Ab 20. April ändert Viva sein On-Air-Design. Dabei ändern sich auch die sogenannten Bauchbinden, die Einblendungen von Titel und Interpret eines Videos. Bisher nannte der Kölner Sender in den Bauchbinden auch den Regisseur des jeweiligen Videos. Dies soll nun entfallen. „Wir haben festgestellt, daß unsere Zuschauer die Regieangaben nur am Rande interessieren. Darum blenden wir statt dessen in Zukunft den Titel des Albums ein“, erklärt Kerstin Ruffmann, Leiterin der Abteilung Kommunikation/Marketing/New Business Development bei Viva.
Bei den Videoclip-Regisseuren stößt diese Neuerung auf wenig Gegenliebe: „Diese Meldung ist eine böse Überraschung für alle Regisseure, die durch ihre Arbeit die Erfolgsstory dieses Senders und die Wiederbelebung des deutschen Musikmarktes mitgetragen haben“, sagt Matthias Schweger, der als freier Videomacher die Initiative „Say It When You Play It!“ ins Leben gerufen hat.
Zusammen mit seinen Kollegen bittet er um Unterstützung aus allen Teilen der Branche. Durch das neue Viva-Design werde dem Zuschauer „nicht nur eine wichtige Information, sondern auch dem Regisseur die sichtbare Anerkennung seiner kreativen Leistung vorenthalten“. Viele bekannte deutsche und internationale Künstler und Bands haben sich der Initiative bereits angeschlossen, so zum Beispiel Westbam, Young Deenay, Die Ärzte, Bad Religion, Jason Nevins, Tocotronic, Smudo, Die Sterne und der ehemalige Viva-Moderator Nils Bokelberg.
Auch der Verband der Musikclip Produzenten (VMP) mit seinen Vorstandsmitgliedern Stephanie Beck (Q Film), Barbara Benson (Heimatfilm), Torben Ferkau (Erste Liebe), Rainer Thieding (Chopstick) und Markus Wacker (BSW) stellt sich hinter die Aktion: „Ohne die kreative Leistung der Regisseure wäre Viva kein Fernseh- sondern ein Radiosender.“ Kerstin Ruffmann von Viva entgegnet jedoch: „Wir machen unser Programm für die Kids, nicht für die Regisseure. Außerdem unterschlagen wir die Urheber des Bildes nicht. Die Zuschauer, die wissen wollen, wer ein bestimmtes Video gedreht hat, können im Viva-Text ausführliche Informationen abrufen. Wir halten das für die bessere Alternative und für eine Umstellung zu Gunsten der Regisseure.“
Beim Viva-Konkurrenten MTV rennt „Say It When You Play It!“ allerdings offene Türen ein: Der Hamburger Clipkanal will auf absehbare Zeit wieder dazu übergehen, die Regieangaben in die Bauchbinde aufzunehmen. „Wenn wir ab Mai mit neuen Sendungen starten, werden wir schrittweise und zunächst nur bei einzelnen Sendungen die Regisseure wieder nennen“, gab Stefan Vogel, Leiter der Abteilung PR/Brand Management von MTV, bekannt.






