Frank Briegmann, Chairman & CEO Universal Music Central Europe und Deutsche Grammophon: Es gibt Künstler, die erfolgreich sind. Und es gibt Künstler, die ein Land Jahrzehnte begleiten und Generationen eine Stimme geben. Herbert Grönemeyer vereint beides – noch dazu auf eine Weise, die in dieser Konsequenz selten ist. Herbert schafft es immer wieder mit seinen Songs große Gefühle auszudrücken. Seine Musik ist nicht nur Soundtrack, sondern oft auch Seismograf unserer Zeit; mal leise, mal laut, nie beliebig. Was ihn dabei besonders macht: Er verbindet künstlerische Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung. Ob auf der Bühne oder darüber hinaus, seine Stimme hat Gewicht. Und zu einer starken Stimme gehört auch, dass sie nicht immer im Einklang mit allen anderen ist. Gerade in den Debatten unserer Zeit, setzt Herbert bewusst eigene Akzente. Das fordert heraus, regt zur Diskussion an und ist am Ende genau das, was Kultur lebendig hält. Zu Deinem 70. Geburtstag wünsche ich Dir, lieber Herbert, vor allem Gesundheit, Neugier und weiterhin diese besondere Mischung aus Tiefgang, Mut und Leichtigkeit, die Dich so unverwechselbar macht. Herzlichen Glückwunsch vom gesamten Universal Music Team.

Tom Bohne, President Music Domestic Universal Music Deutschland: Lieber Herbert, 70 Jahre – und kein bisschen leiser. Du hast es geschafft, Generationen nicht nur zu begleiten, sondern ihnen eine Stimme zu geben. Deine Musik war nie bloß Klang, sie war Haltung, Gefühl, manchmal auch Trost, wenn Worte gefehlt haben. Was ich an dir besonders schätze: Du bist dir immer treu geblieben. Und genau deshalb erreichst du die Menschen bis heute. Ich wünsche dir Gesundheit, Neugier und weiterhin diesen unerschütterlichen inneren Kompass, der dich dahin führt, wo es wirklich zählt. Alles Gute zum 70., lieber Herbert.
Das Managementteam von Herbert Grönemeyer: Lieber Herbert, Deine unbändige Energie, Kreativität und die Lust an Neuem lassen Dich – und uns – seit Jahrzehnten nie stillstehen. Dafür sind wir dankbar! Dein Humor, Deine Herzlichkeit und Deine Haltung prägen unsere Verbundenheit weit über das Berufliche hinaus. Wir wünschen Dir von Herzen alles erdenklich Gute und freuen uns auf viele weitere Kapitel mit Dir. Herb Herb Hurra! Claudia, Sylvia, Lenz

Das Team von Dirk Becker Entertainment: Lieber Herbert, herzlichen Glückwunsch zu Deinem 70. Geburtstag! Auf Tour würden wir sagen: Halbzeit. Wir freuen uns schon jetzt auf eine weitere unvergessliche Tour im nächsten Jahr mit dir. Alles Gute, Dein Team von Dirk Becker Entertainment

Ein singuläres Phänomen
MusikWoche würdigt einen Künstler, der seit Jahrzehnten die deutschsprachige Musikszene, aber auch den gesellschaftlichen Diskurs prägt. Zudem war er stets eng mit der Musikbranche verbunden – ob mit eigenem Label oder als Fürsprecher.
So ist unvergessen, wie Herbert Grönemeyer bei den Berliner Demonstrationen des Aktionsbündnisses Alarmstufe Rot in vorderster Front mitmarschierte und beim Kampf gegen die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf die Livebranche das Wort zugunsten der Veranstalter ergriff. Auch mit seinem eigenen Label, dem 1999 gegründeten Grönland Records, setzte er in Sachen Transparenz und Fairness im Umgang mit Kreativen Maßstäbe. Zunehmend hat sich der in Göttingen geborene, aber bekanntermaßen in Bochum aufgewachsene Künstler, explizit zu gesesellschaftspolitischen Themen geäußert.
„Wir lassen das Land nicht nach rechts ausschwenken.“ Herbert Grönemeyer
Zu einem geflügelten Wort wurde seine Formulierung „Keinen Millimeter nach rechts“ aus dem Lied „Fall der Fälle“. Auch bei Songansagen zeigte er klare Kante: „Das Land ist unser Land. Wir halten es fest und stabil und lassen es nicht nach rechts ausschwenken“, sagte er bei einem Konzert in Chemnitz. Viral gingen 2019 seine Aussagen bei einem Auftritt in Wien, wo er ausführte: „Dann liegt es an uns zu diktieren, wie eine Gesellschaft auszusehen hat. Und wer versucht, so eine Situation der Unsicherheit zu nutzen, wer rechtes Geschwafel für Ausgrenzung, Rassismus und Hetze nutzt, der ist fehl am Platze! Diese Gesellschaft ist offen und humanistisch.“
Dennoch ist und bleibt Herbert Grönemeyer vor allem Sänger, Musiker und Songwriter. Wer ihn auf seine Rolle als politisches Sprachrohr reduziert, verkennt seine herausragenden ästhetischen Leistungen. Denn es waren seine außergewöhnlichen Kompositionen und Texte, die ihn seit den 80er-Jahren zu einem der erfolgreichsten deutschen Künstler machten. Dabei war der Weg dahin nicht immer leicht, auch weil Herbert Grönemeyer zunächst als Theater- und Filmschauspieler („Das Boot“, „Frühlingssinfonie“) reüssierte. Die Musik hatte er dabei nie aufgegeben, seitdem er 1974 von Peter Zadek zunächst als Musiker ans Bochumer Schauspielhaus geholt wurde.
Bisweilen konnte er seine filmischen Ambitionen auch mit der Musik verbinden: So war seine erste Albumveröffentlichung, „Ocean Orchestra“ (1979) von der gleichnamigen Formation um Dieter Flimm, ein jazzrock-lastiger Soundtrack. Die Verbindung von Ton und Bild ließ ihn auch später nie los, wenn man etwa an seine vielschichtigen Soundtrackarbeiten zu den Filmen „The American“ (2010) oder „A Most Wanted Man“ (2014) denkt. Zudem findet sich die harmonische Komplexität des Jazz in den vielen anspruchsvollen Kompositionen von Herbert Grönemeyer wieder, auch wenn es das große musikalische Vermögen des Musikers auszeichnet, dass all diese Songs trotz der mitunter ungewöhnlichen Akkordverbindungen immer eingängig und zugänglich klangen – und im besten Sinne Popmusik wurden.
Es dauerte allerdings vier Alben, bevor ihn das ganz große Publikum schließlich mit dem 1984 erschienenen Album „4630 Bochum“ entdeckte, nachdem er von der Intercord zur EMI Electrola gewechselt war. Von daher steht Herbert Grönemeyer auch für eine Zeit, in der ein langfristger Künstleraufbau trotz kommerzeller Rückschläge noch möglich war. Diesen Einsatz gibt er nun auch bei seinem Engagement für den Musikpreis Polyton an eine junge Generation von Artists weiter – auch wenn Künstler vom Format und Status eines Herbert Grönemeyer letztlich doch singuläre Phänomene bleiben.









