Recorded & Publishing

edel verringert Schulden, ist flüssig und zuversichtlich

Die edel music AG ist wieder auf dem Weg nach oben. In der Jahresbilanz 2001/2002 kann das Unternehmen einen Jahresüberschuss ausweisen und zudem das Minus beim operativen Ergebnis verringern.

Die edel music AG ist wieder auf dem Weg nach oben. Das Hamburger Unternehmen konnte das Geschäftsjahr 2001/2002, das am 30. September 2002 endete, mit einem Jahresüberschuss von 96,2 Millionen Euro und einem Konzernumsatz von 160,7 Millionen Euro abschließen. Der Umsatz liegt zwar deutlich unter dem des Vorjahrs (356,8 Millionen Euro), ist jedoch klar auf die umfangreichen Verkäufe von Firmenanteilen zurückzuführen. Der Überschuss wurde laut edel im Wesentlichen durch einen außerordentlichen Gläubigerverzicht beeinflusst; im Vorjahr stand noch ein Minus von 207,9 Millionen Euro in den Büchern.

Die zum Teil drastischen Umbaumaßnahmen der letzten Monate schlagen sich in der edel-Bilanz auch beim operativen Ergebnis nieder: So konnte die AG das Vorsteuerminus von 48,3 Millionen Euro im Vorjahr auf nun nur noch 14,3 Millionen Euro verringern. Gleichzeitig konnte sich das Unternehmen seine Liquidität sichern: Zum Geschäftsjahresende waren 10,8 Millionen Cash in der Kasse, im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres konnte edel die flüssige Summe auf 14 Millionen Euro erhöhen. „Als flexibler und effizienter Mittelständler sind wir von der Krise des Musikbusiness nicht so stark betroffen wie die Marktführer, wir können daher nach der gelungenen Neuausrichtung von edel optimistisch in die Zukunft blicken“, erklärt edel-CEO Michael Haentjes gegenüber musikwoche.de. Dennoch sei es auch für edel „sehr wichtig, dass endlich Lösungen für die grundlegenden Probleme der Branche gefunden werden. Die Diskussionen um die CD-Single, aber auch die Frage nach dem angemessenen Preis für die Album-CD müssen zu schnellen Ergebnissen führen“. Auch die Einführung eines branchenübergreifenden und attraktiven Download-Angebots sei überfällig. „Wenn wir als Branche selbst aktiv werden, sollten wir auch die notwendige Unterstützung finden: In der Politik bei der Umsetzung der Urheberrechtsnovelle, in den Medien bei der Markteinführung von Newcomern“, so Haentjes.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet edel trotz einem insgesamt schwieriger werdenden Marktumfeld mit einer erneuten Verbesserung des operativen Ergebnisses. Viele der Sparmaßnahmen kämen erst in diesem Jahr zum Tragen, und einige Charts-Erfolge wie zuletzt mit Chris Rea oder aktuell mit Aaliyah würden das edel-Geschäft weiter positiv beeinflussen, findet Finanzvorstand Michael Baur und ergänzt: „Unsere teilweise schmerzhaften Sanierungsmassnahmen haben erfreulicherweise die erhoffte Wirkung gezeigt, so dass die finanzielle Situation der edel-Gruppe inzwischen sehr entspannt und stabil ist. Parallel haben Jörg Hellwig und sein Team im Künstlerbereich echte Aufbauarbeit geleistet. Daher sehen wir auch in einem derzeit schwierigen Marktumfeld gute Möglichkeiten, unsere Marktposition noch weiter zu verbessern.“

Den vollständigen Jahresabschluss 2001/2002 veröffentlicht edel im April, die Hauptversammlung findet im Mai in Hamburg statt.

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