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Oasis-Doku: How To Not Look Back In Anger

In „Oasis: Don’t Look Back In Anger“ gewährt die britische Band einen Blick hinter die Kulissen des größten Comebacks der vergangenen Jahre. Filmemacher Steven Knight begleitet Liam und Noel Gallagher von den ersten Proben über die 41 Shows und fängt dabei nicht nur die Wiedervereinigung zweier Brüder, sondern auch die Bedeutung der Musik für Menschen über alle Generationen hinweg ein.

Einer der Gründe, warum Oasis‘ Musik über Generationen hinweg so viele Menschen begeistert und die Band noch heute eine der größten der Musikgeschichte ist: Man kann sich mit fast allem aus der Feder der beiden Brüder identifizieren. Zwei Männer aus einfachen Verhältnissen, die über Dinge singen, die in den meisten Menschen etwas auslösen.

Und so lässt sich auch die Beziehung von Liam und Noel Gallagher zueinander auf die eigenen Umstände ummünzen. Wem habe ich eigentlich nicht vergeben? Was verbindet mich doch mit Personen, die ich eigentlich nie wieder sehen will? Kann ich mein eigenes Ego für eine größere Sache beiseitelegen?

Genau das haben die Gallagher-Brüder für über zwei Millionen Fans weltweit getan. Gemeinsam mit SJM Concerts und Live Nation spielten Oasis 41 Shows in 14 Ländern und brachten die legendären Songs ihrer Bandgeschichte auf die Bühne. Allein mit den Live-Aufnahmen überzeugt der Film, aber was bietet er den Zuseher:innen darüber hinaus?

Vergebung, ein durchaus religiöses Prinzip, ist die Klammer, in der sich der Film abspielt. Begleitet von schweren Worten eines Pastors in einer kleinen, dünn besetzten Kirche in Manchester, erfährt man zwar nie, was 2009 eigentlich den Sargnagel für die Beziehung der Brüder und damit für Oasis bedeutete. Eigentlich ist das auch gar nicht so wichtig, denn spätestens als sie am 4. Juli 2025 die Bühne in Cardiff betraten, dürften die zwischenmenschlichen Querelen in den Hintergrund gerückt sein.

Im Anschluss an den kurzen Wrap-up der Bandgeschichte und Aufnahmen der ersten Proben mit der Band hangeln sich die Regisseure Dylan Southern und Will Lovelace (Konzept und Produktion: Steven Knight) an einigen Songs aus der Setlist der Oasis-’25-Tour entlang und begleiten verschiedene Protagonist:innen aus der ganzen Welt auf ihrem Weg zu den Konzerten. Gemeinsam mit ihrem Team fangen sie sensationell ein, was die Musik für die Fans bedeutet – zum Beispiel eine brasilianische Anhängerin der Gruppe, die von ihren Problemen mit mentaler Gesundheit erzählt und wie sie in ihrer Heimat durch die Liebe zu Oasis eine Gruppe von Menschen gefunden hat, in der sie einfach sie selbst sein kann. Oder ein junger, britischer Fan, der mit nonverbalem Autismus lebt und eine besondere Verbindung zu dem Song „Talk Tonight“ hat.

Fans der Band dürften durchaus ergriffen davon sein, dass die beiden erstmals seit 15 Jahren ein gemeinsames Interview geben und liebevoll vor allem übereinander reden. Auch wenn einige Stellen für Nicht-Muttersprachler stellenweise schwer zu verstehen sind, spürt man als Zuseher:in, dass die brüderliche Zuneigung trotz langer Zeit getrennt voneinander nicht verfliegt – und vergisst gern den Zynismus, mit dem man sonst auf so manchen Deal im Musikgeschäft schaut.

Das Mantra des Films wird gut von den letzten Worten des mancunischen Pastors eingefangen: „Forgiveness doesn’t mean to forget it, but to decide to not carry it with you“.

„Oasis: Don’t Look Back In Anger“ läuft ab dem 9. September 2026 deutschlandweit in ausgewählten Kinos und startet später in diesem Jahr auf Disney+.