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Schwenkow will mit 100 Millionen Live-Gruppe aufbauen

Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Ufenau Capital Partners und der einstige DEAG-Vorstandsvorsitzende Peter Schwenkow wollen gemeinsam eine europäische Unternehmensgruppe im Bereich Live- und Family-Entertainment etablieren. Dafür sind bis zu 100 Millionen Euro Eigenkapital für Beteiligungen und weitere Akquisitionen vorgesehen.

Ufenau will den Aufbau als Investor und Mehrheitsgesellschafter begleiten und prüft bereits erste Beteiligungsmöglichkeiten. Für geeignete Beteiligungen und weitere Akquisitionen kann Ufenau laut eigenen Aussagen über die kommenden Jahre insgesamt bis zu 100 Millionen Euro Eigenkapital bereitstellen. Ziel sei ist es, erfolgreiche mittelständische Veranstalter, Produzenten und Betreiber unter einem gemeinsamen Dach zusammenzuführen und gemeinsam mit ihren bestehenden Managementteams weiterzuentwickeln.

Die Unternehmen sollen dabei ihre unternehmerische Identität und operative Eigenständigkeit bewahren, heißt es aus Berlin. Ufenau und Schwenkow wollen in den kommenden Jahren „eine führende mittelständische Gruppe im europäischen Live- und Family-Entertainment-Markt entwickeln und freuen sich auf den Austausch mit Unternehmern, Managementteams und Beratern, die diese Entwicklung mitgestalten möchten“.

Schwenkow gehört zu den Initiatoren des Vorhabens und soll seine langjährige Branchenerfahrung, sein Netzwerk und seine M&A-Expertise in den Aufbau einbringen. Schwenkow wird die neue Gruppe führen und ihren strategischen Aufbau gemeinsam mit Ufenau vorantreiben. Perspektivisch soll auch die Grandezza Entertainment GmbH, die Schwenkow Ende 2025 der DEAG abgekauft hat, ein komplementärer Baustein der Gruppe werden. Schwenkow plant, seine Beteiligung an dem auf Show-, Circus- und Weihnachtsformate spezialisierten Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt einzubringen. Grandezza wird weiterhin von Schwenkow und dem Produzenten sowie langjährigen Circus-Roncalli-Geschäftsführer Thomas Schütte geführt.

„Der europäische Entertainment-Markt bietet eine Vielzahl hervorragend positionierter, häufig noch inhabergeführter Unternehmen“, sagt Peter Schwenkow. „Gemeinsam mit Ufenau wollen wir diesen Unternehmern und ihren Managementteams eine langfristige Entwicklungsperspektive innerhalb einer starken europäischen Gruppe bieten. Ufenau bringt dafür Kapital und umfassende Buy-&-Build-Erfahrung ein; ich werde meine Branchenkenntnis und mein Netzwerk beisteuern. Ralf Flore und ich kennen und schätzen uns seit unserer gemeinsamen Zeit bei der DEAG. Ich freue mich darauf, mit ihm und seinem Team nun ein neues Kapitel im europäischen Entertainment-Markt aufzuschlagen.“

Ralf Flore, Gründer und Managing Partner von Ufenau Capital Partners, kennt Peter Schwenkow seit mehr als 17 Jahren und hat bereits während seiner Zeit im Aufsichtsrat der DEAG eng mit ihm zusammengearbeitet: „Ich habe ihn dabei als außergewöhnlichen Unternehmer kennengelernt, der den Entertainment-Markt aus eigener operativer Erfahrung versteht und über Jahrzehnte erfolgreich Unternehmen aufgebaut und integriert hat.“

„Für Ufenau ist der Markt besonders spannend, weil er stark fragmentiert und von erfolgreichen, unternehmerisch geführten Gesellschaften mit etablierten Formaten und regionalen Marken geprägt ist“, so Flore weiter. „Innerhalb einer größeren Gruppe entstehen zusätzliche Möglichkeiten in der Vermarktung, im Ticketing, bei der Internationalisierung und in der Entwicklung eigener Inhalte. Unser Ziel ist es, diese Potenziale gemeinsam mit starken Managementteams zu erschließen, ohne die Identität und unternehmerische Kultur der einzelnen Unternehmen zu verlieren. Genau hier ergänzen sich Peters Branchenkenntnis und Ufenaus Erfahrung im Aufbau europäischer Unternehmensgruppen.“

Peter Schwenkow gründete 1978 die DEAG und veranstaltete seitdem Konzerte unter anderem mit David Bowie, Anna Netrebko, David Garrett und den Rolling Stones sowie Produktionen wie „Disney on Ice“. Darüber hinaus entwickelte er zahlreiche eigene Entertainment-Formate, prägte Häuser und Spielstätten wie die Varieté-Theater Wintergarten, Friedrichsbau und Apollo sowie die Berliner Waldbühne und setzte mehr als 60 Unternehmensübernahmen um. Im März 2024 übergab er zu seinem 70. Geburtstag den Posten als Vorstandsvorsitzender der DEAG an Detlef Kornett. Danach stand er dem Konzern noch einige Zeit als Berater zur Verfügung.