Der Juryentscheid steht fest: Aus 576 Bewerbungen haben sich 32 Künstler:innen und Bands durchgesetzt, die vom 27. bis zum 30. April 2023 auf der jazzahead! in Bremen zu hören sein werden – zusätzlich zu vier Commissioned Works. Neben diesen im Zentrum stehenden Kooperationen wird es im Rahmen der German Jazz Expo acht weitere Showcase-Konzerte geben, zudem Overseas Showcases mit ebenfalls acht Konzerten sowie European Showcases mit 16 Konzerten.
„Ich glaube, dass wir wieder ein hoch spannendes, sehr abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt haben“, sagt Sybille Kornitschky, die Projektleiterin der jazzahead! Fachmesse.
Die 576 Bewerbungen stammten aus insgesamt 45 Ländern. Die künstlerischen Leiter der jazzahead! und die vier internationalen Jurys, bestehend aus Programmverantwortlichen von Festivals und Clubs stellten daraus ein Ranking und eine entsprechende Shortlist auf. „Es hätten viel mehr verdient als die, die es nun werden“, sagt Kornitschky, „das Niveau war insgesamt wieder sehr hoch – und leider hat es dadurch auch wieder viele Enttäuschungen gegeben.“ 17 der Länder sind nun in den Showcases mit ihren Acts vertreten.
Das Programm stehe einmal mehr für große Vielseitigkeit, wobei die Bandbreite noch größer sei als in den Vorjahren, heißt es aus Bremen. „So findet sich in den 36 Showcase-Acts in der Tat alles, was – neben dem, was gemeinhin als Jazz gilt – in Beziehung zum Jazz steht, ob Folk, Weltmusik, Rock oder Elektro.“
„Es haben sich viele Großensembles beworben“, merkt Uli Beckerhoff an, gemeinsam mit Peter Schulze der künstlerische Leiter der jazzahead!. Gleich drei von ihnen hätten es alleine in der German Jazz Expo in die Shortlist geschafft – „und dabei sind alle sehr unterschiedlich, zwischen sehr freien Arrangements und sehr genauen Orchestrierungen.“ Man sei zudem entsprechend der eigenen Vorgabe näher an die stilistischen Ränder gerückt, so die künstlerischen Leiter. Stellvertretend sei dafür die deutsche Band Conic Rose zu nennen, sagt Beckerhoff: „Die sind mit ihrem Pop-und Elektro-Mix jazzig und zugleich fein strukturiert, sehr freigeistig und doch gut durchdacht.“
Es sei auch gut, dass die bisherigen geographisch definierten Programm-Module nun offener gestaltet werden, betont Peter Schulze, denn: „Wie will man etwa einen kubanischen Musiker einordnen, der in Spanien lebt und arbeitet oder auch die vielen afrikanischen Musiker:innen, die in Frankreich ihren Lebensmittelpunkt haben. Jazz ist einfach geografisch nicht in Grenzen zu fassen.“





