Viva ändert Programmstruktur

Auf einer Pressekonferenz stellte die Geschäftsführung von Viva Fernsehendas neue Programm vor. Durch den Wechsel aller Formate von Viva Zwei zu Viva will Programmdirektor Stefan Kauertz die Trennung der beiden Sender aufheben und neuen Titeln zu mehr Rotation verhelfen.

“Unser Ziel beim neuen Viva heißt Musik-Vollprogramm“, teilte Viva Programmdirektor Stefan Kauertz auf einer Pressekonferenz in Köln mit. Wie Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender der Viva Media AG, bereits im Gespräch mit MusikWoche angekündigt hatte, habe der Medienkonzern anhand der Zahlen von Infratest Burke festgestellt, dass Vivas Hauptzuschaueranteil im Tagesprogramm zwischen 15 und 19 Uhr liege – was zusammen mit dem Vorsprung vor MTV ein Grund für die Reform war.

Diesen Abstand von 1,55 Millionen Zuschauern vor dem Mitbewerber, den MTV Programmchef Elmar Giglinger in MusikWoche 11 bestritten hatte, bekräftige Martina Bruder, Mitglied der Geschäftsführerin von Viva Fernsehen: „Hierzu möchte ich nur auf die Seriösität von Infratest verweisen. Alle Erhebungen, einschließlich der AWA, besagen, dass Viva auf der Basis gleicher technischer Reichweiten einen deutlichen Vorsprung vor MTV hat.“

Mit der Konzentration der Zuschauer auf das Nachmittagsprogramm von Viva entstand Raum für die Umverteilung der bisherigen Sendungen von Viva Zwei ins Abendprogramm von Viva, wie Kauertz erläutert: „Viva Zwei wird in der bestehenden Form noch so lange auf Sendung bleiben, bis wir die Reform abgeschlossen haben. Vor dem 1. Juni wird nichts passieren“.

Die neue Viva-Programmstruktur stelle vor allem eine Optimierung der Programme von Viva und Viva Zwei dar. So bleiben bei Viva auch die Clips erhalten, jedoch sollen die Rotationszahlen etablierter Hits zugunsten neuer Veröffentlichungen früher zurückgefahren werden. „Das neue Viva wird sehr viel facettenreicher und mehr musikalische Inhalte transportieren können. Das bedeutet mehr redaktionelle Inhalte, Musik und Musikfarben, Gesichter und Moderatoren als als jegliches Fernseh-Musikprogramm zuvor“, sagt Kauertz.

Da Pop laut Kauertz inzwischen „alle Bereiche“ erfasse, seien auch die übergreifenden Genre-Facetten immens wichtig. So sollen sich alle Zuschauer im neuen Viva-Programm wiederfinden: „Wir müssen die verschiedenen Richtungen in Einklang bringen, denn die sogenannten Scheren in den Köpfen der Leute existieren gar nicht. Wir passen das Programm dem Zuschauerverhalten an.“

Die Gefahr, dass Viva in Zukunft älter wird, sieht Kauertz nicht, da alle Formate von Viva Zwei zu Viva wandern, begünstigt durch die Tatsache, dass 93,6 Prozent der Viva Zwei-Zuschauer sich auch das Programm von Viva ansehen. „Mir war bei der Neu-Orientierung nur wichtig, die Trennung zwischen dem vermeintlich,konservativ und Bubblegum“ auf Viva und vermeintlich,cool“ bei Viva Zwei aufzuheben.‘