“Anora“ feierte einen goldenen Abend. Fünf Academy Awards gingen an den Palme d’Or-Gewinner über eine Sexarbeiterin, die einen russischen Oligarchensohn heiraten will. Regisseur Sean Baker gewann alleine vier Preise für „Bester Film“, „Beste Regie“, „Bester Schnitt“ und „Bestes Originaldrehbuch“, ein Rekord für eine einzelne Persönlichkeit bei der Oscarverleihung, und ein Sieg für das Independentkino (und den US-Verleih Neon). Studiotitel spielten nur in den technischen Kategorien eine Rolle.
Trotz vieler Nominierungen an deutsche Mitwirkende erhielt nur Gerd Nefzer eine Auszeichnung für seine Special Effects in „Dune: Part Two“. Er erhielt seinen dritten Goldjungen nach Statuen für „Blade Runner 2049“ und „Dune“.
Der Abend kam größtenteils ohne große Überraschungen aus. Mit dem Erfolg von Mikey Madison („Anora“) als beste Hauptdarstellerin haben dann doch eher Wenige gerechnet. Sie stach die Favoritin Demi Moore aus. Außerdem gewann Gints Zilbalodis mit dem Animationsfilm „Flow“ den ersten lettischen Oscar aller Zeiten mit der ersten Nominierung des baltischen Landes.
„Der Brutalist“ gewann insgesamt drei Oscars. Die restlichen Auszeichnungen verteilten sich relativ ausgeglichen. „Emilia Pérez“, der 13fach nominiert war, und „Wicked“ gewannen je zwei Preise genauso wie Denis Villeneuves „Dune: Part Two“. Jacques Audiards erstgenannter, wilder Genremix hatte durch die Negativpresse über rassistische Tweets der Hauptdarstellerin Karla Sofia Gascon gelitten. Aber Zoe Saldana wurde wie erwartet als beste Nebendarstellerin gewürdigt, bester Nebendarsteller wurde Kieran Culkin für „A Real Pain“. Edward Bergers „Konklave“ gewann bei acht Nominierungen lediglich einen Preis für das beste adaptierte Drehbuch von Peter Straughan.
Host Conan O’Brien umging kontroverse Themen. Bei vergangenen Verleihungen hatte man mehr die US-Politik bzw. Trump in den Fokus genommen. Bei ihrem Erfolg sprachen Yuval Abraham & Basel Adra, die im letzten Jahr schon bei der Berlinale mit „No Other Land“ für Aufruhr sorgten, zumindest die politische Lage im nahen Osten an und forderten mehr Solidarität zwischen Israelis und Palästinensern. Adrien Brody, der zum besten Hauptdarsteller für „Der Brutalist“ gekürt wurde, sprach sich gegen Antisemitismus aus. Als bester internationaler Film wurde Walter Salles „Für immer hier“ ausgezeichnet. Das emotionale Drama stach u.a. den deutschen Oscar-Kandiaten von Mohammad Rasoulof aus, „Die Saat des heiligen Feigenbaums“.
Alle Oscar-Gewinner im Überblick:
BESTER FILM: „Anora“
BESTE REGIE: Sean Baker („Anora“)
BESTES ADAPTIERTES DREHBUCH: Peter Straughan („Konklave“)
BESTES ORIGINALDREHBUCH: Sean Baker („Anora“)
BESTE HAUPTDARSTELLERIN: Mikey Madison („Anora“)
BESTE NEBENDARSTELLERIN: Zoe Saldana („Emilia Pérez“)
BESTER HAUPTDARSTELLER: Adrian Brody („Der Brutalist“)
BESTER NEBENDARSTELLER: Kieran Culkin („A Real Pain“)
BESTE KAMERA: Lol Crawley („Der Brutalist“)
BESTER SCHNITT: Sean Baker („Anora“)
BESTES KOSTÜM: Paul Tazewell („Wicked“)
BESTES MAKE-UP/HAIR-STYLING: Pierre-Olivier Persin, Stéphanie Guillon und Marilyne Scarselli („The Substance“)
BESTE AUSSTATTUNG: Nathan Crowley und Lee Sandales („Wicked“)
BESTE VISUELLEN EFFEKTE: Gerd Nefzer, Paul Lambert, Stephen James, Rhys Salcombe („Dune: Part Two“)
BESTER INTERNATIONALER FILM: „Für immer hier“
BESTER ANIMATIONSFILM: „Flow“
BESTER DOKUMENTARFILM: „No Other Land“
BESTER KURZFILM: „I’m Not a Robot“
BESTER KURZER ANIMATIONSFILM: „In the Shadow of the Cypress“
BESTER KURZER DOKUMENTARFILM: „The Only Girl in the Orchestra“
BESTER TON: Gareth John, Richard King, Ron Bartlett und Doug Hemphill („Dune: Part Two“)
BESTE MUSIK: Daniel Blumberg („Der Brutalist“)
BESTER SONG: „El Mal“ aus „Emilia Pérez“ (Musik: Clément Ducol, Camille; Text: Clément Ducol, Camille, Jacques Audiard)
Der Abend im Überblick in unserem Live-Ticker des Abends:
+++ 4:44 +++
„Anora“ wird auch bester Film. Fünf der sechs Nominierungen vergoldete der Gewinner der Palme d’Or.
