Konzerttickets zu Wucherpreisen? Im Trubel der internationalen Schlagzeilen kein Thema für die großen Talkshows. Für Fans von Popstar-Konzerten hingegen dringlicher denn je. Die Causa steht sogar im Koalitionsvertrag der Bundesregierung“, umreißt Manfred Tari das Thema der Konferenz, zu der die Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner und Martin Rabanus (beide SPD) einladen. „Ticketing goes Bundestag“ tagen wird.
„Das Geschäft mit Eintrittskarten ist zum Aufreger geworden. Jahrelang relativ unreguliert, bedarf es nun dringend politischer Updates. Anders formuliert: Die Politik muss sich der Probleme im Wildwuchs des Konzertgeschäftes annehmen“, erläutert Tari.
Getagt wird im Paul-Löbe-Haus am 20. Mai ab 18:30 Uhr mit Teilnehmenden aus Politik und Konzertbranche. Zur Debatte stehen fünf Programmpunkte. Im Spannungsbogen von „True Crime Ticketing“ bis hin zu „Faszination Sozialticket“. Die Keynote zum Thema „Ticketabgabe“ steuert der Berliner Konzertagent und Autor Berthold Seliger bei.
„Die Abzocke von Sport- und Musikfans muss beendet werden“, fordert Johannes Fechner als Mitglied im Ausschuss des Bundestags für Recht und Verbraucherschutz. Es gehe nicht an, dass „Tickets für Konzerte oder Fußballspiele auf dem Zweitmarkt zu Wucherpreisen weiterverkauft werden. Wir brauchen endlich klare und wirksame Regeln für den Ticketzweitmarkt, die Verbraucher und Veranstalter konsequent schützen und faire Preise sichern. Kultur und Sport dürfen kein Geschäftsmodell für Abzocke sein.“
Martin Rabanus, für seine Partei Obmann im Ausschuss für Kultur und Medien, betont: „Popkultur ist Demokratie. Konzerte sind gelebte Teilhabe – und müssen für alle erreichbar bleiben. Deshalb brauchen wir faire und transparente Regeln im Ticketing, damit nicht Plattformlogiken und Wucherpreise darüber entscheiden, wer sich Kultur leisten und live erleben kann.“
Zu Wort kommen Branchenkräfte aus der Praxis und der Politik. Über den Aspekt Verbraucherschutz hinaus geht das Thema „À La Française: Ticket-Abgabe D-Land“. Diskutiert wird hier, wie nach französischem Vorbild ein Ausgleich zwischen großen und kleinen Konzertveranstaltenden ermöglicht werden kann. Das Panel „TTT- Der Tankstellen-Ticket-Trick“ indes behandelt die Frage nach politischen Lösungen, dem Geschäftsmodell von „Dynamic Pricing“ im Konzertgeschäft zu begegnen.
Das Parliament of Pop versteht sich als journalistisches Format mit Interviews, Vorträgen und Präsentationen. Debattiert wird über Ideen und Meinungen. Es richtet sich thematisch und überparteilich gleichermaßen an Politik und Fachpublikum. Auch Musikfans sollen angesprochen werden. Die Veranstaltung wird auch live bei YouTube gestreamt.
Ursprünglich als Travelling-Panel von dem Musikjournalisten Manfred Tari für Musikkonferenzen konzipiert, kombiniert das Parliament of Pop von Beginn an die Themen Pop und Politik. Die erste Ausgabe dieses Formats fand im Oktober 2020 auf dem Westway Lab in Portugal statt. Im Juni 2021 wurde das Parliament of Pop zum digitalen Hauptprogramm der revitaliserten Musikmesse Popkomm. Weitere Ausgaben fanden seitdem bei Eurosonic Noorderslag und beim Reeperbahn Festival statt. Im November 2025 tagte das Parliament of Pop erstmals im Europäischen Parlament in Brüssel. unterstützt von den Europa-Abgeordneten Hannes Heide (S&D-Fraktion) und Bogdan Zdrojewski (EVP) als Co-Gastgeber.







