“Für diese Veröffentlichung habe ich keinen Etat zur Verfügung.“ Diese Feststellung bei kleinen wie großen Labels bekommt man ebenso häufig zu hören wie die Klage darüber, wie schwer es sei, potenziellen Käufern wiederveröffentlichter Alben nahe zu bringen, dass diese nun auch auf CD erhältlich sind. Natürlich gehört die TV-Werbung für die Backkatalog-Abteilungen der Majorfirmen längst zum Alltagsgeschäft, verhandeln die Produktmanager mit Viva und MTV, sowie den nicht auf Musik spezialisierten privaten Fernsehsendern auch über Kooperationen.
Doch das ist immer noch überwiegend großen Themen und Namen vorbehalten, für die auch umfangreichere Marketingbudgets zur Verfügung stehen. Hinzu kommen traditionelle Werbetools wie Anzeigen in einschlägigen Fachzeitschriften wie „Rolling Stone“, „Musikexpress“ oder auch Point-Of-Sale Magazinen wie „WOM Journal“, die über entsprechende Rezensionsrubriken für Wiederveröffentlichungen verfügen.
An Bedeutung gewonnen hat für die Plattenfirmen das zweimonatlich erscheinende Magazin „GoodTimes“, das ausschließlich über Musik aus den 60er, 70er und 80er Jahren berichtet. Auch wenn die Auflage von 22.000 Exemplaren deutlich kleiner sei als die der großen Musikmagazine, erreichten die Firmen mit Anzeigen hier zu fast 100 Prozent ihre Zielgruppe und hätten kaum Streuverluste, meint Herausgeber Peter Seeger (Roßdorf). Was ihm Verantwortliche bei Plattenfirmen wie Gert Glieniorz (EMI), Klaus Schmalenbach (BMG), Knut Schulze (SMIS), Jörn Seidel (edel), aber auch der Besitzer des Mailorder-Unternehmens Milestone, Oliver Schuh, nachdrücklich bestätigen.
Dagegen hat das vom Nürnberger New Media Verlag herausgegebene Magazin „Pop Poster“ bereits nach drei Monaten sein Erscheinen wieder eingestellt, weil sich die Startauflage von 70.000 Exemplaren zu schlecht verkauft habe und laut Herausgeber Martin Reichold die Anlaufverluste von rund 150.000 Mark zu hoch gewesen seien.




