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Holger Hübner sieht Wacken als Underground

Im Gespräch mit MusikWoche erklärt Wacken-Veranstalter Holger Hübner, warum das Wacken Open Air im Vergleich zu anderen Festivals beim Sponsoring zurückbleibt. Zudem macht er sich Sorgen, dass zu wenig gute Bands nachkommen.

Im Gespräch mit MusikWoche erklärt Wacken-Veranstalter Holger Hübner, warum das von ICS veranstaltete Wacken Open Air im Vergleich zu anderen Festivals beim Sponsoring zurückbleibt. Zudem macht er sich Sorgen, dass zu wenig gute Bands nachkommen.

Wie wichtig ist der Metalmarkt?

Medial betrachtet, ist Metal nach wie vor eine Nische. Das merkt man in Wacken etwa daran, dass wir im Vergleich mit anderen Festivals wie Rock am Ring oder Hurricane/Southside trotz unserer starken TV-Präsenz bei den Sponsoring-Einnahmen weit hinter diesen Festivals liegen. Denn für die meisten Marken ist Metal immer noch ein Nischenthema, das nicht so viele Menschen erreicht wie der Mainstream.

Wo steht da das Wacken Open Air?

Wir sehen und bezeichnen Wacken ganz bewusst als „Underground“, auch wenn beim ewigen Streit, welche Band nun schon Kommerz oder noch Underground ist, jeder für sich eine Antwort finden muss. Ich entsinne mich noch gut an eine Zeit, als Nightwish von vielen als „kommerziell“ kritisiert wurden. Das hat sich heute glücklicherweise geändert. Bei uns im Forum regelt sich das von allein: Wenn da eine Band als zu kommerziell abgetan wird, gibt es sogleich Widerspruch, dass man doch froh sein sollte, dass es eine Band geschafft hat, erfolgreich zu sein.

Wie schätzen Sie die aktuelle Lage ein?

Beim Festival bekommen wir ja aus erster Hand mit, wie schwierig die Lage draußen ist. Weil die Verkaufszahlen so niedrig sind, leben die Bands nur noch vom Livegeschäft und vom Merchandise – und wollen meistens zwei- oder dreimal im Jahr touren, was irgendwann auch nicht gut gehen kann. Glücklicherweise läuft das Livegeschäft. Auch die Metalfestivals funktionieren – egal ob das kleine Events sind oder Großfestivals wie wir. Wir hatten in diesem Jahr eine Ticketpreiserhöhung. Dennoch war das Festival fast genauso schnell wie im Vorjahr ausverkauft. Von daher ist das ein Jammern auf hohem Niveau.

Im vollständigen Interview lesen MusikWoche-Abonnenten in MusikWoche Heft 34, im Livepaper und auch, welche Auswirkungen der zunehmende Wettbewerb im Festivalmarkt auf Wacken hat und warum das Ausbleiben guter, junger Bands die Hauptsorge Hübners ist.