Als das irische Trio Thin Lizzy am 30. April 1971 sein Debütalbum über Decca Records veröffentlichte, deutete kommerziell noch wenig darauf hin, dass hier eine der einflussreichsten Rockbands aller Zeiten ihre ersten Spuren hinterließ. Das Album war anfangs kein Chartserfolg. Doch rückblickend war es das Fundament für eine einzigartige Karriere. Genau 55 Jahre nach diesem Meilenstein präsentiert Universal Music Recordings eine opulente Deluxe Edition, die den rauen Charme dieser frühen Phase eindrucksvoll konserviert.
Im Zentrum der Veröffentlichung steht ein umfassendes CD/Blu-ray-Set in einer 10-Inch-Verpackung, das von einem 40-seitigen Hardcover-Buch begleitet wird. Die fundierten Liner Notes des renommierten Musikjournalisten Mark Blake („Mojo“) sowie seltene Erinnerungsstücke lassen die Atmosphäre der frühen 1970er-Jahre in Dublin und London lebendig werden. Für Vinyl-Liebhaber bietet das Jubiläum eine feine Auswahl: Ein umfassendes 4-LP-Set liefert rares Material, das teilweise zum ersten Mal auf Vinyl gepresst wurde, flankiert von exklusiven Doppel-LPs in grünem und blauem Vinyl.
Musikalisch ist dieses Paket eine wahre Schatzkiste. Neben dem Originalalbum ist auch die legendäre, im August 1971 nachgelegte EP „New Day“ enthalten, die bereits auf der Delexe Edition von 2010 zu finden war. Herzstück für Sammler sind jedoch die zahlreichen unveröffentlichten Outtakes sowie die historischen BBC-Sessions. Letztere verdankte die Band der frühen Unterstützung durch den legendären Radio-DJ John Peel, der Phil Lynott auf dessen Weg nach London zufällig traf und fortan als treuer Mentor begleitete.
Klanglich wurde das Material aufwendig in die Moderne transportiert. Richard Whittaker lieferte einen frischen, dynamischen Stereo-Mix ab. Die Blu-ray- und Digital-Versionen glänzen zudem mit Dolby-Atmos- und 5.1-Surround-Mixen, die das Zusammenspiel von Lynotts markantem Bass, Bells gefühlvoller Gitarrenarbeit und Downeys präzisem Schlagzeug räumlich völlig neu erfahrbar machen. Wer den Weg der Band vor ihrem großen Durchbruch mit „Whiskey In The Jar“ Ende 1972 nachvollziehen will, kommt an diesem Zeitdokument kaum vorbei.







