16 5/2012 dossier.branchenmeetings 2012 Überblick über die wichtigsten Veranstaltungen 2012 Unterwegs in Sachen Musik München – Die Trennung von Berlin Music Week und Popkomm stellt die traditionsreiche Musikmesse vor eine ungewisse Zukunft (mehr dazu auf Seite 20). Die Branche steht indes vor einer ganz anderen Frage: Welche Events soll man 2012 besuchen? Welche Branchenmeetings lohnen sich wirklich? MusikWoche gibt Reiseempfehlungen. l1 l10 l12 l26 l19 l13 l21 l22 l20 l17 l14/15/16/18 l4 l24 l28 l29 l2 l5 l6 l8/11 l7 l23 l25 l9 l3 l27 Foto: zentilia/fotolia.com 5/2012 17 branchenmeetings 2012.dossier 2 Musikmesse Frankfurt 21.-24. März, Frankfurt/M. Warum Musikmesse Frankfurt? Wolfgang Lücke, Director Musikmesse: Die Musikmesse in Frankfurt am Main ist seit über 25 Jahren der wichtigste Treffpunkt der Musikinstrumentenindustrie. Im vergangenen Jahr waren rund 1500 Unternehmen aus 47 Ländern in Frankfurt. Seit 2010 verstärkt die Musikmesse ihr Engagement im Bereich Live-Entertainment, Music Publishing, Labels, Services, Beratung und Kreativwirtschaft, um auch diesen Branchen einen attraktiven Marktplatz zu bieten. Der Umzug des LEA von Hamburg nach Frankfurt ist dabei nur ein wichtiges Beispiel für die Öffnung der Musikmesse für andere Teilbereiche der Branche. 2011 werden wir diesen Weg konsequent weiter verfolgen und den Fachbesuchern ein attraktives Programm anbieten. Frankfurt ist der potenzielle Messeplatz für die gesamte Musik- und Entertainmentwirtschaft. MusikWoche meint: Im Zusammenspiel mit dem LEA klingt es nach einer guten Idee, die Frankfurter Musikmesse noch stärker als bisher auch als Treffpunkt für die Musikbranche aufzubauen. Ein Besuch, der sich sicherlich lohnt. 1 CeBit sounds! 6.-10. März, Hannover MusikWoche meint: Das Anhängsel der Computermesse nimmt nach zwei eher bescheidenen Ausgaben in den Vorjahren einen neuen Anlauf und präsentiert sich mit drei Standbeinen: Musikhardware, Musiksoftware und Internet/Plattformen. Man versteht sich als „Taktgeber der digitalisierten Musikwelt“. 3 m4music 22.-24. März, Lausanne & Zürich, Schweiz Warum m4music? Philipp Schnyder von Wartensee, Festivalleiter m4music beim Migros-Kulturprozent: Das m4music in Zürich ist ein kompaktes Festival mit wegweisendem Programm. Vom 22. bis 24. März erleben wir Acts wie Modeselektor, Buraka Som Sistema, Boots Electric, Boy, Mark Lanegan und Casper. An der Conference stehen nebst Streaming und Copyrights vor allem das Livesegment und die Veranstalter im Fokus. Zudem ist m4music der beste Ort, um intensives Networking mit der Schweizer Musik- und Medienszene sowie mit ausgewählten Branchenprofis aus ganz Europa zu betreiben. Aus deutscher Sicht ist m4 music „klein, aber fein“, aus Schweizer Sicht „the Place to be“. MusikWoche meint: Die Schweiz ist immer eine Reise wert. Die m4music- Macher überzeugen mit einem innovativen und spannendem Konzept, das mit der sogenannten Demotape Clinic auch New – comern ein ideales Forum bietet. 4 jazzahead! 19.-22. April, Bremen Warum jazzahead!? Statement von Sybille Kornitschky, Projektleiterin jazzahead! WFB Wirtschaftsförderung Bremen: Wer Jazz macht, ist hier richtig. Ob als Musiker, Verleger oder Produzent, Booker, Agent oder Vertriebler, Redakteur, Journalist oder Programmmacher, die jazzahead! bietet als einzige Fachmesse weltweit eine auf den zeitgenössischen Jazz konzentrierte Austausch- und Arbeitsplattform für die professionelle Jazzszene – ohne Streuverluste, inhaltlich aktuell und direkt am Pulsschlag der Akteure. MusikWoche meint: Was klein anfing, hat sich zum wichtigsten Treffpunkt der Jazzszene in Europa entwickelt. Dabei gelingt es den Bremern hervorragend, ein auf die Bedürfnisse der Künstler und Fachbesucher abgestimmtes Event auf die Beine zu stellen. 