+++ 04:41 +++
Meg Ryan und Billy Crystal dürfen den finalen Preis vergeben. Wer gewinnt den Oscar als bester Film?
+++ 04:36 +++
Und doch bleibt der Oscarabend nicht ganz ohne Überraschungen. Mikey Madison erhält den Oscar als beste Hauptdarstellerin!
+++ 04:29 +++
Kultregisseur Quentin Tarantino präsentiert die Kategorie „Beste Regie“. Er überreicht Sean Baker den dritten Preis des Abends für „Anora“. Er setzt sich in seiner Dankesrede für die Kinokultur ein. Zudem gratuliert er seiner Mutter zum Geburtstag.
+++ 04:22 +++
Auch hier keine Überraschung. Adrien Brody gewinnt seinen zweiten Oscar für „Der Brutalist“. In seiner Rede stellt sich Brody gegen Antisemitismus und Rassismus.
+++ 04:19 +++
„Oppenheimer“-Darsteller Cillian Murphy ist der Laudator für den Oscar für den besten Hauptdarsteller.
+++ 04:09 +++
Whoopi Goldberg und Oprah honorieren das Lebenswerk vom verstorbenen Komponisten Quincy Jones.
+++ 04:06 +++
Und geht leer aus. Daniel Blumberg wird für seine Arbeit an „The Brutalist“ geehrt.
+++ 04:05 +++
Mark Hammel präsentiert die Kategorie „Bester Score“. Volker Bertelmann ist für „Konklave“ nominiert.
+++ 03:57 +++
Er verliert den Oscar für den besten internationalen Film an Walter Salles und „Für immer hier“.
+++ 03:56 +++
Nun wird es spannend für Mohammad Rasoulof.
+++ 03:54 +++
In der Kategorie wird „Der Brutalist“ geehrt. Lol Crawley drehte den Film im Vistavison-Format.
+++ 03:50 +++
Es folgt der Oscar für die beste Kameraarbeit.
+++ 03:40 +++
Morgan Freeman gedenkt Gene Hackman. Es folgt das Memorium. Teil des Zusammenschnitts sind Kris Kristofferson, Maggie Smith, Donald Sutherland und abschließend David Lynch und James Earl Jones.
+++ 03:38 +++
Der niederländische „I’m not a Robot“ gewinnt den Preis für den besten Kurzfilm.
+++ 03:30 +++
Der erste deutsche Oscar des Abends geht an Gerd Nefzer. Für ihn ist es der dritte Academy Award nach den Statuen für „Blade Runner 2049“ und „Dune“. Er bedankt sich erst auf Deutsch und wird leider von der Bühne gespielt.
+++ 03:29 +++
Gewinnt Gerd Nefzer seinen nächsten VFX-Oscar?
+++ 03:27 +++
„Dune: Part Two“ gewinnt für den besten Sound.
+++ 03:22 +++
Die Feuerwehr von Los Angeles bekommt Standing Ovations für ihren Kampf gegen die Flammen im letzten Monat.
+++ 03:18 +++
Sicherlich bisher das größte politische Statement des Abends.
+++ 03:14 +++
Der Dokumentarfilm über die Situation im Westjordanland „No Other Land“ gewinnt seine Kategorie. Yuval Abraham und Basel Adra sprechen über eine „Besatzungssituation“ und „ethnischen Säuberungen“. Die Regisseure sprechen sich für einen Dialog zwischen Israelis und Palästinenser aus.
