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Kartellprozess gegen Live Nation geht weiter

Obwohl Live Nation sich mit dem Department of Justice auf einen Deal geeinigt hatte, muss sich der Livekonzern weiterhin mit der Klage von über 30 US-Bundesstaaten auseinandersetzen.

Nach der Einigung mit dem amerikanischen Justizministerium (DOJ) durfte Live Nation eine kurze Atempause einlegen, nun ging der Prozess der verbleibenden beteiligten US-Bundesstaaten am 16. März 2026 weiter. Arkansas, Nebraska und South Dakota schlossen sich dem Deal mit dem DOJ an, sind also nicht mehr Teil des Prozesses.

Michael Rapino, CEO Live Nation, bestätigte am 9. März 2026, dass man die eigens betriebenen Spielstätten künftig für alle Promoter öffne und ihnen erlaube, 50 Prozent der Tickets über eine andere Plattform als Ticketmaster anzubieten. Zudem bestätigt der CEO die 15-Prozent-Kappung für Servicegebühren der Promoter. Darüber hinaus trenne man sich von 13 Spielstätten.

Anders als zunächst von einigen Medien kolportiert, muss Live Nation allerdings zunächst keine Vergleichssumme an das DOJ zahlen. Jedoch verkündete der Konzern, man haben einen Fund über 280 Millionen Dollar eingerichtet um auf mögliche künftige Vergleichszahlung vorbereitet zu sein.

Der Prozess ging zunächst mit der Beweisaufnahme weiter, so wurde laut Medienberichten unter anderem Jay Marciano, CEO AEG Presents, in den Zeugenstand gerufen. Das Tochterunternehmen der Anschutz Entertainment Group dürfte in den USA einer der größten Konkurrenten von Live Nation sein. Weitere Namen auf der Liste der Zeugen sind unter anderem Michael Rapino und der bekannte Musiker und Trump-Supporter Kid Rock.

Einem Antrag von Live Nation, interne Slack-Nachrichten aus dem Beweismaterial zu entfernen, lehnte der vorsitzende Richter Arud Subramanian ab. In ebenjenen Nachrichten soll ein Mitarbeiter von Ticketmaster mit Bezug auf VIP-Preise an einen Freund geschrieben haben: „I almost feel bad taking advantage of them“ und nannte die aufgerufenen Preise seines Arbeitgebers „outrageous“ und „so stupid“.