18 5/2012 dossier.branchenmeetings 2012 6 DJ Meeting 23. Mai, Dortmund Warum DJ Meeting? Caba Kroll, Geschäftsführer DJ Meeting: Wir möchten uns gemeinsam mit den DJs als eine Einheit präsentieren und hervorheben, dass der persönliche Kontakt zwischen Labels, Herstellern von DJ-Equipment und den Diskjockeys nach wie vor sehr wichtig für eine effektive Kooperation zwischen allen Gruppen ist. MusikWoche meint: Mit dem Neubeginn in den Dortmunder Westfalenhallen sollte das gute alte DJ Meeting zum zentralen Treffpunkt der deutschen Dance- und Elektronikszene aufsteigen. 7 Classical:Next 30. Mai – 2. Juni, München Warum Classical:Next? Paul Bräuer, Communications: Weil die Clas – sical:Next das einzige Fachforum ist, welches sich einerseits exklusiv der Klassischen Musik widmet, dieses andererseits aber international und branchenübergreifend tut. Veranstalter, Labels, Verbände und Verlage, Künstler, Agenten und Musikerzieher, Pressevertreter, Konzerthäuser und Festivals … Schwerpunkt der Messe, der Konferenz und auch der Showcase- Konzerte ist es, gemeinsam konkrete Wege für die zukünftigen Herausforde – rungen zu finden. Kurz gesagt: Auf der Classical:Next begegnen sich alle professionellen Akteure, die Ideen zur Zukunft der Klassischen Musik haben – und die willens sind, etwas für deren Umsetzung zu tun. MusikWoche meint: Nach dem Aus für die Midem Classique in Cannes war es an der Zeit, eine neue Veranstaltung für den unabhängigen Klassikbereich zu lancieren. Entsprechend richten sich im Juni alle klassisch geschulten Augen nach München, um zu sehen, wie Class und das erfahrene Womex-Team das neue Event für das Genre aus der Taufe heben. 8 C’n’B – creative business convention 20.-22. Juni, Köln nicht nur von kleinen und mittleren Unternehmen aus der Musikbranche gut angenommen, sondern auch von angrenzenden Entertainmentbranchen wie Film, Buch, Games oder Design. Entscheidend bei der Entwicklung der C’n’B als Plattform für die Kreativbranchen war, dass sowohl die Stadt Köln als auch das Land NRW sich zur Veranstaltung bekannt und diese unterstützt haben. Entscheidend dazu beigetragen hat auch die Verknüpfung der C’n’B Convention mit dem seit 2004 durchgeführten und international aus – gerichteten c/o pop Festival. Die Kombination aus einem kuratierten Festival und einer an den Bedürfnissen der Kreativbranchen ausgerichteten Convention hat sich als Erfolgsmodell erwiesen. Es deckt das Spektrum von Clubshows bis hin zu Konzerten in der Kölner Philharmonie ab und lockte 2011 insgesamt 35.000 Zuschauer an. Und so freuen wir uns im dritten Jahr der C’n’B Convention und im neunten Jahr des c/o pop Festvials wieder auf spannende Inhalte und interessante Partner. Und natürlich darauf, auch weiterhin die Zukunft der Musik- und Kreativwirtschaft erfolgreich mitgestalten zu können. MusikWoche meint: Die Anzahl der Köln- Nostalgiker ist sicherlich nicht zu unterschätzen, aber die C’n’B im Rahmen von c/o pop hat sich in der Domstadt längst zum eigenständigen Highlight im jährlichen Reiseplan der Delegierten und Messebesucher entwickelt. Warum C’n’B? Norbert Oberhaus, CEO cologne on pop: Die Erkenntnis, dass traditionelle Kongress- und Ausstellungsformate nicht mehr dem Wunsch der Kunden entsprechen, haben wir bereits vor zwei Jahren mit der C’n’B – Creativity & Business Convention in ein modifiziertes Programm umgesetzt. Konkret: Wir haben mit der C’n’B eine Plattform geschaffen, auf welcher die Herausforderungen einer digitalisierten Gesellschaft, und hier insbesondere für die Musik- und Kreativwirtschaft, im Mittelpunkt stehen. Wie produzieren, kommunizieren und vermarkten wir in Zukunft unsere Inhalte, wie können die Branchen von – einander lernen und profitieren? Diese Form von Netzwerkveranstaltung wurde 5 Future Music Camp 11.