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Micki Meuser: „Spaß und Spaßbremsen“

Die digitalen wirtschaftlichen Hoffnungsträger brauchen die Kultur für ihre Bilanzen, aber zahlen wollen sie dafür möglichst nichts. Der Komponist und Produzent Micki Meuser sieht deshalb in seinem Gastbeitrag die Hoffnung begraben, Streaming könnte noch nennenswert zu den Einnahmen der Künstler und Urheber beitragen.

  1. September 2014: „Das Business macht wieder Spaß“, sagt Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbands Musikindustrie auf der Berlin Music Week. Es geht auf dem Panel um Umsätze aus dem Streaming, und die Diskussion wird per Funk auf die Kopfhörer des Publikums übertragen, im Raum ist ansonsten nichts zu hören. Nun sind Menschen wie ich, die im Studio arbeiten, daran gewöhnt, ihre Kopfhörer mit einem Ohr frei zu tragen, und solche Menschen konnten das Raunen deutlich hören, das dem Satz von Herrn Drücke folgte.

Das Raunen kam vor allem von den anwesenden Künstlern und Urhebern. Einige davon hatten sich eine Stunde davor bei DOMUS getroffen, der Dachorganisation der Musikschaffenden, einem neuen Zusammenschluss von Künstlern, ihren Managern und von Urhebern. Dort war man angesichts der Zahlen und Fakten, die vorlagen, ganz anderer Meinung: Künstlerinnen und Künstler berichteten dort, dass sie im Jahr 2014 ihre Hoffnung begraben hätten, professionell von Musik leben zu können; sie berichteten von seitenlangen Streamingabrechnungen, die sich am Ende zu Auszahlungssummen von knapp über zehn Euro addieren; sie berichteten von irrsinnigen Abzugsposten wie den für die Kosten der Coverherstellung, und das bei digitalen Angeboten ohne CD-Hülle und physischen Tonträger.

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