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Verband der Musikmanager wächst und stellt sich neu auf

Bereits zum vierten Mal trafen sich die Mitglieder des Interessenverbands Musikmanager & Consultants (IMUC) im Ostseebad Heringsdorf auf der Insel Usedom zu ihrem traditionellen Networking-Wochenende vom 11. bis 13. Februar. Same procedure as every year? Nicht wirklich.

Bereits zum vierten Mal trafen sich die Mitglieder des Interessenverbands Musikmanager & Consultants (IMUC) im Ostseebad Heringsdorf auf der Insel Usedom zu ihrem traditionellen Networking-Wochenende vom 11. bis 13. Februar. Same procedure as every year? Nicht wirklich.

Das fing schon mal mit dem Wetter an: Anders als in den Vorjahren war es richtig kalt; am Ostseestrand stapelten sich die Eisbrocken, so dass das „Anbaden“ am Montagmorgen ins Wasser fiel, um gleich mal mit einer schiefen Metapher aufzuwarten. Doch immerhin ließen sich drei tapfere Jogger vom Wetter nicht abhalten, ihren gut einstündigen Parcours bis zur polnischen Grenze und zurück zu absolvieren.

Und auch wenn es draußen kalt war, kühlte drinnen das Engagement der Teilnehmer an der insgesamt 14. IMUC-Jahrestagung nicht ab. Wie in den Vorjahren standen Fachvorträge, eine formelle Mitgliederversammlung, strategische Gespräche und Networking, aber auch ein festliches Dinner sowie sportliche Betätigungen wie das Eisstockschießen beim „IMUC-Usedom-Cup 2017“ auf dem Programm.

Über 50 Mitglieder und Gäste hatten die lange Anreise nach Usedom auf sich genommen, deutlich mehr als in den Vorjahren. „Wir freuen uns, dass wir 2016 eine ganze Reihe neuer Verbandsmitglieder begrüßen konnten“, sagte denn auch der IMUC-Vorsitzende Wolfgang Weyand (Weyand Entertainment). „Das zeigt uns, dass die Arbeit des IMUC stärker denn je wahrgenommen und als wichtig eingeschätzt wird.“

Einige der neuen Mitglieder waren auf Usedom dabei – wie zum Beispiel die Künstleragentin Tessy Schulz oder Ulli Schiller und Malik Al Badrik vom IMUC-Fördermitglied Abbey Road Institute (ARI), die im Workshop-Programm die Arbeit des ARI und Kooperationsmöglichkeiten vorstellten.

Nach dem Ausscheiden des bisherigen Vorstandsmitglieds Volker May wurde bei der Mitgliederversammlung ein Vorstandsposten mit dem Schwerpunkt internationale Beziehungen neu besetzt. Die Mitglieder wählten Patrick Oginski, der sich, wie er sagt, sehr auf „die spannende Aufgabe“ freut, „den Kontakt zu internationalen Managern zu halten und auszubauen. IMUC vereint mittlerweile ein beeindruckendes und vielschichtiges Potential aus Managern und Consultants der verschiedensten musikalischen Stile und Geschäftsmodelle. Dieses gilt es international weiterzutragen und neue Kooperationsmöglichkeiten für uns zu eröffnen.“

Außerdem beriefen die IMUC-Mitglieder Pino Brönner (Bam Bam Music) für den Bereich Kommunikation in den Vorstand: „IMUC hat die kritische Masse an Künstlerberatern und vertretenen Künstlern längst erreicht, um politisch gehört zu werden und weiter organisch zu wachsen. Unsere zentrale Aufgabe wird es sein, die Rechte der Künstler im Live- und Streamingbereich noch klarer zu definieren und weiter zu stärken.“

Neben Vereinsdingen und Networking in entspannter Atmosphäre befassten sich die Musikmanager und Berater bei Gastvorträgen und Workshops mit den praktischen Aspekten ihrer Arbeit. Auf starkes Interesse stieß der Vortrag von Rolf Budde, dem Präsidenten des Deutschen Musikverleger-Verbands (DMV), der unter dem Titel „Schock und Schwerenot – Konsequenzen eines Urteils“ Vorgeschichte und Auswirkungen des Urteils des Berliner Kammergerichts zur GEMA-Verteilung in Bezug auf die Verlegeranteile ebenso sachkundig wie plastisch-drastisch referierte.

Tina Funk, General Manager Vevo Germany, stellte die Arbeit der Videoplattform vor, wobei sie besonderes Augenmerk auf die verschiedenen inhaltlichen Formate legte, mit denen sich die Reichweite von Brand-Partnerschaften vergrößern lässt – was wiederum für IMUC-Mitglieder sehr reizvoll sein kann.

Einen Blick hinter die Kulissen gewährten im Anschluss Thorsten Freese, General Manager beim IMUC-Fördermitglied Believe Digital, und Torsten Mewes, Head of Artist & Label Services. Mewes hatte 2016 schon das Spektrum der Marketing- und PR-Dienstleistungen von Believe Digital vorgestellt – jetzt ging es zusammen mit Freese ans Eingemachte: um „Big Data des Streamings“, um die vielfältigen Daten, die Streamingnutzer zur Verfügung stellen, und was sich alles damit für die Vermarktung anfangen lässt. Dabei wurden auch beispielhaft die Erlöse der verschiedenen Plattformen pro Track offengelegt und lebhaft diskutiert.

Bernhard Eberhard vom Starnberger Versicherungsmakler Eberhard, Reit & Partner lieferte in seinem Vortrag einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Versicherungsmöglichkeiten für Veranstalter. Und Günther Wildner (Wildner Kulturmanagement), der aus Wien nach Usedom gereist war, richtete den Fokus auf das oftmals nicht ausgeschöpfte Potenzial, das sich für die Künstlervermarktung mit Text- und Buchprojekten auftut.

Am frühen Nachmittag des 13. Februars traten die Teilnehmer der IMUC-Jahrestagung die Heimreise an, während Wolfgang Weyand ein erstes Fazit zog: „Es dürfte nicht viele Branchenverbände geben, bei denen auf einer Jahrestagung so viel Sachverstand und hochkarätige Gastvorträge mit entspanntem kollegialem Miteinander und familiärem Ambiente Hand in Hand gehen. In diesem Jahr haben wir die Weichen gestellt, dass es mit der IMUC-Arbeit weiter erfolgreich vorangeht.“