-12. Mai, Mannheim Anbindung zur Popakademie und ihrem wissenschaftlichen Netzwerk, sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich der Vermittlung einschlägig ausgebildeter Absolventen und der Entwicklung gemeinsamer Forschungs- oder Praxisprojekte, die gemeinsam mit der Popakademie und ihren Studierenden durchgeführt werden können. Wichtig ist auch der konsequent umgesetzte Barcamp-Ansatz – so kommt man als Fachbesucher auf dem FMC mit Andersdenkenden und neuen Perspek tiven in Berührung: mit Mitgliedern der Netzszene oder der „Musikpiraten“ sowie mit Studierenden, die die Herausforderungen der Branche „anders“ angehen. MusikWoche meint: Mit den großen Branchenveranstaltungen in Hamburg, Berlin oder Köln kann Mannheim zwar noch nicht mithalten, aber das Future Music Camp entwickelt eigene Strategien. Vor allem die Anbindung an die Popakademie Baden-Württemberg verspricht ein hohes akademisches Niveau. Warum Future Music Camp? Ryan Rauscher, Projektleiter Future Music Camp: Unsere Teilnehmer schätzen am Future Music Camp vor allem unseren inhaltlichen Fokus auf konkrete, diskutierbare Fragestellungen und Technologien, unser Händchen für inspirierende Speaker sowie die Eventgröße von 300 Teilnehmern, die eine konstruktive Atmosphäre für Gespräche mit anderen Besuchern, Speakern und Studenten möglich macht. Ein großes Plus für Teilnehmer und Unternehmen ist die 5/2012 19 branchenmeetings 2012.dossier 10Reeperbahn Festival – Music/Campus/Arts 20.-22. September, Hamburg Warum Reeperbahn Festival? Statement Anne Hochstein, Project Manager Inferno Events: Keine andere Branchenveranstaltung in Europa ist so kompakt, vielfältig und hat so viel Atmosphäre wie das Reeperbahn Festival mit seinen drei Sparten Music, Campus und Arts. Wir bieten über 200 Konzerte internationaler New – comer, unterhaltsame Konferenz-, Networking- und Showcase-Events, verschiedene Crossover-Formate für Delegierte und Konsumenten sowie ein umfangreiches Programm aus Kunstausstellungen, Lesungen und Film-Screenings. Nirgendwo sonst in Deutschland trifft man so viele Menschen aus der nationalen wie internationalen Musik- und Livebranche. Das alles bequem an einem Ort und garantiert shuttlebusfrei. MusikWoche meint: Als Event aus der Branche für die Branche hat es das Reeperbahn Festival mit typisch hanseatischem Charme verstanden, sich binnen weniger Jahre als absoluter Pflichttermin der Musikindustrie zu etablieren. 11SoundTrack_Cologne 9.0 15.-18. November, Köln Warum SoundTrack_Cologne 9.0? Michael P. Aust, Matthias Hornschuh und Matthias Kapohl, SoundTrack_Cologne: SoundTrack_Cologne ist seit der Gründung vor acht Jahren zu einer Art internationalem Familientreffen der Film-Musik- Ton-Szene gewachsen. Das ist so verstanden und angenommen worden. Wir machen uns keine Sorgen um die Loyalität unseres überwiegend professionellen und zunehmend internationalen Publikums: Wir wissen, dass es sich bei uns wohl fühlt und gern wiederkommt. Als working professional kann man sich nur eine begrenzte Anzahl von Fachveranstaltungen pro Jahr erlauben. Die Zunahme weiterer Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum, die sich mit Film- und Medienmusik befassen, macht daher einem Teil unseres Publikums sicher die Entscheidung gelegentlich schwer. Doch mit unserer großen Ernsthaftigkeit, der spürbaren Nähe zur Branche, der enormen inhaltlichen Bandbreite und jährlichen Weiterentwicklungen, wie etwa dem neuen Gamesmusik- Schwerpunkt, sind wir guten Mutes, das vertraute Publikum zu halten und ein neues hinzugewinnen zu können. Als Treffpunkt zwischen Profis und internationalem Nachwuchs, als Begegnungsstätte der einzelnen Gewerke im Film- und Medienbereich und als attraktive Publikumsveranstaltung sollte SoundTrack_ Cologne nicht nur in jedem Branchen – kalender rot markiert sein. MusikWoche meint: Die engagierten Macher von SoundTrack_Cologne haben eine kompetent kuratierte Veranstaltung geschaffen, die nicht nur für Filmmusik – kenner relevant ist. 9 Berlin Music Week 5.