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Britische Independents sind sauer auf MTV

MTV-Zuschauer könnten demnächst keine Clips mehr von Bands sehen, die bei britischen Indies unter Vertrag stehen. Wegen offener Tantiemenfragen wollen einige Firmen den Sender nicht mehr beliefern.

MTV-Zuschauer könnten demnächst keine Clips mehr von Bands sehen, die bei britischen Indies unter Vertrag stehen. Wegen offener Tantiemenfragen wollen einige Firmen den Sender nicht mehr beliefern. Seit einem Jahr verhandelt MTV Europe bereits mit der Video Performance Limited (VPL), der britischen Rechteverwertungsgesellschaft für Videoclips, über die Erneuerung eines Vertrags zur Pauschalvergütung. Bislang ohne Ergebnis. Der Vertrag lief zuvor über vier Jahre bis Ende 2002 und garantierte der VPL allein zur Ausschüttung an die unabhängigen Mitglieder jährliche Tantiemeneinnahmen von geschätzten 1,6 Mio. Pfund oder 2,35 Mio. Euro. MTV drängt seither auf eine Senkung dieser pauschalen Abgaben, angeblich wollen die TV-Macher nur noch 840.000 Pfund oder 1,23 Mio. Euro pro Jahr zahlen. Der Sender biss bei der VPL jedoch auf Granit und versucht nun, individuelle Abkommen mit den Labels zu schließen. Der Ton, den MTV dabei anschlägt, missfällt den Firmen allerdings: Der Sender droht, ab dem 31. März keine Videos mehr von Labels zu spielen, die sich nicht auf eine individuelle Tantiemenlösung mit MTV einigen. Der Protest folgte unverzüglich: „Das ist nur eine kurzsichtige Einschüchterungstaktik“, findet Sean O’Brien, Chairman von Telstar. Und Gut-Chairman Guy Holmes ergänzt: „MTV hat die Anzahl seiner Kanäle verdoppelt. Also wo ist da bitte die Logik dahinter? Das ist eindeutig eine Respektlosigkeit gegenüber unseren Inhalten.“ Martin Mills, Chairman der Beggars Group, sieht in dem Versuch, die VPL zu umgehen, allein Profitgier von MTV: „Wenn man Verträge außerhalb des pauschalen Vergütungssystems anstrebt, will man die Rechte einfach nur billiger haben.“ Bei MTV heißt es in dieser Frage nur, man wolle das System der Lizenzabrechnungen „vereinfachen“.