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Dossier: Invasion der Glückskekse

Chinesische Glücksplätzchen mit sinnigen Sprüchen hatten sich die Kölner in diesem Jahr als optischen Blickfang für ihre Veranstaltungen ausgeguckt. Und dazu hieß es: „Your troubles will be faded by the luck you will soon have.“ Oder: „A relationship will take on a new dimension.“ Und weil solche Prophezeiungen ihre Erfüllung oft nach sich ziehen, konnten sich die Veranstalter des Kölner Festivals c/o pop und der C’n’B – Creative Business Convention in ihrem Fazit denn auch zufrieden zeigen.

Mit 35.000 Festivalgästen stellte die achte Ausgabe der c/o pop demnach eine neue Bestmarke auf; die nach der Neupositionierung im vergangenen Jahr zum zweiten Mal ausgerichtete C’n’B sei zudem „weiter im Wachstum begriffen“. Auch wenn das erhoffte Sommerwetter teils ausgeblieben sei, seien die Erwartungen damit „mehr als erfüllt“ worden. Auch in diesem Jahr könne man „auf zwei äußerst erfolgreiche Veranstaltungen für Popkultur und Kreativwirtschaft zurückblicken“. Die C’n’B habe mit über 50 Panels, Workshops und interaktiven Veranstaltungen bei den Fachbesuchern für großes Interesse und viel Zustimmung gesorgt: „Es ist uns gelungen, die aktuellen Entwicklungen der verschiedensten Branchen der Kreativwirtschaft nicht nur abzubilden, sondern die drängenden Zukunftsfragen ergebnisorientiert zu diskutieren“, teilt C’n’B-Programmleiterin Claudia Jericho mit. „Nur so wird man die Zukunft der Kreativwirtschaft erfolgreich gestalten können.“ In der Tat gewann C’n’B im Vergleich zum Vorjahr inhaltlich deutlich an Profil; die einzelnen Elemente des Kongresses, an dem Tina Funk (t-funk consulting) als Beraterin und Moderatorin mitwirkte, ergänzten sich zu einem kohärenten Puzzle, das die vielen Facetten der Entertainmentindustrie abdeckte und dabei auch erfolgreich mit variierenden Veranstaltungsformaten hantierte. Während der erste Tag die Diskussion um Urheberrecht und digitale Zukunft in den Mittelpunkt rückte, standen am zweiten Tag „Innovation, Finanzierung und digitale Geschäftsmodelle“ im Fokus. So erfuhr man zum Beispiel in Case Studies, warum das Berliner Unternehmen Geto Gold mit Aggro.TV erfolgreich ist, wie viel das Internetlabel Fuego sieben Jahre nach Gründung im ersten Quartal 2011 eingenommen hat oder wie das Hörbuchportal audible.de erfolgreich Kundenbindung betreibt. In den Workshops wurden Praxiserfahrungen und Ratschläge vermittelt; Vorträge lieferten unterhaltsame Zwischenspiele und Hintergrundwissen. So referierte zum Beispiel Tony Anscombe von der Security- Software-Schmiede AVG spannende Zahlen über die Präsenz von Kindern in der digitalen Sphäre: Demnach spielen 58 Prozent aller Kleinkinder zwischen zwei und fünf Jahren weltweit bereits ein Computergame, während lediglich 52 Prozent Zwei- oder Dreirad fahren können. Auch die Politik zeigte in Köln Flagge. So bekannte sich Staatssekretär Hans-Joachim Otto in seiner Begrüßungsrede bei der Eröffnung zu „Kultur- und Kreativindustrie als Wachstumsfaktor“ und betonte: Landes Nordrhein-Westfalen, kündigte verstärkte Anstrengungen seines Bundeslandes beim kulturellen Standortmarketing an. „Medien, Kreativwirtschaft und Kultur gehören zusammen, das haben wir in der Landesregierung begriffen“, sagte Eumann. Das Land Nordrhein-Westfalen wolle die auf einzelne Ressort verteilten Bereiche bündeln und eine Film- und Medienstiftung ins Leben rufen. „Wir wollen im Standortmarketing noch besser werden.“ Die Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes betonte den Stellenwert der Veranstaltung: „Köln hat sich eindrucksvoll zurückgemeldet in die erste Reihe der Kreativstandorte.“ Zu den Highlights der 47 Shows des Festivalprogramms zählten neben dem Eröffnungskonzert von Janelle Monáe auch die Open- Airs von Philipp Poisel und Wir sind Helden, die zusammen mehr als 17.000 Besucher erreichten. Daneben seien aber auch das Ensemble Brandt Brauer Frick im WDR-Funkhaus, die Apparat Band und Owen Pallett in der Kölner Philharmonie oder die lateinamerikanischen Acts beim Summerstage „frenetisch gefeiert“ worden. „Köln hat seinen Ruf als Musikmetropole und Kreativstandort in diesem Jahr wieder einmal bestätigt“, resümiert c/o pop-Geschäftsführer Norbert Oberhaus. „Wir sind für 2012 bestens gerüstet.“ Beim Kongress allerdings wurde der Vorjahreswert von 1400 Teilnehmern nicht erreicht, was am Fronleichnams-Feiertag gelegen haben dürfte.

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