-9. September, Berlin Warum Berlin Music Week? Tommy Nick, Head of Communictions Berlin Music Week: Die Gründe liegen auf der Hand: Berlin ist der wichtigste und vielseitigste Musikstandort in Deutschland. Daran ändert auch die Absage der Popkomm nichts. Im Gegenteil: Die Berlin Music Week nutzt diesen Aufbruch und erfindet sich ein weiteres Mal neu. Mit einem zentralen Akkreditierungskonzept, mit einem zentralen Ticket für Professionals, mit einem ökologisch sinnvollen Nahverkehrskonzept, mit Europas größtem Clubfestival, mit dem einzigen Open Air, das auf einem Flughafen mitten in der Stadt stattfindet und mit einer sehr vernünftigen, am Markt orientierten Preispolitik. Showcases, Match – makings, Empfänge, Delegates Lunch, Speedmeetings im Tretboot und Crossgolf durch die City – vielfältiger können sich Businesspartner nicht präsentieren. Und das alles an einem neuen, wohl bekannten und doch überraschenden Standort mit kurzen Wegen und den besten Clubs: der Osthafen, der von Kreuzberg und Friedrichshain umrahmt wird. MusikWoche meint: Es bleibt spannend: War die Trennung von der Popkomm ein Befreiungsschlag oder fehlt der Berlin Music Week damit nun eine traditionsreiche Marke, die vor allem im Ausland von der Strahlkraft her der Berlin Music Week überlegen war? Doch Berlin im Allgemeinen und das Team der Berlin Music Week im Speziellen mangelt es nicht an Kreatvität, diesen Weggang zu kompensieren. Internationale Branchenveranstaltungen von Texas bis Tallinn 12 by:Larm – 16.-18. Februar, Oslo, Norwegen 13 ILMC International Live Music Conference – 9.-11. März, London, England 14 South By Sothwest – SXSW – 9.-18. März, Austin, USA 15 Winter Music Conference – 16.-25. März, Miami, USA 16 Canadian Music Week – 21.-25. März, Toronto, Kanada 17 Tallinn Music Week – 29.-31. März, Tallinn, Estland 18 MusExpo – 29. April – 2. Mai, Los Angeles, USA 19 The Spot Festival & Conference – 4.-5. Mai, Aarhus, Dänemark 20 The Great Escape – 10.-12. Mai, Brighton, England 21 Liverpool Sound City – 17.-19. Mai, Liverpool, England 22 International Music Summit – 23.-25. Mai, Ibiza 23 Waves Vienna – 4.-7. Oktober, Wien 24 Amsterdam Dance Event – 17.-21. Oktober, Amsterdam 25 Womex – 17.-21. Oktober, Thessaloniki, Griechenland 26 Music & Media – 18.-21. Oktober, Tampere, Finnland 27 MaMA Showcasefestival & Conference – 25.-27. Oktober, Paris, Frankreich 28 Buma Rotterdam Beats – November, Rotterdam, Holland 29 Sonic Visions Festival & Conference – November, Luxemburg Neben den deutschen Veranstaltungen warten zahlreiche internationale Events auf Fachbesucher. Ein Trend der vergangenen Jahre sind dabei sicherlich die zahlreichen Showcasefestivals in Europa und Nordamerika, die vor allem die Booker, Veranstalter und Agenten ansprechen. So geht es auf den meisten von MusikWoche hier vorgestellten Events darum, frühzeitig Bands zu sichten, die dann für den heimischen Live- oder Festivalmarkt gebucht werden können. 20 5/2012 dossier.branchenmeetings 2012 Berlin Music Week emanzipiert sich von der Popkomm Ruder fest im Griff Berlin – Nur kurz nach der Bestätigung, dass die Berlin Music Week im Jahr 2012 ohne die Popkomm stattfindet, bemühen sich die Organisatoren des Berliner Musikevents von den Kulturprojekten Berlin, die Eckpunkte der Veranstaltung zu fixieren. Dazu gehören eine räumliche Bündelung und die Arbeit an einem Business-Teil. Daran, dass die Berlin Music Week vom 5. bis 9. September 2012 in ihr drittes Jahr geht, so viel macht eine Mitteilung klar, werde die Trennung von der Popkomm und den Messemachern von der Messe Berlin nichts ändern. Vielmehr scheint man bei den von Moritz van Dülmen geleiteten Kulturprojekten Berlin durchaus damit einverstanden zu sein, das Ruder nun ganz im Griff zu haben: „So wie bei der Entstehung der Berlin Music Week vor drei Jahren angestrebt, kommen nun alle wichtigen Säulen auch unter einem Dach zusammen, unter direkter