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Verbände begrüßen neues Bundesschallschutzprogramm

Der Pilot des neuen Bundesschallschutzprogramms nimmt Fahrt auf, die zu fördernden Projekte stehen fest: 43 Musikclubs und Festivals sollen Unterstützung erhalten, damit sie auch künftig Orte für Musik, Begegnung und Nachtleben bleiben können. Initiative Musik und LiveKomm übernehmen die Umsetzung.

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) stellt für das erstmals auf Bundesebene aufgelegte Pilotprogramm drei Millionen Euro bereit. Die fachliche Umsetzung erfolgt durch die Initiative Musik in Zusammenarbeit mit der LiveMusikKommission (LiveKomm), dem Bundesverband der Musikspielstätten.

„Musikclubs und Festivals stehen vielerorts unter Druck: Lärmemissionen führen besonders in dicht bebauten Stadtgebieten zu Konflikten zwischen Veranstaltenden und Anwohnenden“, erläutern Initiative Musik und LiveKomm. „Notwendige Schallschutzmaßnahmen sowie moderierte Dialogformate können Abhilfe schaffen, sind jedoch häufig kostenintensiv. Gleichzeitig werden die finanziellen Spielräume vieler Musikorte und Veranstaltenden durch steigende Betriebs- und Produktionskosten zunehmend eingeschränkt. Gefördert werden daher bauliche, technische und kommunikative Maßnahmen, die dazu beitragen, Konflikte zu reduzieren und die Zukunft von Livemusikorten langfristig zu sichern.“

Der Bedarf sei deutlich ausgefallen: 136 Interessensbekundungen gingen für das Bundesschallschutzprogramm ein. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren wurden 43 Projekte für eine Förderung vorgesehen. Grundlage der Auswahl waren die fachliche Bewertung durch die LiveKomm sowie die Einschätzung eines unabhängigen Schallschutzgutachters. Auf dieser Basis sprach ein Auswahlgremium seine Empfehlung aus, der der Aufsichtsrat folgte.

Die ausgewählten Clubs und Festivals verteilen sich auf städtische und ländliche Regionen und decken ein breites Genrespektrum ab. Geplant sind vor allem bauliche Maßnahmen im Innen- und Außenbereich, etwa Schallschutzwände und -decken. „Viele Projekte setzen zudem auf eine Optimierung der Beschallungstechnik. Ohne öffentliche Unterstützung wären diese Maßnahmen in den meisten Fällen nicht umsetzbar“, heißt es aus Berlin und Hamburg.

Im weiteren Projektverlauf erfolgt eine Begleitung der geförderten Projekte über die Initiative Musik. Abschließend werden eine Evaluation und Datenauswertung der Bundesförderung in Bezug auf die Zielsetzung des Programms und die Wirksamkeit der Maßnahmen vorgenommen. Die verbesserten Schallschutzmaßnahmen sollen dabei „zu einer messbaren Entschärfung der bestehenden Konfliktlagen und so zur langfristigen Erhaltung der Musikspielstätten und Festivals beitragen“.

„Die große Nachfrage zeigt, wie dringend viele Musikorte auf Unterstützung beim Schallschutz angewiesen sind – in Städten ebenso wie in ländlichen Regionen“, betont Katja Lucker, Geschäftsführerin Initiative Musik. „Mit der Förderung können nun konkrete Maßnahmen umgesetzt werden, die Clubs und Festivals als unverzichtbare Orte der Musik- und Stadtkultur stärken.“

Für LiveKomm-Geschäftsführer Christian Ordon ist entscheidend, dass die Förderung direkt vor Ort ankomme: „Viele Clubs können dadurch erstmals gezielt in Schallschutz investieren und so den Betrieb im Dialog mit der Nachbarschaft dauerhaft stabilisieren. Damit die Wirkung anhält, bedarf es einer verlässlichen Anschlussfinanzierung des Bundesschallschutzprogramms oder dringlich einer Novellierung der TA Lärm.“

Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, führt aus: „Wo Schallschutz funktioniert, können Musik, Menschen und kulturelles Leben zusammenwachsen, auch dort, wo viele Menschen auf engem Raum leben. Mit dem Bundesschallschutzprogramm unterstützen wir Clubs und Festivals auf diesem Weg. Ein weiteres wichtiges Signal für die Clubkultur ist die Reform der Baunutzungsverordnung. Musikclubs werden künftig nicht mehr wie Spielhallen oder Wettbüros behandelt, sondern als eigener kultureller Ort anerkannt. Das macht es leichter, neue Clubs zu eröffnen und bestehende Standorte zu sichern. So schaffen wir mehr Raum für Clubkultur – von urbanen bis zu Gewerbe- und Industriegebieten.“

Bundesschallschutzprogramm: ausgewählte Clubs und Festivals:
Alte Hölle, Spielstätte, Brandenburg
Horns Erben, Spielstätte, Sachsen
KuBa Jena, Spielstätte, Thüringen
Gewölbe, Spielstätte, Nordrhein-Westfalen
Spartacus, Spielstätte, Brandenburg
Kunst!Rasen, Festival, Nordrhein-Westfalen
Kulturzentrum BÜZ, Spielstätte, Nordrhein-Westfalen
Fleur, Spielstätte, Baden-Württemberg
Goethebunker, Spielstätte, Nordrhein-Westfalen
Buddel Jungs Bar, Spielstätte, Niedersachsen
Distillery, Spielstätte, Sachsen
Heizhaus Himmelfahrt Festival, Festival, Thüringen
Zauberberg Passau, Spielstätte, Bayern
Musikbunker Aachen, Spielstätte, Nordrhein-Westfalen
Altstadtschmiede, Spielstätte, Nordrhein-Westfalen
hEimWeRTs Kleinkunst Festival, Festival, Brandenburg
asta Rosenheim, Spielstätte, Bayern
TARMAC Festival, Festival, Sachsen-Anhalt
soku, Spielstätte, Rheinland-Pfalz
Siebenhitze, Spielstätte, Thüringen
Tresor.WestSpielstätteNordrhein-Westfalen
Lila Eule, Spielstätte, Bremen
Café Wagner, Spielstätte, Thüringen
Bei Chez Heinz, Spielstätte, Niedersachsen
Mit Dir Festival, Festival, Brandenburg
Sägewerk Festival, Spielstätte, Brandenburg
Gerberstraße 3, Spielstätte, Thüringen
FreeFlow Festival, Festival, Baden-Württemberg
Blitz Club, Spielstätte, Bayern
Kulturknoten Karo, Spielstätte, Bremen
Club Atomino, Spielstätte, Sachsen
Hafen 49, Spielstätte, Baden-Württemberg
Krümmer, Spielstätte, Rheinland-Pfalz
Westhafen, Spielstätte, Sachsen
Rakete, Spielstätte, Baden-Württemberg
Goldener Reiter, Spielstätte, Bayern
Schrotty.CultureSpielstätte, Nordrhein-Westfalen
Zwischenbau Rostock, Spielstätte, Mecklenburg-Vorpommern
Hafenbahnhof, Spielstätte, Hamburg
CoSy Festival, Festival, Sachsen-Anhalt
Desertfest, Festival, Berlin
umBaubar, Spielstätte, Niedersachsen
Tresor Club Berlin, Spielstätte, Berlin