Unter dem Thema „Who We Are, What We Stand For“ beinhaltete die Fachkonferenz des Europe Jazz Network (EJN) zudem ein öffentliches Showcase-Festival und bot Impulse für die europäische Musikszene. Erstmals fand das Jahrestreffen des Europe Jazz Network (EJN) in Deutschland statt. Gastgeber waren der Stadtgarten Köln, die Cologne Jazzweek und die Monheim Triennale, die in Kooperation mit dem EJN die Konferenz in Köln ausrichteten.
Unterschiedliche Gesprächs-, Diskussions- und Veranstaltungsformate widmeten sich den Werten, Aufgaben und Perspektiven der europäischen Jazzszene. Im Mittelpunkt standen Fragen nach der gesellschaftlichen Verantwortung, der internationalen Vernetzung sowie den Bedingungen, unter denen Jazz und improvisierte Musik heute entstehen, vermittelt und präsentiert werden.
Um den internationalen Fachteilnehmer:innen Einblicke in die aktuelle deutsche Musikszene zu vermitteln, bildeten Showcases mit 13 ausgewählten Formationen und insgesamt 50 Musiker:innen aus Deutschland einen festen Programmpunkt. Die Konzerte verteilten sich auf verschiedene Kölner Spielstätten, darunter der Stadtgarten, der Sartory-Saal und das Loft. Ein Großteil dieser Showcases wird im Frühjahr 2027 im Rahmen einer bundesweiten ARD Jazznacht von WDR 3 als Medienpartner ausgestrahlt.
„Ich freue mich, so viele glückliche und entspannte Gesichter von Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt gesehen zu haben. Der Zuspruch war überschwänglich“, sagt Reiner Michalke, Gründungsdirektor Stadtgarten Köln und Gründungsmitglied Europe Jazz Network. „Wir hatten uns vorgenommen, aus den Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte zu lernen und den Fokus auf ein hochwertiges Showcaseprogramm mit kurzen Wegen zu legen.“
Für die Kölner Jazzszene bot die Konferenz zudem die Gelegenheit zur Standortbestimmung im internationalen Kontext, wie Janning Trumann, Künstlerischer Leiter der Cologne Jazzweek, ausführt: „Der September hat eindrucksvoll gezeigt, welche Stärke und internationale Strahlkraft die Jazzstadt Köln heute besitzt: Mit dem 40-jährigen Jubiläum des Stadtgartens, einer erfolgreichen Cologne Jazzweek und nun der European Jazz Conference haben gleich drei bedeutende Ereignisse die Stadt geprägt. Sie stehen für eine lebendige, gewachsene Szene und unterstreichen zugleich, wie fest Köln inzwischen im internationalen Jazz verankert ist.“
Die Konferenz bot zudem den Rahmen für die Verleihung mehrerer Auszeichnungen. Der EJN Award for Adventurous Programming ging an das Jazzfestival Südtirol Jazzfestival Alto Adige. Mit dem EJN Award for Music & Community wurde die ukrainische Initiative Victory Beats ausgezeichnet, die Musikangebote für Kriegsversehrte und Veteran:innen entwickelt. Der erstmals in Zusammenarbeit mit dem Ukrainian Institute verliehene Ukrainian Jazz Prize ging an Hyphen Dash aus Kiew, verbunden mit einem Live-Konzert des vierköpfigen Ensembles.
Kornelia Vossebein, künstlerische Leiterin des Stadtgartens Köln, betont: „Besonders die jüngeren Kolleginnen und Kollegen, die zum ersten Mal in Köln und im Stadtgarten waren, zeigten sich begeistert, dass eine solche Spielstätte in der Mitte Europas existiert. Schließlich konnten wir hier auf den verschiedenen Bühnen des Hauses zeigen, wie aktuelle Musik heute präsentiert werden kann.“
Die zwölfte European Jazz Conference habe damit den internationalen Austausch gestärkt und zugleich die Vielfalt und Innovationskraft der deutschen und europäischen Jazz- und Improvisationsszene sichtbar gemacht. „Mit ihrem umfangreichen Konferenz- und Showcase-Programm brachte sie Akteure aus 38 Ländern zusammen und schuf Raum für Diskussion, Vernetzung und neue Kooperationen. Köln erwies sich dabei als weltoffener Treffpunkt für eine lebendige, solidarische und zukunftsorientierte Jazzgemeinschaft“, heißt es aus der Domstadt.
Die nächste Ausgabe der Konferenz steht ebenfalls bereits fest: 2027 wird die Stadt Alghero in Sardinien Gastgeber der 13. European Jazz Conference sein.






