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Live Nation bestätigt Einigung mit US-Justizministerium

Einige Stunden nachdem Medien bereits über die Einigung im Rechtsstreit mit dem US-Justizministerium berichteten, bestätigte nun auch Live Nation die Meldungen. Allerdings bestreitet der Konzern, dass der Deal eine finanzielle Komponente enthalte. Dennoch legt man einen 280-Millionen-Dollar-Fund an, um mögliche künftige Vergleichssummen zu zahlen.

Die finanzielle Komponente vorneweg: Live Nation gibt in seiner Bestätigung der Einigung mit dem US-Justizministerium bekannt, dass diese keine Zahlung des Konzerns an das DOJ beinhalte. Zudem seien die Streitigkeiten mit einigen Staaten noch nicht ausgeräumt, für mögliche künftige Zahlungen legt man 280 Millionen Dollar in einem Fund zurück.

„Der heutige Tag markiert einen wichtigen Schritt zur Verbesserung des Konzerterlebnisses für Künstler:innen und Fans in den gesamten Vereinigten Staaten“, freut sich Michael Rapino, CEO Live Nation über die Einigung. Rapino führt weiter aus, dass man die eigens betriebenen Spielstätten künftig für alle Promoter öffne und ihnen erlaube, 50 Prozent der Tickets über eine andere Plattform als Ticketmaster anzubieten. Zudem bestätigt der CEO die 15-Prozent-Kappung für Servicegebühren der Promoter.

Darüber hinaus erklärte sich der Konzern bereit, seine 13 exklusiven Booking-Verträge mit Spielstätten auslaufen zu lassen, heißt es in einer Mitteilung.

Zuerst hatte das US-Magazin „Politico“ aus dem Axel-Springer-Konzern über die Einigung berichtet.

Bezüglich der Monopol-Vorwürfe im Ticketing erklärt man, die Unternehmenstochter Ticketmaster werde künftig sowohl exklusive als auch nicht-exklusive Deal anbieten und somit den Spielstätten die Entscheidung über die Formalitäten überlassen, wobei der Regierung gleichzeitig Möglichkeiten zur Minderung ihrer Bedenken eingeräumt würden, so Live Nation weiter.

Laut Michael Rapino habe Exklusivität nie eine entscheidende Rolle im Erfolg Live Nations gespielt. Vielmehr habe sich diese Exklusivität daraus ergeben, dass man das beste Produkt auf dem Markt anbiete, so der CEO.

Der Prozess zwischen dem DOJ und Live Nation wurde mit viel Spannung erwartet und startete letztlich am 2. März 2026. Im Kern sollte es um die Frage gehen, ob Live Nation nach der Fusion mit Ticketmaster im Jahr 2010 eine marktbeherrschende Stellung im US-Livegeschäft aufgebaut und diese in wettbewerbswidriger Weise genutzt hat. Das Justizministerium und die rund 40 beteiligten US-Bundesstaaten argumentierten vor dem Start, das Unternehmen kontrolliere mit seinen Aktivitäten in den Bereichen Konzertpromotion, Veranstaltungsstätten und Ticketing einen großen Teil der Wertschöpfungskette des Live-Geschäfts. So habe es Wettbewerber unter Druck gesetzt und sich durch exklusive Vereinbarungen strukturelle Vorteile gesichert.