Steuerung der Kulturprojekte Berlin“, heißt es entsprechend in der Mitteilung aus Berlin. Der Berliner Branchentreff richte sich „auch weiterhin an die lokale, nationale und internationale Musikindustrie, unabhängig von der Absage der Popkomm“. Der Standort Berlin, so heißt es, stehe für Veränderung: „Deshalb ist die Berlin Music Week auch in ihrem dritten Jahr noch längst nicht fertig oder festgefügt. Im Gegenteil, der wegweisende Mix aus Musikwirtschaft, Festivals und Clubevents wird 2012 die Herausforderung annehmen und sich in seinem Wesen ein weiteres Mal verändern, in vielen Teilen sogar radikal neu erfinden. Auch und gerade weil die Popkomm abgesagt wurde.“ Nun gelte es, einen kommunikativen und organisato – rischen Rahmen für die Aktivitäten der lokalen und internationalen Partner aufzuziehen. Als erstes steht eine räumliche Bündelung der verschiedenen Veranstaltungsteile auf der Agenda: So soll sich die Berlin Music Week 2012 auf die beiden Ufer der Spree in Kreuzberg-Friedrichshain konzentrieren, gemeint ist also das Areal im Bereich Oberbaumbrücke, wo zum Beispiel Universal Music und MTV ihren Sitz haben. Nur das Berlin Festival, so viel war schon zuvor zu erfahren, bespielt wieder den früheren Flughafen Tempelhof. Zudem wollen die Organisatoren der Berlin Music Week in diesem Jahr dafür sorgen, „dass man mit einem Ticket zu allen Events kommt – und das zu fairen, Berliner Preisen“. Dieses Versprechen gilt wohl auch für den Teil der Berlin Music Week, der sich dem „professionellen Austausch“ widmen soll: „Im Rahmen des professional Parts der Berlin Music Week werden bisherige Angebote der Popkomm neu konzipiert, ausgebaut und weiterentwickelt“, heißt es entsprechend. „Und so wird es im September an der Spree neben Matchmakings auch eine Konferenz und Showcases geben.“ Weitere Details werde es „in Kürze“ geben. Ebenfalls unklar ist es, wie es mit der Popkomm weitergeht, die „nicht mehr im Rahmen der Berlin Music Week stattfindet“, wie eine Sprecherin der Popkomm erklärt. Zu Ende scheint die Geschichte der Musikmesse unter dem Dach der Messe Berlin aber noch nicht: „Wir gehen mit der Veranstaltung neue konzeptionelle Wege und werden kurz – fristig neue Perspektiven aufzeigen.“ Knut Schlinger Tritt 2012 mit der Berlin Music Week ohne Popkomm im Hintergrund an: Moritz van Dülmen Todd Rundgren hält Keynote bei by:Larm Oslo (dis) – Der Produzent und Musiker Todd Rundgren hält eine Keynote Speech beim norwegischen Showcasefestival by:Larm, dessen 15. Ausgabe vom 16. bis 18. Februar in Oslo über die Bühne geht. In seiner Rede wird Rundgren sich mit den verschiedenen Stationen seiner Karriere beschäftigen, die in den 60er-Jahren bei der Band The Nazz begann. Eine weitere Keynote hält der US-Autor Simon Reynolds, der vor allem über sein vielbeachtetes Buch „Retromania: Pop Culture’s Addiction To Its Own Past“ sprechen will. Im Rahmen von by:Larm wird am 16. Februar zum dritten Mal der Nordic Music Prize verliehen, der sich als skandinavisches Pendant zum britischen Mercury Music Prize versteht. Eine Fachjury hat dafür zwölf Acts aus den skandinavischen Ländern nominiert: Ane Brun, Lykke Li, Rubik, Gus Gus, Malk De Koijn, Siinai, Björk, Iceage, Montée, Anna Järvinen, Goran Kajfes und The Field. Auch das Line-up für das Showcasefestival in den Clubs der Stadt wächst. Bislang gebucht sind unter anderem Andrea Dahle, AutoLaser, Beaten To Death, Bernhoft, Cody, Eye Emma Jedi, Gram Per Person, Hanne Hukkelberg, Helgi Jonsson, I Got You On Tape, Loney Dear, Mugison, Team Me und WhoMadeWho.
Dossier: Branchenmeetings 2012
Die Trennung von Berlin Music Week und Popkomm stellt die traditionsreiche Musikmesse vor eine ungewisse Zukunft. Die Branche steht indes vor einer ganz anderen Frage: Welche Events soll man 2012 besuchen? Welche Branchenmeetings lohnen sich wirklich? MusikWoche gibt Reiseempfehlungen.






