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CISAC-Chef gibt sein Amt auf – Christian Bruhn wird Nachfolger

Jean-Loup Tournier kündigte im Rahmen des CISAC-Kongresses an, dass er sich nicht zur Wiederwahl als Präsident des Autorenverbandes stellen werde. Dabei erhob er schwere Vorwürfe gegen CISAC-Generalsekretär Eric Baptiste.

Tournier sprach gegenüber musikwoche.de von einer „konstanten Frustration“ in seiner Amtszeit anhand vergeblicher Bemühungen, den Verpflichtungen nachzukommen, die der Posten erfordere. In einer kompromisslosen Rede an die Generalversammlung der CISAC erinnerte Tournier daran, dass er von den Delegierten des 42. CISAC-Weltkongresses in Santiago de Chile vor zwei Jahren einstimmig zum Präsidenten gewählt worden sei. Zu jener Zeit habe er klar gemacht, dass er seine Rolle darin sehe, das Profil der CISAC zu stärken und den Verband international aktiver und dynamischer zu machen – in Übereinstimmung mit den Gremien des Verbandes. „In Wahrheit wurde ich von CISAC-Generalsekretär Eric Baptiste und einigen Mitgliedern der Geschäftsstelle permanent daran gehindert, diese Aktivitäten umzusetzen.“

Um diese Situation zu ändern, habe er einen 16-seitigen Bericht mit Vorschlägen für Modifikationen der CISAC-Struktur und eine Reform ihrer Gesetze und Regularien erstellt und im Dezember 2001 dem Verwaltungsrat übermittelt. Daraufhin habe es „keine Reaktion“ gegeben. Tournier, der 40 Jahre lang Vorstandsmitglied der französischen Autorenvereinigung SACEM war, erklärte gegenüber der Generalversammlung: „Ich wurde ständig davon abgehalten, meine Pflichten zu erfüllen. Diese Tatsache hat für mich zu dem Schluss geführt, dass es nichts bedeutet, Präsident des Verbands zu sein“, erklärte Tournier. „Viel bedauerlicher ist, dass die CISAC bei den internationalen Entscheidungen in Sachen Urheberrecht außen vor ist. Die Mitlieder werden die traurigen Auswirkungen dieser Fahrlässigkeit bald erkennen“, bekräftigte der scheidende CISAC-Präsident. Die Nachfolge Tourniers tritt der GEMA-Aufsichtsratsvorsitzende Christian Bruhn an.