Recorded & Publishing

Bundeskanzler bringt Universals popfile.de online

Am 9. August startet Universal Music sein im Frühjahr angekündigtes Download-Portal popfile.de. Zu diesem Anlass hat sich hoher Besuch im ehemaligen Eierkühlhaus an der Stralauer Allee angekündigt.

Bundeskanzler Gerhard Schröder wird Sängerin Jeanette Biedermann beim Drücken des Startknopfs für www.popfile.de helfen. Die Download-Plattform von Universal Music bietet dann zunächst rund 5000 Titel gegen Bezahlung an. Bis Jahresende sollen 15.000 Titel erhältlich sein. „Viel zu lange haben wir in der Musikbranche über die illegalen Tauschbörsen gejammert, anstatt selbst etwas zu bieten“, sagt Tim Renner, Chairman & CEO von Universal, zum Start des Service. „Jetzt geben wir die richtige Antwort: Starke Inhalte, ein attraktiver Preis und eine technische Plattform, die den illegalen Angeboten qualitativ weit überlegen ist.“ , sollen die Songfiles anfangs je 99 Cent kosten, später werden die Preise den User-Wünschen angepasst und sollen dann zwischen 50 Cent und fünf Euro rangieren – je nach Titel und Exklusivität des Angebots. Die ersten 5000 popfile-Kunden erhalten allerdings Rabatt: 50 Tracks für 19,90 Euro bedeuten eine Vergünstigung von 29,60 Euro. Bezahlt werden die Songs entweder mit einem Pre-Paid-System oder über die Telefonrechnung der Deutschen Telekom. Die hilft auch bei der technischen Infrastruktur, die das Tochterunternehmen T-Systems bereit stellt. Nebeneffekt: Die Telekom kann ihren Breitbandzugang T-DSL im Paket mit popfile.de vermarkten. Die Musikdateien lassen sich auf mobile Geräte überspielen oder auf CD brennen – sogar mehrmals, da die Herkunft des jeweiligen Files durch ein Wasserzeichen nachvollziehbar bleibt. Das Digital Rights Management System kommt von Microsoft, deshalb sind die Dateien nicht im MP3- sondern im Windows-Media-Format (WMA) erhältlich. Als Schnittstelle benötigen User ein Software-Modol namens „My-Playlist“, das die pofiles verwaltet und jederzeit die Kosten für die Downloads darstellt. Um einen Wettbewerbsvorteil gegenüber illegalen Download-Angeboten zu liefern, will Universal die popfiles gleichzeitig zur Radio-VÖ, also weit vor dem Erscheinen auf physischem Träger, im Netz anbieten. „popfile.de bedeutet noch nicht das Ende der illegalen Angebote, aber wir nehmen endlich den Kampf auf“, so Renner. Ob der Kampf gemeinsam mit anderen Plattenfirmen intensiviert wird, ist derzeit noch nicht klar. Fest steht indes, dass www.popfile.de keine reine Universal-Plattform bleiben soll. Laut Renner seien alle Marktteilnehmer unabhängig von ihrer Größe eingeladen, sich an dem Projekt zu beteiligen. „Es geht um nicht weniger als die wirtschaftliche Existenz einer ganzen Branche mit all ihren Künstlern und kreativen Szenen. Musik darf und wird es auch morgen nicht umsonst geben, sonst droht ein GAU in diesem wichtigen Kulturbereich.“