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Preis der deutschen Schallplattenkritik vergab Jahrespreise

Das Hamburger Rocktrio Trümmer und die englische Band Elbow, aber auch Jazzaltmeister Elliott Sharp und die Geigerin Tianwa Yang wurden mit dem Jahrespreis 2014 der Kritikervereinigung Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V. ausgezeichnet. Insgesamt befand die Jury zwölf Produktionen dieser höchsten unabhängigen Auszeichnung würdig. Auch der VUT freute sich.

Das Hamburger Rocktrio Trümmer und die englische Band Elbow, aber auch Jazzaltmeister Elliott Sharp und die Geigerin Tianwa Yang wurden mit dem Jahrespreis 2014 der Kritikervereinigung Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V. (PdSK) ausgezeichnet. Insgesamt befand die Jury zwölf Produktionen dieser höchsten unabhängigen Auszeichnung würdig. Auch der VUT freute sich und wies auf seiner Website darauf hin, dass neun der zwölf Preise an Independents gehen, darunter Labels wie Domino, PIAS, Naxos oder yellowbird.

Trümmer heimsten am 26. November bei der Hans-Preisverleihung gleich zwei Auszeichnungen ein: Sie wurden für ihr Debütalbum bei PIAS als „Hamburger Nachwuchs des Jahres“ geehrt und bekamen bei dieser Gelegenheit auch einen Jahrespreis. Juror Thorsten Fuchs vom Preis der deutschen Schallplattenkritik schrieb in der Begründung: „Ja, dieser große Wurf könnte eine Art Neue Hamburger Schule begründen. Die Musik der Band ist nicht neu, aber herzzerreißend frech, nur nie einfach so hingerotzt. Eine generationenübergreifende deutsche Band, die lyrisch und musikalisch überzeugt.“

Drei Jahrespreise erhielten Produktionen, die bei Majors erschienen sind: „The Take Off And Landing Of Everything“ von Elbow (Fiction/Universal Music), die Interpretation der späten Beethovensonaten des Pianisten Igor Levit (Sony Classical) und die Wiederentdeckung des franko-flämischen Komponisten Claude Le Jeune (1530 bis 1600) durch Paul van Nevel und das Huelgas Ensemble (DHM – Deutsche Harmonia Mundi/Sony Classical).

In der Kategorie „Zeitgenössische Musik“ wurden die Neuen Vocalsolisten Stuttgart und das SWR Vokalensemble für ihre Einspielung der „Wölfli-Kantata“ von Georges Aperghis (Cypres) ausgezeichnet, und SWR-Intendant Peter Boudgoust gratulierte: „Mit diesem Preis wird das SWR Vokalensemble für seine unermüdliche Arbeit und künstlerische Schaffenskraft belohnt. Es stellt immer wieder eindrucksvoll unter Beweis, welche unzähligen Klänge, Spielarten und Rhythmen der menschlichen Stimme möglich sind. Diese Auszeichnung schmückt aber gleichzeitig auch den gesamten SWR. Denn damit wird das nachhaltige Engagement des Senders für Musik, Kultur und künstlerische Exzellenz gewürdigt.“

Geigerin Tianwa Yang, die Ende Oktober bereits einen Echo Klassik mit nach Hause nehmen konnte, erhielt einen Jahrespreis für ihre Sarasate-Gesamtaufnahme (Naxos), Christophe Rousset und Les Talents Lyriques für ihre Einspielung der Oper „Phaéton“ von Jean-Baptiste Lully (Aparté), Fuuse Mousiqi und Deeyah für die Kompilation „Iranian Woman“ (Domino Records), Lisbeth Exner, Herbert Kapfer und Ulrich Gerhardt für die „Verborgene Chronik 1914“ (Der Hörverlag), der Saxophonist Hayden Chisholm für den Abenteuer-Reisefilm „Sound of Heimat“ (Tradewind/Real Fiction) sowie das Trio Zimmermann für sein Album mit frühen Beethoventrios (Bis Records).

Die Begründungen der Jury können unter www.schallplattenkritik.de nachgelesen werden. Der Jahrespreis ist, neben „Nachtigall“ und Ehrenpreis, die höchste Auszeichnung, die der PdSK zu vergeben hat. Die drei Ehrenpreisträger für 2015 sowie der Gewinner der „Nachtigall“ 2015 werden im Januar verkündet.

Dem Jahresausschuss 2014 gehörten folgende Kritiker an: Ludolf Baucke (Jury Neue Musik, freier Journalist, „Hannoversche Allgemeine“), Eleonore Büning (Jury Kammermusik, „F.A.Z.“), Torsten Fuchs (Jury Black Music, DJ, Radiomoderator, Kolumnist), Manfred Gillig-Degrave (Jury Independent, MusikWoche), Norbert Hornig (Jury Konzerte, „Fono Forum“, Deutschlandfunk, Buchautor), Kai Luehrs-Kaiser (Jury Oper II, „Fono Forum“, „Opernwelt“, „Welt“, „Spiegel Online“, Dramaturg, Buchautor), Carsten Niemann (Jury Alte Musik vokal/instrumental, freier Journalist, „Tagesspiegel“, „Rondo“), Ulrich Olshausen (Jury Jazz, freier Journalist, „F.A.Z.“), Jan Reichow (Jury Traditionelle ethnische Musik, WDR, freier Autor), Wolfgang Schiffer (Jury Wort & Kabarett, ehemaliger WDR-Redakteur, Hörspieldramaturg, Buchautor) und Albrecht Thiemann (Jury Klassisches Lied & Vokalrecital, „Opernwelt“, „F.A.Z.“, „Welt“, WDR, RBB, Deutschlandradio).