VPRT untersucht Radiolandschaft

Der Privatrundfunk-Verband VPRT veröffentlicht dieser Tage eine Studie zur Wettbewerbsituation im Hörfunkmarkt Deutschland und deckt dabei vor allem eines auf: die Benachteiligung privater Hörfunkveranstalter. Die Studie, die auch die ARD-Anstalten inhaltlich bisher nicht angreifen, vergleicht die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen, die Frequenzsituation, die Finanzierungsgrundlagen sowie die Programm-Nutzung von privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern. Dabei fällt laut VPRT vor allem die immer größere Zahl und Spezialisierung der ARD-Programme auf, während gleichzeitig die Privaten immer schlechter mit Frequenzen versorgt werden.

Durch die Einführung neuer Spartenhörfunkprogramme, so das Fazit der Studie, versuchten die ARD-Sender, „zusätzliche Frequenzen zu sichern und damit zugleich der Weiterentwicklung des privaten Hörfunks Grenzen zu setzen.“ Ebenso kreidet der Interessenverband die dank der Rundfunkgebühren rund viermal höheren Einnahmen der öffentlich-rechtlichen Sender an, obwohl deren Marktanteile ständig schrumpften und nur noch knapp vor dem der Privaten lägen.

Zudem verfügten die Privaten aufgrund der schwierigen Frequenzlage über wesentlich weniger Sendeleistung: Während die öffentlich-rechtlichen Stationen mit einer Gesamtlesitung von rund 20.247.000 Watt senden können, stehen den Privaten nur 6.471.000 Watt, was lediglich 24 Prozent der gesamten Hörfunk-Senderleistung Deutschland entspricht. Die Autoren der Studie betonen auch, daß die privaten Radiosender trotz der Benachteiligungen innerhalb von zwölf Jahren einen Gesamt-Marktanteil von 44 Prozent erreicht hätten, und daß große Privatsender wie HitRadio FFH oder Antenne Bayern ihre ARD-Konkurrenz deutlich hinter sich gelassen haben. „Wir dokumentieren mit dieser Studie sicher wenig, was Menschen, die sich mit der Hörfunksituation in Deutschland beschäftigen, nicht bekannt ist“, so Hartmut Schultz, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT), im Gespräch mit MUSIKWoche. „Wir haben aber erstmals Zahlen in diesem Umfang zusammengetragen und wollen vor allem gegenüber der Politik das über die Jahre gewachsene Ungleichgewicht zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Hörfunkanbietern dokumentieren.“

Eine Zusammenfassung der Studie, die die Arbeitsgruppe Kommunikationsforschung München (AKM) im Auftrag des VPRT erstellt hat, kann man im Internet unter http://www.vprt.de oder beim VPRT unter Telefon 02 28/9 34 50-0 und Fax -48 anfordern. Die vollständige Studie erscheint Ende November in der Schriftenreihe des VPRT.