Den Kern der Veranstaltung am 18. Juni 2026 in Pirna/Sächsische Schweiz bildete ein parlamentarisches Podium. Bei diesem diskutierten Martin Dulig (SPD), Oliver Fritzsche (CDU), Thomas Löser (Bündnis 90/Die Grünen) und Luise Neuhaus-Wartenberg (Die Linke) gemeinsam mit Felix Buchta vom Objekt Klein A aus Dresden und Anja Jurleit vom Atomino Chemnitz.
Moderiert wurde das Gespräch von der Leipziger Autorin und Journalistin Greta Taubert. Ein zentrales Thema war die laufende Novellierung des Sächsischen Kulturraumgesetzes. Dulig sprach sich dafür aus, Clubkultur dort explizit zu verankern, „um damit das Signal in die Kulturräume zu geben, dass wir das wollen“.
Aus der Szene machte Buchta den strukturellen Kern des Problems deutlich: „Clubs finden in politischen und administrativen Strukturen nicht statt. Wir passen nicht in eine Schublade. Clubkultur gehört in die Mitte des politischen Diskurses und nicht an den Rand.“
Jurleit verwies auf die Bedeutung kleiner Spielstätten für die gesamte Livemusikbranche: „Die großen Bandgeschichten beginnen in kleinen Clubs. Es wird für uns immer schwerer, Touren und Konzerte zu spielen, weil die Vorverkäufe stagnieren und Konzerte abgesagt werden.“
Neben der politischen Debatte präsentierten Vertreter:innen aus der Praxis konkrete Entlastungsmodelle für den Clubbetrieb: den Live Music Fund der Bundesstiftung LiveKultur, den FairTix-Clubeuro von TixforGigs sowie das Energie- und Effizienzmodell des Berliner Klunkerkranich.
Felix Grädler von der Bundesstiftung LiveKultur warnte dabei vor den Folgen schwindender Diversität: „Zuerst verschwindet die musikalische Vielfalt, bevor dann der Club verschwindet. Und den wieder zurückzuholen, ist heute fast unmöglich.“
Das Forum fand in Kooperation mit der Live Initiative Sachsen (LiSA) statt und wurde von Stadt Nach Acht sowie dem Regionalverband Wir Gestalten Dresden unterstützt. Organisiert hat es das Büro für Popkultur und Musik Sachsen. Auf dessen Website soll bald eine Videoaufzeichnung des Podiums erscheinen.






