Recorded & Publishing

Bronfman setzt aufs Digitalgeschäft

Nach Ansicht von Edgar Bronfman jr. wird das Wachstum in der Musikbranche künftig nicht mehr durch das CD-Geschäft zu erreichen sein. Der CEO der Warner Music Group rechnet mittelfristig damit, dass sein Unternehmen ein Viertel des Umsatzes mit digitalem Vertrieb erwirtschaften wird.

Nach Ansicht von Edgar Bronfman jr. wird das Wachstum in der Musikbranche künftig nicht mehr durch das CD-Geschäft zu erreichen sein. Der CEO der Warner Music Group (WMG) rechnet mittelfristig damit, dass sein Unternehmen ein Viertel des Umsatzes mit digitalem Vertrieb erwirtschaften wird. Diesen Anteil werde das Geschäft mit Internet- und Mobilanwendungen schon binnen vier Jahren erzielen, sagte er vor Investoren. Schon heute machten Onlineverkäufe vier Prozent des Gesamtumsatzes der WMG aus – doppelt so viel wie der Durchschnittswert in der Branche.

Der Anteil am Ebitda der Firma, also am Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisierungen, betrug im Jahr 2004 laut Bronfman sogar zwischen sieben und zehn Prozent. „Dieser Bereich hat sich von ‚messbar‘ zu ‚bedeutend‘ entwickelt.“ Die Musikbranche befinde sich heute in einer ähnlichen Situation wie die Filmindustrie vor einer Generation.

Damals hatten die Studios mit dem Kino und dem Fernsehen nur zwei relevante Auswertungskanäle. Analog dazu habe sich das Musikbiz mit dem Verkauf von Tonträgern bis zuletzt auf eine Säule verlassen. Doch diese Zeiten seien unwiederbringlich vorbei: Künftig müsse man sich als Plattenfirma mit einer explosionsartig wachsenden Zahl von Vertriebs- und Auswertungsformen anfreunden. Mit diesen Ansichten pflichtet er indirekt Andy Taylor von der Sanctuary Group bei, der sich erst vor wenigen Tagen . Bronfman wurde zuletzt nachgesagt, er habe Interesse an einer Übernahme des britischen Independent.