“Es geht mir darum, dass die Grundidee hinter einem popkulturellen Ereignis wie der c/o pop mit Festival samt Newcomer-Förderung und Branchenkongress auch weiterhin fortgeführt werden kann“, unterstreicht Norbert Oberhaus im Gespräch mit MusikWoche. Das gelte ebenso für die Arbeit des „unglaublich kreativen, leidenschaftlichen und über die Jahre zusammengewachsenen Teams“.
Als 2004 die einstige Popkomm aus Köln nach Berlin abwanderte, hob Norbert Oberhaus mit Ralph Christoph die heutige c/o pop aus der Taufe. 2025 kamen rund 1400 Besucher:innen zur Convention und über 30.000 zu den Veranstaltungen des Festivals. Die c/o pop verwandele Köln nun seit mehr als zwei Jahrzehnten in ein „pulsierendes Zentrum der Popkultur“, heißt es aus der Domstadt. Festival und Convention stünden „für Innovation, Haltung und Entdeckergeist – und dafür, Popkultur jenseits des Mainstreams für möglichst viele erlebbar zu machen“.
Bevor 2028 das nächste Jubiläum ansteht, will der 1961 geborene Norbert Oberhaus, der der Firma als Gesellschafter und Geschäftsführer erhalten bleibt, nun die unternehmerischen Weichen für die weitere Zukunft bei der cologne on pop stellen. Dazu schied bereits im Spätherbst 2025 der langjährige Anteilseigner Alexander Lacher (Piranha Media) aus dem Gesellschafterkreis aus.
Neu mit ins Boot holt Oberhaus zwei bekannte Gesichter aus der Kölner Szene: So steigt Mankel Brinkmann in die cologne on pop ein. Brinkmann ist Betreiber des Clubs Bahnhof Ehrenfeld (CBE), Mitbegründer der Konzert- und Künstleragentur Hush Hush, Vorstandsvorsitzender des bundesweiten Spielstättenverbands Livekomm und Vorstandsmitglied der Kölner Klubkomm.
Zudem kommt Ulrich Tanas mit an Bord, der die Geschicke der Agentur 2Bild TV.Events & Media lenkt. Tanas war unter anderem für Viva tätig und verantwortete über viele Jahre hinweg die Organisation der Electronic-Beats-Festivals.
Oberhaus, Brinkmann und Tanas agieren zunächst als gleichberechtigte Partner der cologne on pop, Brinkmann und Tanas verfügen zudem über eine Option auf Erstzugriff, wenn Oberhaus seinen Anteil später einmal veräußern möchte: „Wir haben hier eine gute Lösung gefunden“, meint Norbert Oberhaus.
Das gelte auch fürs operative Tagesgeschäft der c/o pop, die künftig von einem Dreigestirn gelenkt werden soll: Ralph Christoph als Verantwortlicher für die Convention und Elke Kuhlen als Festivalleiterin bleiben weiter in leitender Position mit an Bord, Carolin Jäger, die bislang das Marketing des Branchentreffs verantwortet hat, rückt im Anschluss an ihre Elternzeit ab dem 1. Juli.2026 mit in die Geschäftsleitung auf: „Diese Lösung aus dem Team heraus bedeutet Kontinuität für die Gesamtmarke c/o pop“, unterstreicht Oberhaus.
In der Mitteilung aus Köln wertet das Team von cologne on pop den Zusammenschluss nicht bloß als einen unternehmerischen Schritt, sondern vielmehr als „ein klares Bekenntnis zu Köln als Kulturstandort und zu einer Kreativwirtschaft, die gerade jetzt starke Stimmen und gebündelte Kräfte braucht“. Mit dem Einstieg von Hush Hush und 2Bild setze man „ein starkes Zeichen für die Stärkung und Weiterentwicklung der Popkultur – in Köln und darüber hinaus“.
„Bei der c/o pop zeigen wir schon immer Haltung“, unterstreicht Norbert Oberhaus in seinem offiziellen Statement. „Man kennt unsere Begeisterung für Neues und unsere Passion, neue Talente und Popkultur für möglichst viele erlebbar zu machen – und genau diese Ausrichtung wollen wir gemeinsam intensivieren und auf ein nächstes Level heben.“ Mit Hush Hush und 2Bild habe man nun „starke Kölner Partner an unserer Seite, die dieselbe Haltung und denselben Antrieb für Popkultur und Kreativwirtschaft teilen. Das ist ein wichtiges Signal – für die Gesamtmarke c/o pop und für Köln.“
Beide neuen Gesellschafter teilen die Überzeugung, dass die c/o pop als Plattform für Popkultur, Musikindustrie und Nachwuchsförderung eine einzigartige Rolle spielt – und wollen diese gemeinsam mit ihren jeweiligen Kompetenzen stärken und weiter ausbauen.
„Für uns ist die c/o pop nicht nur ein Festival und ein Branchentreff, sondern ein Leuchtturm – politisch, gesellschaftlich und kulturell“, kommentiert Mankel Brinkmann: „Gerade für Newcomer-Acts, die heute immer schwieriger ein neues Publikum erreichen, ist sie als Entdeckerplattform unverzichtbar. Genau hier wollen wir unsere Expertise einbringen, um Künstlerinnen langfristig zu begleiten und nachhaltig aufzubauen.“
Auch Ulrich Tanas steuert ein Statement bei: „Pop ist Kultur. Musik ist gesellschaftlicher Motor und wirtschaftlicher Faktor zugleich – und darf in ihrer Bedeutung nicht kleingeredet werden.“ Gerade jetzt, so unterstreicht Tanas, brauche es „starke Stimmen für die Kreativwirtschaft in all ihren Facetten“. Er verspricht: „Die c/o pop ist laut. Mit dem, was Hush Hush und wir als 2Bild mitbringen, wird sie noch lauter.“






