Das Thema DRM wird die Musikindustrie noch länger beschäftigen. Neben MusikWoche befragte auch die Marktforschungsfirma Jupiter Research die Branche zu ihren Ansichten bezüglich digitaler Kopiersperren. Die Ergebnisse dürften die Majors weiter unter Druck setzen.
Fast zwei Drittel (62 Prozent) der befragten Branchenvertreter äußerten die Hoffnung, dass ein Abschied von DRM-Systemen zu mehr Downloadverkäufen führen wird. Jupiter führte die Umfrage unter europäischen Plattenfirmen, Onlinehändlern, Verwertungsgesellschaften und Technologieanbietern im Dezember und Januar durch – also noch vor dem PR-trächtigen offenen Brief von Apple-Chef Steve Jobs, der die Debatte international belebte. 54 Prozent der Befragten waren dabei der Ansicht, dass die gängigen DRMs zu restriktive Nutzungsbedingungen anwenden.
Auf eine absatzsteigernde Wirkung durch das Ende von DRM hofften bei den Plattenfirmen 48 Prozent, unter den restlichen Umfrageteilnehmern betrug der Anteil 73 Prozent. Und 70 Prozent aller Befragten waren der Ansicht, dass in einer universellen Anwendbarkeit von Musikdownloads die Zukunft des Marktes liegt.
Jupiter-Analyst Mark Mulligan, der die Studie erstellte, erklärte jedoch: „Trotz der jüngsten Entwicklung werden die Labels DRM so schnell nicht fallen lassen.“ Rob Glaser, CEO von RealNetworks, wiederholte jedoch am Rande seiner jüngsten Quartalsbilanz die schon vor einiger Zeit geäußerte Prognose: Die Majors seien inzwischen „empfänglich“ für ein DRM-freies Verkaufskonzept. „Die Berliner Mauer der verschiedenen inkompatiblen DRM-Musik wird fallen“, so Glaser. Innerhalb von ein bis zwei Jahren werde es soweit sein.






