Der Ticketzweitmarkt entwickelt sich zunehmend zu einem unregulierten Parallelmarkt mit erheblichen Folgen für Fans und die gesamte Livebranche, schreibt ProMusik einleitend zu dem online verfügbaren Offenen Brief. Die angestrebte Regulierung durch die Politik soll dafür sorgen, dass „Fans, Künstler:innen und die Branche vor Wucher und Betrug geschützt werden“.
Den Offenen Brief unterzeichnet haben unter anderem die Toten Hosen, die Ärzte, Nina Chuba, AnnenMayKantereit, Johannes Oerding, Ikkimel, Thees Uhlmann, Bernd Stelter, Element of Crime, Kraftklub und Annett Louisan. K.I.Z, Beatsteaks, Deichkind, Einstürzende Neubauten, Stoppok ,Von Wegen Lisbeth, Feine Sahne Fischfilet, Provinz, Tocotronic, Glasperlenspiel | H-Blockx, Purple Schulz, Steffi Stephan und das „Zurück in die Zukunft“-Musical.
„Dass Einzelne sich auf Kosten der Fans bereichern, indem sie Tickets zu Wucherpreisen weiterverkaufen, wollen wir nicht mehr hinnehmen“, sagt Christopher Annen, Vorsitzender Pro Musik und Gitarrist bei AnnenMayKantereit). „Die Politik muss die Plattformen in die Pflicht nehmen, diese Praktiken zu unterbinden.“
Zudem haben zahlreiche Firmen aus der Livebranche den Brief unterzeichnet – darunter die Karsten Jahnke Konzertdirektion, KKT, Landstreicher Booking, All Artist Agency, Grand Hotel van Cleef, Tickettoaster, Reservix, Buback Tonträger, Extratours Live Entertainment, a.s.s. concerts & promotion, Krasser Stoff, TixforGigs – Fluffy Clouds, Chimperator Live GmbH | Selective Artists, Innsite Booking, 360artistmgmt.com – Timo Holstein, halle02 Heidelberg, Knust Hamburg – Live Club, No Hook, Mag Musik und Edition Zero.
Bei den Verbänden beteiligen sich unter anderem der Bundesverband Popularmusik, die Deutsche Jazzunion, unisono – Deutsche Musik- und Orchestervereinigung, FREO – Freie Ensembles und Orchester in Deutschland, die Bundesstiftung Livekultur, Music Declares Emergency Germany, Zentrum für populäre Musik – RockCity Hamburg, der Landesmusikrat NRW, der VUT, musicHHwomen, der Live Music Fund, popbastion.ulm, ImPuls Brandenburg – Landesverband für Soziokultur, Popularmusik & Festivals, VPBy, LAG Rock & Pop Rheinland-Pfalz, Aktion Musik, local heroes, Pop Office Bremen und das Feierwerk – Fachstelle Pop.
So wie LiveKomm und die Musikschaffendenverbände unterstützt auch der Deutsche Musikrat die Forderungen des Briefes: „Der Deutsche Musikrat fordert die Bundesregierung auf, zügig einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Spekulation mit Konzerttickets von gewerblichen Wiederverkäufern auf Kosten des Publikums, der Musiker:innen und der Veranstaltungswirtschaft unterbindet“, betont Antje Valentin, Generalsekretärin des Deutschen Musikrats. „Auch für den betrügerischen Handel mit gefälschten Tickets bedarf es dringend eines gesetzlichen Rahmens. Die Maßnahmen sind so klar wie überfällig: Dazu gehören das Veranstalterrecht auf Weiterverkaufskontrolle, eine Obergrenze von 25 Prozent Aufschlag bei gewerblichen Weiterverkäufen, das Verbot von Leerverkäufen, Bot-Verbot und Verbot falscher Identitäten, vollständige Transparenzpflichten und ein aktives Melde-, Abhilfe- und Haftungssystem von Plattformen.“
Der Offene Brief flankiert die gesellschaftliche Initiative aus BDKV, DFB, DFL, DOSB, Verbraucherzentrale Bund und Verbraucherzentrale Bayern, die bereits erreicht habe, dass Bundesjustizministerin Hubig Aktivitäten in ihrem Haus angekündigt hat. „Es bewegt sich etwas. Die Stimme zu erheben hat also Wirkung“, lassen die Verbände wissen.







