Live

Dossier: Zehn Jahre c/o pop

Ende 2003 war klar: Die Popkomm, die in ihrem letzten letzten Jahr am Rhein nicht mehr viel Anlass zur Freude bot, zieht nach Berlin. Einige Kölner nutzten die Chance, um sich vom Konzept einer Musikmesse zu emanzipieren. Sie stellten mit dem Festival c/o pop und dem begleitenden Kongress ein Alternativprogramm auf die Beine.

Die Popkomm ist inzwischen sanft entschlafen. Doch Köln bleibt Köln, und ist auch weiterhin Sommer für Sommer eine Reise wert. Und dank eines Programms, das im Festival- wie im Kongress – bereich seine bekannten Stärken souverän ausspielt und dabei mutig in viele Richtungen über den Tellerrand blickt, können die Veranstalter der c/o pop nun im Jubiläumsjahr zur zehnten spannenden Ausgabe des Branchenmeetings einladen. Im Livebereich haben die c/o-pop-Macher schon immer ein gutes Gespür bewiesen, indem sie interessante Acts vor deren Durchbruch für Auftritte beim Festival gewannen. Und obwohl sie 2004 im ersten Jahr eigentlich „Deutschlands erstes Großstadtfestival für elektronische Musik“ machen wollten, zählten schon damals die schottische Formation Franz Ferdinand und die französische Band Phoenix zu den Publikumsmagneten der c/o pop, die zunächst noch über drei Wochenenden stattfand. Später kamen unter anderem Janelle Monáe oder Philipp Poisel nach Köln. Aber auch die Jubiläumsfeier zur 100. Veröffentlichung des Kompakt-Labels stand schon 2004 auf dem Programm – 2013 nun zelebriert die Kompakt-Familie ihr 20. Firmenjubiläum. Außerdem bot das Themenspektrum der Kongressveranstaltungen stets genug Raum für Vorträge und Diskussionen zwischen Tagesgeschäft und Zukunftsvision, fürs Aufeinandertreffen von Kreativwirtschaft und Netzkultur sowie für den auch dank der wechselnden Regierungen in Nordrhein-Westfalen stets aktuellen Schulterschluss zwischen Pop und Politik. Das alles schlug sich im Lauf der Jahre im wachsenden Zuspruch seitens der Zuschauer und Teilnehmer nieder: Zum ersten Kongress im Umfeld der c/o pop – der 2004 noch unter dem Namen mem – music entertainment media lief – versammelten sich Mitte August laut Veranstalterangaben nahezu 600 Teilnehmer in Köln, bei der neunten Aus – gabe der inzwischen als C’n’B – Creativity & Business Convention firmierenden Veranstaltung waren es 2012 rund 1000 Fachbesucher. Zu den Konzerten der c/o pop kamen bis zu 35.000 Besucher; das Festival hat sich inzwischen als feste Größe im Veranstaltungskalender etabliert. An den fünf Festivaltagen stehen dieses Jahr unter anderem am 20. Juni Auftritte von OK Kid, We Were Promised Jetpacks oder der Apparat-Band auf dem Programm; am 21. Juni Konzerte von Sizarr, When Saints Go Machine, von DJ Koze und Matias Aguayo im Rahmen der Feierlichkeiten zum 20. Kompakt-Jubiläum; am 22. Juni präsentieren Nils Frahm und Peter Broderick im kleinen Sendesaal des WDR mit „A Tribute To Music For Airports“ ihre Hommage an Brian Eno. Am Festival-Sonntag stehen schließlich unter anderem Efterklang und Lukas Graham auf den Kölner Bühnen. Kooperationen des c/o-pop-Festivalnetzwerks Europareise mit Taiwan, Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Frankreich und Polen sorgen zudem dafür, dass sich Acts aus diesen Ländern in Köln präsentieren können. Erstmals zu Gast bei c/o pop ist eine Band aus Israel; Künstler aus Mexiko, Kolumbien und Argentinien sorgen für internationales Flair im Programm. Im Umfeld des Festivals finden zudem zahlreiche Events unter dem Motto „Off c/o pop“ statt, die nicht von den Festivalmachern selbst ausgerichtet werden: Darunter finden sich ein Labelabend von Traum Schallplatten am 21. Juni und am 22. Juni ein Abend mit dem Labelinhaber Henry Storch zum 25. Jubiläum von Unique Records.

Neugierig?

Jetzt als Abonnent anmelden und weiterlesen.

Du hast noch kein Abo? Dann hol dir jetzt das Digitalabo für nur 39,90 Euro pro Monat.

Anmelden