Recorded & Publishing

EMIs Übernahmepläne ernten nicht nur Beifall

Die europäischen Idependentfirmen wollen bei der EU gegen die geplante Teilübernahme der Warner Music Group durch EMI opponieren. Auch Rating-Agenturen sehen das Vorhaben der Briten mit Skepsis.

Die europäischen Idependentfirmen wollen bei der EU gegen die geplante Teilübernahme der Warner Music Group durch EMI opponieren. Der Indie-Verband Impala kündigte an, dass man versuchen wird, die Wettbewerbshüter in Brüssel zur Blockade dieser De-facto-Fusion zu bewegen. „Die Probleme der Musikindusrtie lassen sich nicht mit Hilfe einer weiteren Fusion lösen“, sagte Helen Smith, Deputy Secretary General von Impala. Die gegenwärtige Krise sei vielmehr ein Ergebnis der Überkonzentration, eine erneute Fusion zweier Großkonzerne würde die Lage zusätzlich verschärfen. . Auch die Kreditrating-Agenturen sehen das Vorhaben der EMI Group mit Skepsis. So fürchtet Standards & Poor’s, dass sich die Briten mit ihrer Milliardenofferte überheben könnten und droht mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit. S&P räumt aber auch ein, dass der Sparkurs der letzten Monate bei EMI die Schuldenlast verringert und die Profitabilität gesteigert habe. Allerdings sei der Erfolg dieser Strategie begrenzt und insofern die Übernahme von Warner unter bestimmten Umständen sinnvoll. So wurden erneut Gerüchte laut, EMI bemühe sich derzeit intensiv um Finanzinvestoren wie die Blackstone Group. Das Einsparpotenzial eines Zusammenschlusses von EMI und Warner Music beziffern Analysten auf zwischen 180 und 300 Mio. Euro. Doch nicht alle Beobachter halten den Flirt von Time Warner mit EMI für seriös: Laut „Handelsblatt“ vermuten Insider dahinter eine Finte von TW, um den Druck auf Bertelsmann zu erhöhen. Die Gespräche zwischen New York und Gütersloh sind offiziell nicht beendet worden.

Mehr zum Thema