erwerben die Anleger Musikrechte und partizipieren somit an der gesamten musikalischen Wertschöpfungskette von den Tantiemen bis hin zum Merchandising. Das geplante Zeichnungsvolumen beläuft sich zunächst auf zehn Millionen Euro; die Mindestzeichnungssumme beträgt 10.000 Euro;
unter anderem wird der Fonds von der Starnberger 5-Seen-Land-Vermögensbetreuung (www.sv-unternehmensgruppe. de) in Ammerland vertrieben. Dabei darf man die Einlagen
getrost als Risikokapital ansehen und den Musikfonds als hoch spekulativ. Denn A&R-Arbeit ist immer mit einem großen Unsicherheitsfaktor verbunden – manche Künstler schaffen eben nie den Durchbruch, egal, wie viel Geld man in den Aufbau ihrer Karriere buttert.
„Deshalb weisen wir auch deutlich auf die Risiken dieser unternehmerischen Beteiligung hin“, erklärt Peter Schädel, der Geschäftsführer des Musikfonds. „Kann sein, dass von einer Einlage am Ende nichts übrig bleibt. Kann aber auch sein, dass sich ein Künstler durchsetzt und dass noch nach vielen Jahren dank mehrerer Hits und katalogträchtiger Alben die Gelder sprudeln, was eine außergewöhnlich gute Rendite für die Anleger zur Folge haben kann. Und das ist unser Ziel.“ Von den Risiken lassen sich die Anleger aber nicht abschrecken – ganz im Gegenteil, weiß Mandoki: „Sie sind froh, dass man ihnen endlich einmal nichts schön färbt, sondern ehrlich alle Risiken aufzeigt.“
Und vermutlich findet der betuchte Dentist aus Denzlingen oder der erfolgreiche Unternehmer aus Unna den Gedanken recht reizvoll, dass er mit seinem Geld dabei hilft, die nächsten No Angels aufzubauen. Wenn er dann noch die beeindruckende Top-End-High-Tech-Welt der Park-Studios besichtigen und dabei sogar den einen oder anderen Musiker treffen kann, wird er als künstlerisch engagierter Mäzen zufrieden zumindest schon einmal eine emotionale Rendite verbuchen können.






