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BDKV will Kulturfrequenzen sichern

Der BDKV ist der Association of Professional Wireless Production Technologies (APWPT e.V.) als Fördermitglied beigetreten. Damit baut der Verband seine Zusammenarbeit mit zentralen Partnern im Einsatz für verlässliche Funkfrequenzen für Kultur und Veranstaltungen weiter aus.

Der Handlungsdruck sei konkret, teilt der BDKV mit. Denn die für drahtlose Mikrofone, In-Ear-Systeme und Produktionsfunk genutzten Funkfrequenzen sind eine zentrale Voraussetzung für funktionierende Live-Veranstaltungen. Ohne diese oft „Kulturfrequenzen“ genannten Frequenzen wären viele Produktionen technisch und wirtschaftlich nicht realisierbar.

„Gleichzeitig wächst der Druck auf das Spektrum. Vor allem die Bundeswehr, stationierte Streitkräfte und weitere öffentliche Stellen möchten es nutzen. In der letzten Allgemeinverfügung der Bundesnetzagentur wurde bereits ein Warnhinweis für 470 bis 608 MHz angebracht – ein großer Teil der Kulturfrequenzen ist nicht mehr störungsfrei nutzbar“, informiert der BDKV.

Solche Nutzungskonflikte können die Durchführung von Live-Events erheblich beeinträchtigen – von minutenlangen Unterbrechungen bis hin zum Veranstaltungsabbruch, warnt der Verband. „Betroffen sind alle, von den Arenen und Open-Air-Produktionen bis hin zu Clubs, Theatern und Konzertsälen. Und die Kultur steht hier nicht allein: von den Kirchen über die Messehallen bis zu Firmenevents oder Kongressveranstaltungen sind alle Publikumsveranstaltungen und sogar der Rundfunk an dieser Stelle bedroht.“

Der BDKV bringe sich aktiv in den politischen Dialog ein – unter anderem gegenüber Bundesregierung, Bundesnetzagentur und auf europäischer Ebene gemeinsam mit Partnern wie APWPT, der Initiative „save our spectrum“ und PEARLE*. Ziel sei ein langfristig verlässlicher Zugang zu den notwendigen Frequenzen sowie eine funktionierende Koordination zwischen den unterschiedlichen Nutzungen.

„Live-Veranstaltungen sind hochkomplexe Produktionen, bei denen viele technische, organisatorische und logistische Abläufe präzise ineinandergreifen müssen“, sagt BDKV-Geschäftsführer Johannes Everke. „Funkfrequenzen sind dabei ein zentrales Betriebsmittel und Rückgrat jeder Veranstaltung. Gleichzeitig schaffen unsere Veranstaltungen genau die Orte von Gemeinschaft und kultureller Teilhabe, die unsere Gesellschaft dringend braucht. Umso widersprüchlicher ist es, wenn diese Grundlage durch zusätzliche staatliche Nutzungsansprüche unter Druck gerät. Hier brauchen wir verlässliche und praxistaugliche Lösungen.“

Der APWPT-Vorsitzende Jochen Zenthöfer, freut sich, „den BDKV als starke Interessenvertretung der deutschen Live-Entertainment-Branche in die APWPT als Fördermitglied aufzunehmen und unsere Allianz auszubauen. Das ist gerade sehr wichtig, denn mit neuen behördlichen und gesetzlichen Regelungen drohen der Branche Verschlechterungen in der Frequenzausstattung für Funkmikrofone, In-Ear-Systeme und andere Werkzeuge. Eine solche Verschlechterung darf es nicht geben, dafür engagieren wir uns jetzt gemeinsam.“

BDKV-Mitglieder sind aktuell aufgerufen, Störungen im Frequenzbereich bei ihren Veranstaltungen zu dokumentieren und konkrete Fälle zu melden. Diese Praxiserfahrungen belegen den Handlungsbedarf und sollen bei der Entwicklung politischer Lösungen helfen, „damit Live-Bühnen nicht zum Funkloch werden“.