+++ 03:10 +++
„The Only Girl in the Orchestra“ gewinnt den Oscar für den besten Dokumentarkurzfilm.
+++ 03:03 +++
Zweiter Oscar für „Emilia Pérez“ und dem Song „El Mal“.
+++ 02:59 +++
Mick Jagger von den „Rolling Stones“ vergibt die Auszeichnung für den besten Originalsong.
+++ 02:57 +++
„Wicked“ gewinnt den Preis für das beste Produktionsdesign. Für den Film wurden massive Gebäudekonstruktionen erschaffen.
+++ 02:51 +++
2 Stunden sind rum. 12 Preise stehen noch aus.
+++ 02:45 +++
Und die Überraschung bleibt aus. Wie bei vorherigen Preisvergaben ist Saldana sehr gerührt.
+++ 02:42 +++
Die Kategorie „Beste Nebendarstellerin“ folgt. Alles andere als ein Sieg von Zoe Saldaña wäre eine Überraschung.
+++ 02:40 +++
Der Preis geht an „Anora“. Sean Baker, der auch den Film geschnitten hat, nimmt die zweite Statue des Abends an.
+++ 02:39 +++
„Konklave“ hat nun auch die Chance, für den besten Schnitt zu gewinnen.
+++ 02:25 +++
Halle Berry dankt Barbara Broccoli und Michael G. Wilson für ihre Arbeit am „James Bond“-Franchise, das nun Amazon übernimmt. Margaret Qualley tanzt zur ikonischen Bond-Melodie. Es folgt ein Medley der bekanntesten Bond-Songs.
+++ 02:22 +++
… und gewinnt.
+++ 02:21 +++
Es folgt bestes Make-up und Hairystyling. „The Substance“ ist der Favorit.
+++ 02:11 +++
Oscar für „Konklave“! Peter Straughan wird von Edward Berger in den Arm genommen. Straughan bedankt sich in seiner Dankesrede bei dem Wolfsburger.
+++ 02:09 +++
Sean Baker gewinnt den Oscar fürs beste Originaldrehbuch und schlägt damit die Crew von „September 5“. Baker ist auch für die beste Regie nominiert.
+++ 02:07 +++
Amy Poehler wird die Preise für die Drehbücher verleihen. Wir drücken Tim Fehlbaum und Moritz Binder die Daumen.
+++ 02:01 +++
Nach einer Stunde wurden vier Preise vergeben. Der Abend heute wird lang.
+++ 01:58 +++
Paul Tazewell von „Wicked“ sticht Christl aus.
+++ 01:53 +++
Jetzt wird es spannend für Lisy Christl. Gewinnt sie den Preis fürs beste Kostümdesign?
+++ 01:43 +++
Bester animierter Kurzfilm wird „In the Shadow of the Cypress“. Die Verantwortlichen sind 3 Stunden vor der Veranstaltung in LA gelandet. Die Iraner haben lange auf ein Visa gewartet.
+++ 01:41 +++
Der Lette Gints Zilbalodis gewinnt tatsächlich den Oscar für „Flow“!
+++ 01:38 +++
Goldie Hawn und Andrew Garfield sind die Laudatoren für den besten Animationsfilm.
+++ 01:30 +++
Kieran Culkin gewinnt den Oscar für den besten Nebendarsteller. Seine Frau hat ihm für den Oscar wohl ein viertes Kind versprochen.
+++ 01:28 +++
Robert Downey Jr. vergibt den Preis für den besten Nebendarsteller.
+++ 01:27 +++
Er schließt noch eine kurze Musicalnummer an. Highlight ist ein Dune-Wurm, der Klavier spielt.
+++ 01:24 +++
Conan schließt seinen Monolog mit einem Fokus auf die Wichtigkeit der Filmbranche ab. Sein diesjähriger Monolog fiel etwas zahm aus bei all den politischen und Branchenkontroversen.
+++ 01:22 +++
Adam Sandler wird wegen einem Verstoß gegen die „Kleidungsvorschriften“ „herausgeschmissen“. Natürlich nur ein Gag und eine Anspielung an die Regeln im Weißen Haus.
+++ 01:20 +++
John Lithgows enttäuschtes Gesicht soll zwischengeschnitten werden, wenn eine Dankesrede zu lange geht.
