Recorded & Publishing

Alive AG stärkt den Bereich Entertainment

Ein Jahr nach der Vorstellung der Alive AG zieht Vorstandsvorsitzender Alfred Beck in musikwoche.de Zwischenbilanz: Der Vertriebsdienstleister betreut bereits mehr als 40 Labels, will bald in die Longplay-Charts und steht vor dem Einstieg ins Games-Geschäft.

“Wenn wir die Startinvestitionen herausnehmen, arbeiten wir im Tagesgeschäft kostendeckend“, erklärt Alfred Beck, Vorstandsvorsitzender der Alive AG, im Gespräch mit musikwoche.de. Vor rund einem Jahr hatte er angekündigt, binnen eines Jahres profitabel arbeiten zu wollen. „Die Investitionen waren enorm, außerdem leisten wir uns bereits einen Stamm von vier Außendienstmitarbeitern, den wir noch erweitern wollen“, erläutert Beck. Mit Jochen Arlt, zuletzt Labelmanager XIII Bis Records, stieß im April ein Label-Koordinator zum Alive-Team: „Ein sehr erfahrener Mann, der mir den Rücken freihält.“ Außerdem nahm Alive im Jahr 2002 zahlreiche Labels wie Syncom, dj-sets.com, GoJazz, Atenzia, TRC oder BlackMudSound in den Vertrieb.

Zu den mehr als 40 Labels bei Alive gehören mittlerweile auch K-Tel UK mit einem Budget-Katalog von 280 internationalen Titeln sowie türkischer HipHop des Kreuzberger Labels Rough Mix Recordings aus dem Hause Vielklang. Zu den Highlights im Programm zählt Beck das Album „Satisfy My Soul“ von Paul Carrack. Der britische Musiker veröffentlicht im August unter dem Titel „Groovin“ (Carrack UK/Alive) einen der kommenden Alive-Schwerpunkte: „Das Thema soll auf jeden Fall in die Charts“, gibt sich Beck kämpferisch. Momentan arbeite Alive daran, die Kontakte zum Handel zu vertiefen: „Wir haben im Grunde für jeden ein Produkt, da wir vom Kindertonträger bis zu Electronica breit aufgestellt sind. Deshalb wollen wir alle Händler angehen und liefern auch weiterhin ohne Mindestbestellwert versandkostenfrei.“

Im Bereich Kindertonträger will Beck das Unternehmen noch stärker positionieren: Neben Titeln von Firmen wie Colosseum oder Pollux Audio erschien kürzlich über die seit Juni 2002 zum Alive-Vertrieb gestoßene Baumhaus AG passend zum Film die von Rufus Beck gesprochene Hörbuch-Serie „Die wilden Fußballkerle“. Zudem will Alive künftig stärker auf Entertainment setzen: „Wir erweitern unseren Vertriebsbereich bis zum September um Games“, kündigt Beck an, „und haben uns dazu personell verstärkt: Reiner L. Machauer, zuletzt bei JoWood tätig und davor Geschäftsführer von Leisuresoft und Vertriebsleiter bei Zomba, baut diesen Bereich auf. Er übernimmt auch die Vertriebssteuerung für den Musikbereich und kommende Segmente.“

Im Games-Sektor sei laut Beck ein attraktives Angebot von Games, Info/Edutainment-Produkten sowie an Zubehör zu erwarten. Außerdem soll das DVD-Angebot ausgebaut werden. „Wir haben unser Dienstleistungskonzept zum richtigen Zeitpunkt umgesetzt“, sagt Beck mit Blick auf die Situation der Branche. Viele Labels stellen laut Beck derzeit fest, dass sie neben fertigen Produkten auch Leistungen wie Marketing und Promotion längst selbst erbringen und ihnen nur die Vertriebsdienstleistung fehlt. Mit dem Angebot der Entertainment Services will der Kölner Vertrieb seine Palette abrunden.