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Dossier: Eurosonic Noorderslag 2013 – Musik ohne Grenzen

Die 27. Ausgabe des niederländischen Showcasefestivals Eurosonic Noorderslag ging am 12. Januar 2013 in Groningen zu Ende und wartete mit neuen Rekorden auf: Die Zahl der Fachbesucher stieg von 3150 auf 3250 und die der regulären Festivalgänger von 33.000 auf 35.000. Damit waren beide Bereiche ausverkauft.

Zum EBBA-Jubiläum unterstreicht die EU ihr M Zum zehnten Mal gingen am 9. Januar die Euro – pean Border Breaker Awards (EBBAs) über die Bühne, die seit fünf Jahren im Rahmen von Eurosonic Noorderslag stattfinden, nachdem die Preisverleihung ab 2004 zunächst auf der Midem vorgenommen wurde. Die Auszeichnungen, die für außerhalb ihres Heimatterritoriums erfolgreiche Künstler und deren Debütalben verliehen werden, standen bereits vorab fest, lediglich den Public Choice Award gab das Moderatorenduo Jools Holland und Birgit Schuurman am Abend bekannt: Die Teilnehmer der Online-Abstimmung entschieden sich für das französische DJ-Quartett C2C. Bei der noch aufwendiger als in den Vorjahren produzierten Show, die live auf YouTube übertragen wurde und allen EBU-Partnern zur Verfügung steht, traten Juan Zelada, French Films, Nabiha, Dope D.O.D., Amor Electro, C2C und Ewert And The Two Dragons live auf. Mit Katie Melua und Alphabeat spielten zwei Acts, die bei früheren EBBA-Ver – leihungen erfolgreich waren. In ihrer einleitenden Rede erklärte Ann Branch, zuständig bei der EUKommission für das Kulturprogramm der EU, Musik aus Europa hätte es verdient, mehr gehört und besser beworben zu werden. „Wir sind sehr stolz, dass wir seit zehn Jahren die EBBAs unterstützen. Veranstaltungen wie diese haben kulturellen, ökonomischen und gesellschaftlichen Nutzen.“ Denn Zwei deutsche Festivals holten Preise ab Bei den vierten European Festival Awards (EFAs), die am späten Abend des 9. Januar direkt im Anschluss an die EBBAs ebenfalls im De Oosterport in Groningen verliehen wurden, gingen zwei Preise an deutsche Festivals. Das Saar brücker Festival Electro Magnetic erhielt einen Award in der Kategorie Best New Festival. Als Veranstalter zeichnet Presented For People verantwortlich: Das Team um Thilo Ziegler steckt auch hinter dem Festival Rocco Del Schlacko. Zweiter deutscher Preis – träger wurde das Doppelfestival Rock am Ring/Rock im Park. Das von der Marek Lieberberg Konzertagentur ausgerichtete Festival erhielt eine Trophäe für das beste Line-up bei einem europä – ischen Festival. Lieberberg-Booker Ioannis Panagopoulos verlas eine Dankesrede des Festivalmachers André Lieberberg. Abgestimmt über die meisten Preise hatten die Festivalbesucher in ganz Europa. Demnach soll eine Million Teilnehmer die EFA-Sieger bestimmt haben. Der britische Anwalt Ben Chalis, der unter anderem für das Glastonbury Festival arbeitet und die Skoda Agency leitet, führte mit viel britischem Humor durch den Abend. Das Liveprogramm bestritten Jake Bugg, Bernhoft und C2C. Zu den Höhepunkten der Ver – leihung gehörte die Vergabe des Lifetime Achievement Awards an den belgischen Veranstalter Herman Schueremans, der als CEO Live Nation Belgium tätig ist. Er bedankte sich bei der bel – gischen Regierung, die einst „nicht in Kriegs – spielzeuge, sondern in Kultur investiert und damit eine reichhaltige Festivallandschaft in dem kleinen Land“ geschaffen habe. Auch in der Musik – industrie gehe es nicht zuletzt um kulturellees sei die Musik, die Menschen zusammenbringe. „Und das brauchen wir in Zeiten wie diesen.“ Für Ann Branch sind die Awards eine Herzensangelegenheit, wie sie im Gespräch mit MusikWoche erklärt: „Die EBBAs bergen ein riesiges Potenzial für die Künstler, die wir auszeichnen. Zudem hat der Preis auch eine symbolische Bedeutung, weil er zeigt, wie wichtig es ist, in Kultur zu investieren.“ Die EU steckt pro Jahr 360.000 Euro Fördergelder in den Preis, das seien ungefähr 60 Prozent des Gesamtbudgets der Veranstaltung. Die Awards sollen dabei eine Diskussion in der Musikindustrie wie auch bei den Fans anstoßen, warum es noch immer so schwer ist, als Band jenseits der nationalen Grenzen in Europa erfolgreich zu sein. „Wir erleben derzeit zwei Trends auf dem Kontinent“, sagt Ann Branch: „Zum einen konsumieren die Leute sehr stark nationale Produkte, das andere Extrem sind die ziemlich kommerziellen Veröffentlichungen aus den USA und Großbritannien. Daran ist nichts falsch, aber es fehlt ein verbindendes Element in der Mitte. In diese Lücke wollen wir mit den Künstlern stoßen, die wir mit den EBBAs, aber auch mit anderen Musikförderprogrammen wie den Bandaustauschprogrammen ETEP und CEETEP fördern.“ So habe die EU dem 2012 gestartete Central & Eastern Europe Talent Exchange Programme (CEETEP) für fünf Jahre 2,1 Millionen Euro Fördergelder zur Verfügung gestellt. Dietmar Schwenger Erziehung: „Wir helfen den Leuten, das Leben zu genießen.“ Der erstmals vergebene Preis für Festivals, die einen „signifikanten Beitrag zur Nachhaltigkeit“ geleistet haben, ging an das französische Festival We Love Green. Als Laudator fungierte Holger Jan Schmidt von der Bonner Konferenz GreenEvents Europe.

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