Obwohl die Führungsspitze von Vivendi Universal (VU) einen Verkauf seiner Unterhaltungssparte an das von Ölmogul Marvin Davis geführte Investorenkonsortium abgelehnt hat, scheint eine Einigung zum Jahresanfang 2003 doch noch möglich. In einer Presseerklärung bestätigte der 77-jährige Davis sein 20-Milliarden-Dollar-Angebot und sagte, er wolle weiterhin mit VU verhandeln. Angeblich befindet sich Davis schon seit September in Gesprächen mit der Pariser Konzernzentrale. Im Januar wollen sich die Beteiligten erneut an einen Tisch setzen. In Branchenkreisen heißt es, dass die Übernahme danach nur noch eine Sache von drei bis vier Monaten sei. Davis erklärte: „Wir finden, dass unser Angebot den vollen und einen fairen Wert für die Assets darstellt. Und die Reaktion von Vivendi Universal war positiv.“ Zudem kündigte Davis an, dass im Falle eines Zustandekommens des Deals das Management von Vivendi Universal Entertainment (VUE) unter Brian Mulligan umgebaut werden soll. Mulligan war zuletzt neun Monate lang Chef von Fox Television und davor zehn Jahre für Universal tätig. Die Posten von Ron Meyer (VUE) und Doug Morris (Universal Music Group) sollen dabei aber unangetastet bleiben. Beobachter gehen davon aus, dass sich VU bis Januar Bedenkzeit erbeten hat, um das Ergebnis in der Cegetel-Frage abzuwarten. Bis zum 10. Dezember hat VU-Chef Jean-René Fourtou noch Zeit, sich das lukrative Mobilfunkgeschäft im Kampf gegen Vodafone zu sichern. Sollte dieser Plan scheitern, wird die Konzernspitze ihr Engagement im Mediengeschäft neu überdenken müssen.
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