Das 1999 von Eskil Simonsson, Johan van Roy, Bryan Erickson, Ronan Harris und Stefan Herwig gegründete Electro-Label Dependent schließt im Sommer seine Pforten, weil den Betreibern angesichts der Schäden durch P2P die Motivation abhanden gekommen sei, in weitere Veröffentlichungen zu investieren.
„Wir sind keineswegs pleite, aber nach einer langen Zeit der Frustration haben wir uns trotzdem zu diesem Schritt entschlossen“, teilt das von Alive vertriebene Label mit. Als Beispiel führt die Firma das Album „Double-Crosser“ von der Formation Seabounds an. Es habe binnen drei Wochen weltweit knapp 2500 Einheiten verkauft, sei aber auf der russischen Piratenseite mp3db.ru nach sieben Tagen bereits über 5000 Mal heruntergeladen worden. Das Label schätzt, dass auf jede ihrer verkauften CDs mittlerweile drei bis fünf illegale Downloads kommen.
„Es wird im Internet immer behauptet, dass diese P2P-Kultur die Majors schwächt und die Independent-Label stützt, aber das ist – mit Verlaub gesagt – totaler Bullshit“, bekräftigt Dependent. Vorwürfe richten die Labelbetreiber auch an die Bundesregierung, der es nicht gelungen sei, das Urheberrecht so zu modifizieren, dass es auch heute den mit der Musik handelnden Personen eine Grundlage bietet, davon zu leben.
„Gäbe es ein Urheberrecht, das darauf hoffen ließe, dass sich die Situation für Label und Musiker wie uns verbessert, dann würden wir weiterkämpfen. Aber ich sehe da für die nächsten paar Jahre keine große Hoffnung“, so das düstere Fazit der Labelmacher.






