Zwischen EMI und Apple scheint es derzeit Missverständnisse zu geben. Während es angeblich Einigkeit in Bezug auf eine Preisreform bei iTunes gibt, liegen die Ansichten in Fragen der Kompatibilität von Kopierschutzsystemen mit iPods noch weit auseinander. Angesichts der katastrophalen Ergebnisse beim Einsatz des XCP-Kopierschutzes bei US-Veröffentlichungen von Sony BMG sah sich EMI nun offenbar genötigt, darauf hinzuweisen, dass der bei den Briten verwendete Kopierschutz von Macrovision derlei Computerprobleme nicht verursachen wird.
Zugleich kündigte EMI an, dass das Macrovision-System, das ein ungezügeltes Rippen von CDs verhindern soll, künftig auch für Nutzer von iTunes und iPods brauchbar sein wird. Apple sei mit den technischen Umbauarbeiten bald fertig und wird es CD-Kunden ermöglichen, ihre Musik am Computer auch in iTunes zu importieren, ließ EMI wissen. Diese Ankündigung löste bei Apple Stirnrunzeln aus: Um beim Rippen von CDs kopiergeschützte Dateien herzustellen, die mit iTunes und iPod kompatibel sind, bräuchte Macrovision eine Lizenz zur Verwendung der Apple-DRM FairPlay. Der Computerhersteller hat eine derartige Lizenz indes bislang an keine einzige Drittfirma erteilt – auch nicht an Macrovision.
„Die von EMI verbreiteten Informationen sind falsch und wir haben keine Ahnung, warum EMI dies verlauten ließ“, erklärte ein Apple-Sprecher gegenüber Cnet. Sollte Apple jedoch tatsächlich hinter verschlossener Tür an einer Lockerung seiner Lizenzpolitik arbeiten, wäre dies für Verbraucher und Rechteinhaber gleichermaßen ein Fortschritt. Bislang erlauben CD-Kopierschutztechnologien lediglich das Rippen ins DRM-geschützte Format Windows Media, das bekanntlich für iTunes-Nutzer unbrauchbar ist.