+++ 01:15 +++
Karla Sofía Gascón ist trotz der Twitter-Kontroversen bei der Verleihung. „Emilia Peréz“‚, der 13 fach nominiert wurde, wird deswegen wahrscheinlich nur wenig Preise gewinnen.
+++ 01:11 +++
Conan kritisiert in seinem Monolog zum Beginn die Uhrzeit des Starts der Verleihung. Als deutsche Zuschauer muss man dabei etwas die Augen verdrehen, wenn man um 01:00 Uhr in der Nacht vorm Fernseher sitzt.
+++ 01:09 +++
Host Conan O’Brian schlüpft in einer Bodyhorrorszene aus „The Substance“-Schauspielerin Demi Moore.
+++ 01:06 +++
Zuletzt singen beide „Defying Gravity“ aus dem Musical „Wicked“.
+++ 01:04 +++
Kollegin Cynthia Erivo folgt mit einer Gesangeinlage.
+++ 01:02 +++
„Wicked“-Star Ariana Grande singt „Somewhere Over the Rainbow“ aus „Der Zauberer von Oz“.
+++ 01:00 +++
Die Übertragung beginnt mit einer Hommage an Los Angeles. Eine Liebeserklärung an die Stadt nach den verheerenden Bränden.
+++ 00:58 +++
In 2 Minuten geht die Veranstaltung los.
+++ 00:56 +++
Volker Bertelmann hat, als er von seiner Nominierung erfuhr, beim Kochen einer Gemüsesuppe getanzt.
+++ 00:53 +++
Ralph Fiennes lobt Edward Berger für seine Regiearbeit. Stanley Tucci hat die Crew in Rom wohl häufiger zum Essen eingeladen.
+++ 00:39 +++
Die Autoren von „September 5“, Tim Fehlbaum und Moritz Binder, zeigen sich schon überglücklich über ihre Nominierung. Moritz Binder hat seine Dankesrede aber zu Hause gelassen. Mit einem Sieg rechnen die beiden wohl nicht.
+++ 00:29 +++
Laura Dern ist als Überraschungsgast und Begleitung von Isabella Rossellini Vorort. Rossellini trägt als Hommage an David Lynch ein Kleid in Blue Velvet.
+++ 00:23 +++
Sean Baker, Regisseur von „Anora“, bricht im Interview eine Lanze für das Independent-Kino.
+++ 00:17 +++
Steven Gätjen redet nun mit „Like a Complete Unknown“-Regisseur James Mangold. Auch spricht er über Timothée Chalamet. Dieser war wohl sofort bereit für die Rolle als Bob Dylan.
+++ 00:04 +++
Gerade steht Gerd Nefzer vor dem Mikrofon. Er könnte erneut für „Dune: Part Two“ gewinnen. Er wirkt relativ locker und sagte: „Wenn sie mir noch einen Preis geben wollen, dann nehme ich ihn gerne.“ Timothée Chalamet bezeichnete er als „dufter Typ“.
+++ 23:58 +++
Bisher ist der rote Teppich noch relativ leer. Vielleicht gehen viele Stars auch dieses Jahr über die Fastlane auf ihre Plätze.
+++ 23:48 +++
Auch nochmal viele Grüße an alle bei der Oscar-Party! Wir betreuen den Live-Ticker mit der Übertragung von ProSieben! Zurzeit spricht Steven Gätjen mit der „Gladiator II“-Schauspielerin Connie Nielsen auf dem roten Teppich vor dem Dolby-Theater. Wer spontan einschaltet, kann den Stream auch über Joyn schauen. Ab 1 Uhr überträgt auch Disney +.
+++ 23:00 +++
Gute Nacht! Wir freuen uns über alle Leser:innen, die hier hergefunden haben, um die Oscarnacht in Begleitung unseres Live-Tickers zu verbringen. Im Namen von Blickpunkt:Film kommentiert Damian Sprenger alles Wichtige, was in dieser Nacht passiert.
Wenn Sie sich, bevor es um 1 Uhr deutscher Zeit losgeht, noch für die Preisverleihung der Academy-Awards vorbereiten wollen, empfehlen wir unseren Oscar-Guide, in dem wir Sie über die Gewinnchancen der deutschen Vertreter und die wichtigsten Storys des Abends informieren
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