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Dossier: Sorgenkind Popkomm

Vom 7. bis zum 11. September ging die Berlin Music Week in ihre zweite Runde. Geglückte Veranstaltungen wie der a2n-Workshop, das Berlin Festival und weitere Live-Events stärkten die Dachmarke. Problematisch bleibt jedoch die Rolle der
Popkomm: Die traditionsreiche Musikmesse sucht noch immer nach einem tragfähigen Konzept, das wieder mehr Besucher anlockt.

Bei den teilnehmenden Ausstellern wie auch bei den Besuchern musste die Popkomm 2011 einen Rückgang verzeichnen: Rund 5200 Fachbesucher fanden nach Angaben der Veranstalter an den drei Messetagen ihren Weg in den ehemaligen Flughafen Tempelhof, wo sich 400 Aussteller präsentierten. 2010 hatten die Messemacher um Ralf G. Kleinhenz noch 7500 Besucher und 470 Aussteller gemeldet. Dennoch sagt Kleinhenz im Gespräch mit MusikWoche: „Wir sind mit der Popkomm 2011 zufrieden, und auch Media- und Networking- Gate funktionierten.“ Die Konferenz sei sehr gut angenommen worden, die nahegelegenen Showcasebühnen hätten sich bewährt. „Wir haben damit neue Säulen für die Popkomm gewonnen, müssen aber eingestehen, dass sie immer noch zu weit läufig ist.“ Insgesamt sei man auf dem richtigen Weg, findet Kleinhenz, der bereits fürs nächste Jahr plant. Wer jedoch mit den Messebesuchern sprach, bekam Kommentare zu hören, in denen sich viel Ärger und Frustration Bahn brach, aber auch ehrliche Trauer darüber, dass es mit einer einst starken Marke so bergab gegangen sei. Es sei der Messe Berlin nicht gelungen, diese Marke mit neuem Leben zu füllen, so der Tenor. Solche Stimmungen sind Nährboden für Gerüchte: So hieß es, ohne die anstehenden Senatswahlen hätte die Messe Berlin die Popkomm wohl dossier.berlin music week Berlin Music Week zieht positives Fazit, doch Messe wird kritisch wahrgenommen Sorgenkind Popkomm Berlin – Vom 7. bis zum 11. September ging die Berlin Music Week in ihre zweite Runde. Geglückte Veranstaltungen wie der a2n-Workshop, das Berlin Festival und weitere Live-Events stärkten die Dachmarke. Problematisch bleibt jedoch die Rolle der Popkomm: Die traditionsreiche Musikmesse sucht noch immer nach einem tragfähigen Konzept, das wieder mehr Besucher anlockt. 38/2011 11 noch kurzfristig abgesagt. Doch wie im Vorjahr berichteten auch heuer wieder manche Teilnehmer von interessanten Meetings und erfolgreichen Deals. Dennoch bleibt ein großes Fragezeichen, was die Zukunft der Popkomm betrifft. Die Berlin Music Week hingegen kann nach vorn schauen. Unabhängig vom Ausgang der Wahl zum Abgeordnetenhaus stehen die Signale für eine Berlin Music Week (BMW) im kommenden Jahr bereits jetzt „auf Grün“, sagt Katja Gross als Vertreterin der BMW bei den Kulturprojekten Berlin. Die BMW könne ihren Nutzen für die Branche und den Standort schließlich nur dann wirklich entfalten, „wenn sie langfristig ausgebaut wird; ein Strohfeuer nutzt niemandem etwas und wäre letztlich nur Geldverschwendung.“ Katja Gross zieht ein positives Fazit: „Wir haben im vergangenen Jahr die Weichen richtig gestellt: Die Marke Berlin Music Week wurde 2011 deutlich besser wahrgenommen als zuvor, was jedem unserer Partner zugute kam.“ Auch Vorstand Olaf Kretschmar von der Berlin Music Commision zeigt sich zufrieden: „Was die Branche braucht, sind Kommunikation und Venetzung. Unsere branchenübergreifenden Formate wie Meet Berlin und die Super visor Sessions waren denn auch durchweg erfolgreich. Das führen wir 2011 in jedem Fall fort.“

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