Auf der Vertriebstagung Universal Inside präsentierte Universal Music nicht nur Liveacts wie Sting, Lady Gaga, Andreas Gabalier und Alice Sara Ott, sondern gab sich optimistisch für die Marktentwicklung. Die deutsche Musikwirtschaft werde langfristig weiter wachsen, sagte Frank Briegmann, President & CEO Central Europe Universal Music und Deutsche Grammophon, bei seiner Begrüßungsrede an die versammelten Mitarbeiter, Handels- und Medienpartner.
Briegmann formulierte laut einem vorab verbreiteten Manuskript, dass das Thema Musik präsenter sei denn je. „Der Konsum wächst, besonders auch dank neuer Vertriebskanäle wie dem Streaming. Zu immer mehr Gelegenheiten und an immer mehr Orten gehört Musik wie selbstverständlich dazu. Und es werden noch mehr werden.“ Dank innovativer Angebote werde es auch immer einfacher, sich in der Welt von Millionen Titeln zurechtzufinden und auch neue Musik kennenzulernen, die einem gefällt.
Briegmann analysierte zudem auf die Charts-Marktanteile des Majors im laufenden Jahr. Er erläuterte: „Diese Tagung liegt traditionell zu einem Zeitpunkt im Jahr, an dem wir häufig unseren niedrigsten Charts-Marktanteil verzeichnen. Letztes Jahr haben wir unseren Longplay-Charts-Marktanteil im Q4 noch um rund vier Prozent gehoben. Das heißt für dieses Jahr, dass uns die 40 Prozent bis Ende Dezember eigentlich sicher sein sollte.
Anschließend wandte sich Briegmann der Entwicklung des Musikmarkts zu. Basierend auf Gfk-Prognosen ist er sich sicher: „Der Musikmarkt wird auch langfristig weiter wachsen. Wir sehen seit 2013 in Deutschland wieder ein Marktwachstum, im ersten Halbjahr diesen Jahres ist der deutsche Markt um 3,6 Prozent gewachsen und unsere Prognosen mit der GFK zeigen, dass der Markt in den Jahren 2016 bis 2020 um weitere 7,4 Prozent wachsen wird
Dabei spielten physische Formate auch auf lange Sicht „eine wichtige Rolle, wie etwa bei Premium-Produkten, Fanboxen oder Vinyl. Zugleich betonte der Universal-Music-Chef: „Streaming wird zur tragenden und letztendlich auch wichtigsten Säule unseres Erfolgs werden. Allein die Universal Music Group erlöst mit all ihren Partnern aus dem Streaming im Moment weltweit rund 3,6 Milionen Euro am Tag. Die Wachstsumsraten im vergangenen Jahr lagen in Deutschland bei 100 Prozent und im ersten Halbjahr 2016 auch wieder bei 80 Prozent.“.
Briegmann strich heraus: „Wir sind also auf dem Weg in einen Markt, in dem Streaming zur Hauptmusikquelle wird – aber wie gesagt zur Hauptmusikquelle, nicht aber eben zur einzigen. Wir wollen und werden alle Formate, die der Konsument möchte, weiter anbieten – wir werden weiter in den physischen Markt investieren und genauso in den digitalen Markt. Denn nur so werden wir ein nachhaltiges und starkes Wachstum im Gesamtmarkt sehen.“
Weiter investieren will der Major vor allem aber auch in die Künstler. „Die Musikindustrie hat letztes Jahr circa 4,3 Milliarden Dollar in Künstler investiert und Universal davon den größten Anteil“, arbeitete Briegmann heraus. „Diese Investitionen können wir aber nur dann weiter so vornehmen, wenn wir einen rechtlichen Rahmen haben, der ein stabiles Ökosystem entstehen lässt.“
Briegmann machte in diesem Zusammenhang klar: „Es kann nicht sein, dass es Marktteilnehmer gibt, die Hunderte Millionen Nutzer auf ihren Plattformen haben, die nachweislich zu über 80 Prozent dort Musik streamen, die diese Nutzer durch Werbung hoch monetarisieren, aber ihre Einnahmen nur zu einem minimalen Anteil mit den Künstlern und Kreativen teilen.“
Die „Safe Habour“-Regelung sei eine Regel, die vor 18 Jahren zum Schutz von neutralen/passiven Internet-Providern ins Leben gerufen worden sei. Sie könne aus Sicht von Universal Music keine Anwendung mehr finden. „Wir wollen, dass sich diese ‚Value Gap‘ schließt und unsere Künstler und wir angemessen beteiligt werden. Dafür treten wir ein, dafür war ich am Montag in Brüssel und ich hoffe, dass die EU-Kommission uns bei dieser berechtigten Forderung nach einer Verhandlungsmöglichkeit auf Augenhöhe unterstützt.“
Trotz der technologischen Entwicklungen dürfe man niemals vergessen, dass Musik eben kein Add-on sei, sondern „ein Key-Content bei der Integration neuer Technologien – von Internet of Things bis Virtual Reality. So wie sie es auch bei den mobilen Devices und anderen Technologie-Innovationen war. Und Universal Music als größter Player im Markt nimmt seine Rolle an. Wir werden die Zukunft unserer Künstler und unserer Fans aktiv gestalten.“






