Bei der 18. Ausgabe des Nachwuchspreises Krach+Getöse wurden am 9. Juli 2026 Chinyere, Loma Reqs, Nvcht, Schluma und Shitshow ausgezeichnet. Die fünf Acts gingen aus 170 Bewerbungen hervor, aus denen die Jury zunächst 25 Finalist:innen auswählte.
Moderiert wurde die Show von Nebou N’Diaye von Bangerfabrique sowie Didine van der Platenvlotbrug. In der Jury wählten Demian Kappenstein von Ätna, Philo Tsoungui, Mariybu, Max Richard Leßmann und Vandalisbin die Sieger:innen aus. Live spielten Bambita, Lina-Mariah sowie That Fucking Sara.
Jede der fünf ausgezeichneten Acts erhält 2500 Euro Preisgeld sowie ein Supportprogramm mit Konzert- und Festivalslots, Beratung, Coaching, Studiosessions und internationalen Showcases. Als Kooperationspartner sind unter anderem das c/o pop Festival, die Elbphilharmonie, das MS Dockville, das Reeperbahn Festival und The Great Escape Festival dabei. Neu hinzu kommt in diesem Jahr das Gut.Mood Festival.
Seit 2009 zeichnet Krach+Getöse Hamburger Nachwuchsacts aus. Insgesamt nahmen bislang 90 Preisträger:innen den Award mit nach Hause, 115 Juror:innen wirkten bei der Auswahl mit, 121.000 Euro Preisgeld wurden vergeben und 4000 Bewerbungen gehört.
Andrea Rothaug, Geschäftsführerin von RockCity Hamburg, sieht den Preis als Statement für langfristigen Künstler:innenaufbau, wie sie gegenüber MusikWoche äußert. Der Award stünde „für eine Community, die sich mehr und mehr zusammenschließt, um gemeinsam die Herausforderungen des Arbeitsmarktes zu gestalten“.
Für Rothaug sei entscheidend, dass ein Nachwuchspreis nicht nur ein Moment sei, sondern ein wichtiger Baustein in der Karriere: „Klar, alter Hut, aber heute ist der Nachwuchs mitunter frischer, mutiger, lustiger, stärker, bunter, transparenter, zugänglicher und einfach topsüß. Wir können sagen: Das stimmt und die Förderung von neuen Musikschaffenden macht uns einfach einen Riesenspaß! Besonders, wenn ein Nachwuchspreis nicht einfach nur ein Moment ist, sondern ein wichtiger Baustein in der Karriere.“
Die Langlebigkeit des Preises führt Rothaug dabei auf eine bewusste Entscheidung zurück: „Eine Förderung von der Initiative Musik konnten wir uns über die 18 Jahre nicht leisten, denn wir brauchen hier wirklich Entwicklungsspielraum und Langfristigkeit, und darauf kann man bei punktueller Projektförderung einfach nicht setzen.“ Die kontinuierliche Finanzierung durch die Haspa Musik Stiftung und die inhaltliche Verantwortung durch RockCity Hamburg seien das tragende Modell geblieben.
Janna Prüßner, die bei der Haspa Musik Stiftung als Geschäftsführerin tätig ist, hebt hervor, dass allein 115 Juror:innen in 18 Jahren insgesamt 40.000 Minuten Hamburger Musik gehört hätten. 90 Preisträger:innen entwickelt zu haben, die bis heute erfolgreich Musik machen, bezeichnet sie als „starkes Stück“ und kündigt an: „Gemeinsam werden wir auch die nächsten Jahre neue Acts aus Hamburg erfolgreich machen.“
Und der typische Hamburger Sound? Den beschreibt Rothaug für MusikWoche wie folgt: „In den 18 Jahren bis heute haben die Fachjurys und das RockCity-Team so viel Pop aus Hamburg gehört wie kaum jemand hier. Es sind unglaubliche Songs dabei von höchster Qualität, extrem neuer Power, tiefsten Emotionen, großen Überraschungen bis einfach nur schrottig oder lustig. Im Jahr 2026 prägt den Hamburger Sound mehr Haltung, mehr Power und mehr Bandgefühl, der sich seit letztem Jahr hier in Hamburg wieder stärker entwickelt und auch so klingt.“






